Wallisellen

 

St. Antonius Wallisellen ist die erste von sechs Kirchen, die Karl Higi im Kanton Zürich erbaute. Das Innere ist geprägt durch die Altarraumgestaltung von Josef Caminada und durch die grossen Glasfenster von Ferdinand Gehr.

 

Patrozinium   Hl. Antonius von Padua
Baujahr 1958
Architekt   Karl Higi 
Pfarreigrösse 4'500 
Politische Gemeinde 
Wallisellen 

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

Am 16. Juli 1922 wurde in Wallisellen zum ersten Mal seit der Reformation eine katholische Messe gefeiert. 1924 richtete Bischof Georg Schmid von Grüneck das Pfarrvikariat Wallisellen ein. Dazu gehörten bis zur Gründung der Missionsstation Kloten 1942 auch die Gemeinden Bassersdorf, Nürensdorf und Kloten.

1926 wurde das heutige Pfarrhaus erbaut und darin eine Kapelle errichtet, die am 13. Juni 1926 benediziert wurde. Die geplante grosse Kirche konnte erst nach dem 2. Weltkrieg und nach intensiven Sammelaktionen in Angriff genommen werden. Die Kirche wurde 1956–1958 nach Plänen von Karl Higi errichtet und am 16. März 1958 von Bischof Christian Caminada eingeweiht. 1959 erhielt sie die erste Orgel und im Frühling 1961 vier Glocken.

1971 gestaltete man den Altarraum der Kirche St. Antonius um und passte ihn an die Vorgaben des Zweiten Vatikanums an.  1990/1991 realisierte man gleichzeitig mit der Neugestaltung der Kirche auch ein Pfarreizentrum. 2012 erhielt die Kirche ihre heutige Orgel, die von der Firma Kuhn nach dem Klangbild der französischen Romantik gestaltet wurde. Das Instrument besitzt 32 Register.


Architektur & Kunst

Die Kirche St. Antonius weist praktisch keine rechten Winkel auf. Sehr wirkungsvoll sind die Schrägen in der Rückwand des Chors, die auf den gekreuzigten Christus zulaufen. Dass sich die Seitenwände verengen, ist im Kirchenschiff kaum merklich, im Chorbereich jedoch deutlich sichtbar. Der Fussboden senkt sich gegen den Altarbereich, während das Dach, in vier schräge Flächen aufgeteilt, seine höchste Höhe über der Linie zwischen Schiff und Altarraum erreicht. Der Turm verbreitert und verjüngt sich über dem Grundriss eines unregelmässigen Sechsecks. Er steht frei und setzt vertikal einen wirkungsvollen Akzent zum eigentlichen Gotteshaus, das grundsätzlich die Horizontale betont.

Der Altar, vor allem aber das Taufbecken und der Ambo von Josef Caminada nehmen diese Raumformen auf eigenwillige Art auf, ebenso der speziell gestaltete Orgelprospekt, bei dem Schwungvolles und Filigranes mit Senkrechtem und Massivem kontrastier­t.

Die grossen Glasfenster, die Ferdinand Gehr für die Kirche St. Antonius schuf, prägen die Atmosphäre im Innern der Kirche. Die Fenster im Chor beschränken sich auf wenige und klare Farben mit hoher Leuchtkraft. Demgegenüber wirken die Fenster auf der Eingangsseite deutlich zurückhaltender. Das mittig liegende Fenster in der ehemaligen Taufkapelle wirkt dank der harmonischen Farbgebung am intensivsten: Über dem ungegenständlich angedeuteten Wasser erscheint die Heiliggeist-Taube im symbolischen Rot der Liebe.