Zurich StAnton

 

St. Anton wurde 1906–1908 durch Karl Moser, einem der renommiertesten Architekten der Zeit, erbaut. Architekturgeschichtlich steht diese Kirche auf der Schwelle zwischen dem Historismus und neuen Baustilen und leitet damit eine neue Epoche im Zürcher Sakralbau ein.

Patrozinium   St. Antonius von Padua
Baujahr 1908
Architekten                  Robert Curjel, Karl Moser
Pfarreigrösse 5'500
Quartier
Zürich-Hottingen 

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

1898 wurde der römisch-katholische Kultusverein Zürich gegründet mit dem Ziel, in einem der Quartiere Fluntern, Hottingen oder Riesbach eine weitere katholische Kirche zu errichten, die fünfte in der Stadt Zürich. 1901 fand ein erster Architekturwettbewerb statt. Nachdem 1901 an der Neptunstrasse ein grösserer Bauplatz hatte gekauft werden können, erfolgte 1905 ein zweiter Wettbewerb, den die Architekten Curjel und Moser gewannen.

Am 28. Oktober 1906 die Grundsteinlegung, und am 10. Oktober 1908 wurde die Kirche eingesegnet. 1935 wurde die Unterkirche durch Karl Strobel ausgebaut, und anschliessend, am 27. Oktober 1935, fand die Weihe der ganzen Kirche statt. Zwischen 1942 und 1977 wurde die Kirche mehrfach renoviert und dabei dem Zeitgeschmack angepasst. Bei der letzten Renovation 2001/2002 wurde das Innere in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege weitgehend in den Zustand von 1929 rückgeführt.

1910 zur Pfarrei erhoben und von Liebfrauen abgetrennt, spielte St. Anton bei der Gründung weiterer Pfarreien wie Zollikon/Zumikon, Riesbach und Witikon eine wichtige Rolle. Da St. Anton zentral gelegen ist, bietet sie anderssprachigen Missionen bis heute Gastrecht für ihre Gottesdienste und Zusammenkünfte.


Architektur

Vor allem in der Gestaltung der Fassade gilt St. Anton als der fortschrittlichste Kirchenbau des Historismus in der Zürcher Diaspora, markiert aber gleichzeitig auch dessen Überwindung zugunsten neuer Architekturstile.

Diese strenge Einfachheit des Äusseren setzt sich im Innern fort. Mächtige Kreuzrippengewölbe überspannen die verschiedenen Räume der Kirche. Wände und Decken sind praktisch durchgehend in einem hellen Ocker gehalten, sodass die Malerei gut zur Geltung kommt. Als erstes der katholischen Gotteshäuser in Zürich verfügte St. Anton auch über eine Unterkirche. Sie wurde 1934/1935 von Karl Strobel ausgebaut.

Künstlerische Ausstattung

Prägendstes Element der ursprünglichen Innengestaltung sind die Fresken von Fritz Kunz. Die Fresken im Chor der Kirche sind gekennzeichnet durch eine feierliche Strenge, Stilisierung und charakteristische Farbgebung. Das grosse Fresko in der Apsis stellt ein Te-Deum-Bild mit thronendem Christus dar, umgeben von Engeln, Aposteln und Heiligen. Die beiden Seitenwandbilder zeigen Szenen aus dem Leben des Hl. Antonius (Fischpredigt und Heilung eines Jünglings).

Der Hochaltar wurde 1914 in gelbem Siena-Marmor gefertigt. Seit 1917 steht die Kanzel aus gelbem Siena-Marmor im Chor der Kirche. Im linken Seitenaltar ist eine Madonna mit Kind dargestellt, die von Heiligen und jungen Männern und Frauen verehrt wird. Der rechte Seitenaltar ist dem Kirchenpatron St. Antonius gewidmet und zeigt diesen als Brotvater. Als Letztes stellte Fritz Kunz 1929 die Kreuzwegstationen fertig.

Die Kirche wurde bei der Innensanierung in den Jahren 2001/2002 auf den Zustand von 1929 zurückgeführt. Die Aussentüren wurden rekonstruiert, die eingelagerten ursprünglichen Alabaster-Leuchter erhielten wieder ihren ursprünglichen Platz in den Bogenöffnungen zwischen Haupt- und Seitenschiffen, und der Boden wurde nach alten Vorlagen nachgearbeitet.
Bei der Innensanierung von 2001/2002 wurde der Altarbereich neu gestaltet. Die halbrunde Erweiterung aus weissem Carrara-Marmor zeigt mit ihrer Farbe an, dass sie als Ergänzung der Moser’schen Anlage gedacht sind.

Die Orgel stammt von der Firma Kuhn; den Orgelprospekt gestaltete Karl Moser.  Sie wurde am 1. Februar 1914 geweiht und gilt als die älteste integral erhaltene Orgel der Stadt Zürich. Bei der Kirchenrenovation von 2001/2002 wurde das bereits 1926 geplante, aber damals nicht realisierte Fernwerk hinter dem Hochaltar geschaffen.
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