WinterthurToess StJosef

 

Wer die gut 100-jährige Kirche St. Josef zum ersten Mal betritt, dürfte über die moderne, aber sehr gelungene Umgestaltung des Innenraums aus den 1970er Jahren überrascht sein. Dem Architektenteam Felix Loetscher und Robert Tanner ist es gelungen, die Kirche St. Josef den geänderten Bedürfnissen der Pfarrei anzupassen und gleichzeitig den ursprünglichen Charakter der 1914 benedizierten Kirche von Adolf Gaudy zu bewahren.

Patrozinium   St. Josef
Baujahr 1914
Architekt   Adolf Gaudy, Felix Loetscher und Robert Tanner (Umgestaltung)
Quartier Winterthur-Töss
Pfarreigrösse
2'800

 

 




 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Die Pfarrei St. Josef im Stadtkreis Töss ist eine Tochterpfarrei von St. Peter und Paul Winterthur. 1905 bis 1930 wurden nach und nach Grundstücke zusammengekauft, um die Kirche, das Pfarrhaus und später das Pfarreizentrum erbauen zu können. 1913 erfolgte der Baubeginn der Kirche St. Josef, welche nach Plänen von Adolf Gaudy und mit Mitteln des Kultusvereins aus Chur errichtet wurde. 1914 wurde die Kirche benediziert. Aufgrund der zahlreichen Arbeiterfamilien in Töss beschloss man, die Kirche dem Hl. Josef, dem Patron der Arbeiter, zu weihen. 1921 wurde das Pfarrhaus erbaut, und 1949 weihte Bischof Christian Caminada die fertig ausgestattete Kirche ein.

1969 wurde das  Pfarreizentrum samt neuem Pfarrhaus eröffnet. 1970 erhob der Bischof St. Josef zu einer eigenständigen Pfarrei. 1973 erfolgte die Aussenrenovation der Kirche, in den Jahren 1976–1977 die Innenrenovation.


Architektur & Kunst

In der Architektur der Kirche St. Josef vereinen sich zwei Tendenzen des Kirchbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Zum einen lassen sich noch deutliche Anlehnungen an romanische und gotische Bauwerke finden. Auf der anderen Seite finden sich auch Bestrebungen, in diesem Kirchbau neue architektonische Lösungen zu finden, was den Übergang zur Moderne andeutet. Der quadratische Grundriss der Kirche lässt die Kirche kleiner erscheinen, als sie tatsächlich ist. Sie verfügte bis zur Sanierung in den 1970er Jahren über 450 Sitzplätze.

1976–1977 wurde der Innenraum der Kirche durch Felix Tanner und Robert Loetscher neugestaltet. Die Architekten setzten den neuen Volksaltar in die Mitte des Zentralbaus und positionierten darum herum die Stühle für die Gläubigen. Der Hochaltar mit neugotischem Schnitzwerk aus der Werkstatt des Bildhauers Holenstein wurde entfernt. Im frei gewordenen Chor wurde die neue Orgel errichtet und mittels eines Podests dem Kirchenchor genug Raum gegeben, ohne dass die Kirche verlängert werden musste. 1986 wurden die Reliefs des ehemaligen Hochaltars in den Nischen des Chores neu positioniert.

Ihre heutige Orgel erhielt die Kirche nach der Umgestaltung im Jahr 1977. Die Orgel stammt von Späth Orgelbau und besitzt 23 Register.