Thalwil

 

In Thalwil steht die ältere der beiden Pfarrkirchen im Kanton, die den Zürcher Schutzpatronen St. Felix und Regula geweiht ist. Errichtet wurde die neobarocke Kirche 1899 dank dem Engagement der Thalwiler Katholiken und der finanziellen Unterstützung aus den katholischen Kantonen der Deutschschweiz.

 

Patrozinium   St. Felix und Regula
Baujahr 1899
Architekten   Johann Meyer (Pläne), Rocco Perlatti (Ausführung), Anton Higi (Turm) 
Pfarreigrösse 5'100 
Gemeinde
Thalwil

 

 




 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Der erste katholische Gottesdienst in der Region fand im Jahr 1864 in Gattikon statt
Am 17. Juni 1898 wurde der Grundstein für eine eigene Kirche in Thalwil gelegt, und am 18. Juni 1899 fand die Einsegnung statt. Der Turm, entworfen von Anton Higi, kam erst 1924 hinzu.

Eine erste Renovation von St. Felix und Regula samt Neugestaltung des Innenraums erfolgte 1952/1953 durch Josef Steiner.  1968/1969 wurde das Pfarreizentrum erbaut und die Kirche aussen überholt. 1972 wurden die Vorgaben des II. Vatikanums umgesetzt. Bei der zweiten grossen Innenrenovation 1983 erhielt die Kirche ihre Chororgel und 1985 die grosse Orgel auf der Empore. 1988 wurde der Kirchturm saniert und 1990 das Äussere von Pfarreizentrum und Kirche. 2010 ergänzte man das Zentrum durch einen Erweiterungsbau.

Architektur & Kunst

Der Grund dafür, dass St. Felix und Regula in neobarockem und nicht, wie damals weitherum üblich, in neoromanischem oder neogotischem Stil erbaut wurde, liegt vermutlich darin, dass die Inländische Mission für die Kirchen in der Diaspora zusammen mit der Finanzierung auch die Baupläne lieferte. Diese stammen im vorliegenden Fall von Johann Meyer aus Luzern, der sich offensichtlich von den barocken Landkirchen seines Kantons hatte inspirieren lassen. Der erst später hinzugekommene Turm verstärkt mit seiner Zwiebelhaube das neobarocke Erscheinungsbild.

Das Innere ist, typisch für den Barock, hell und durch Pilaster mit korinthischen Kapitellen samt darauf ruhenden Gurtbogen gegliedert, allerdings ohne dass diese eine statische Funktion haben. Der eingezogene Chor ist um drei Treppenstufen vom Boden des Schiffs abgehoben.

Im Lauf der Zeit wurde der Kirchenraum mehrfach verändert. In der Anfangszeit war die Ausstattung des Altarbereichs aus finanziellen Gründen noch schlicht, wurde aber ab 1908 schrittweise durch neue Elemente ergänzt. Nach der Tilgung der Bauschuld 1915 war die Beschaffung eines neuen Hochaltars sowie zweier neuer Seitenaltäre möglich. 1952/1953, bei der Innensanierung unter Josef Steiner, wurde dieses neobarocke Erscheinungsbild weitgehend durch eines von nüchterner Gestalt ersetzt. An der Chorwand, wo bis dahin der Hochaltar gestanden hatte, wurde eine monumentale Kreuzigungsgruppe aus Holz angebracht.

1982 erfolgte eine zweite umfassende Innenrenovation. Die Holzplastiken über dem Hochaltar wurden wieder entfernt und die Gemälde von Ludwig Schnüriger überdeckt. Im Chor, wurde eine Werktagskapelle eingerichtet. Als Abgrenzung zur Kirche wurde eine Orgel aufgestellt, deren Rückwand gegen die Kirche gerichtet und als Flügelaltar gestaltet ist. Dessen Bilder stammen von Walter Habdank und zeigen Szenen aus dem Leben Christi.

Von den vierzehn Kreuzwegbilder stammen zwölf aus dem Jahr 1765, die beiden fehlenden wurden im gleichen Stil ergänzt. Anstelle der Seitenaltäre stellte man links den Tabernakel und rechts den Taufstein auf, und 1986 wurde über beiden je eine Tapisserie aus dem Atelier de la Martinerie aufgehängt.