Waedenswil

 

Die neoromanische Kirche St. Marien Wädenswil wurde von August Hardegger entworfen. Der bekannte Ostschweizer Architekt orientierte sich dabei am Vorbild der Glarner Kirche in Schwanden, welche er kurz vorher umgebaut hatte. Während St. Marien aussen weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben ist, wird der Innenraum von der Neugestaltung aus dem 1970er Jahren geprägt.

 

Patrozinium   Muttergottes
Baujahr 1897
Architekt   August Hardegger
Pfarreigrösse 6'000
Politische Gemeinde 
Wädenswil 

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

1860 lebten in Wädenswil bereits 251 Katholiken. 1890 gründeten die Wädenswiler einen Kirchenbauverein, der noch im gleichen Jahr eine Parzelle für das heutige Gotteshaus erwerben konnte. 1892 wurde Wädenswil zum Pfarrvikariat ernannt, mit einem eigenen Seelsorger, und 1895 zur eigenständigen Pfarrei erhoben.

1894 wurde mit der Planung von St. Marien begonnen. Als Experte zog man Pater Albert Kuhn aus dem Kloster Einsiedeln bei, und ein Jahr später wurde August Hardegger als Architekt bestimmt. 1896/1897 wurde die Kirche errichtet (für 800 Personen) und am 18. Juli 1897 vom bischöflichen Archivar Noser von Chur eingesegnet.

1934 wurde St. Marien ein erstes Mal renoviert. 1959 und 1969 wurde die Fassade der Kirche überholt, und 1972/1973 fand unter Josef Riklin eine umfassende Erneuerung und Purifizierung des Innern statt. Das Pfarrhaus von 1898 wurde 2012/2013 modernisiert – aus Denkmalschutzgründen hatte es nicht durch einen Neubau ersetzt werden können.

Architektur & Kunst

St. Marien ist eine dreischiffige Basilika in deutlich archaisierendem neoromanischem Stil. Typisch dafür sind die rundbogigen Fenster, die oft zu säulenunterteilten Zweier- bis Vierergruppen verbunden sind, sowie das Stufenportal mit dem skulptierten Bogenfeld. Wichtiger für den Gesamteindruck sind jedoch die Fassaden, die mit bossierten Natursteinen derart verkleidet sind, dass sie als massives, schweres Mauerwerk wirken, umso mehr, als die Öffnungen darin relativ klein sind und sogar der Haupteingang ein wenig zurücktritt. Die Arkaden über dem Chor erinnern an den Dom zu Pisa.

Die erste, auf das Äussere der Kirche abgestimmte neoromanische Ausstattung von 1898–1901 umfasste einen Hochaltar von Johann Nepomuk Neumann, ein Altarbild sowie Gemälde im Gewölbe der Apsis von Franz Vettiger und ein Chorgestühl von Alfons Noflaner. Dazu kamen 1911 eine Kanzel von Karl Leuch und 1912 Apostelfiguren.

Dieses prunkvolle Innere wurde im Lauf der Jahre sukzessive dem gewandelten Zeitgeschmack angepasst. Ein erstes Mal geschah dies bei der Renovation von 1934. Die letzten Elemente der ersten Innenausstattung wurden 1972/1973 im Zuge der Renovation durch Josef Riklin entfernt. Seither bestimmt die nüchterne Gestaltung von Albert Schilling und Pater Xaver Ruckstuhl den Kirchenraum. – Die heutige Orgel kam 1960 in die Kirche; es handelt sich um ein Instrument mit 26 Registern von der Firma Kuhn.