Zurich StFelixRegula

 

Als erste katholische Kirche im Kanton Zürich rückt St. Felix und Regula vom Prinzip der Wegekirche ab. Auch hinsichtlich ihrer Konstruktionsweise ist die Kirche aussergewöhnlich: Dank den Möglichkeiten des modernen Stahlbetonbaus schuf Fritz Metzger die damals flachste Kuppel der Schweiz mit einer Stichhöhe von lediglich 1,60 Metern. Künstlerisch bedeutsam sind die Glasmalereien von Ferdinand Gehr, der für St. Felix und Regula seinen grössten Glasfensterzyklus schuf.

 

Patrozinium   Hl. Felix und Regula
Baujahr 1950
Architekt   Fritz Metzger 
Pfarreigrösse 3'800 
Quartier
Zürich-Hard

 

 




 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Der Stadtteil Hard wurde in den 1930er Jahren strukturiert bebaut. Baugenossenschaften und die Stadt schufen mit grossen Wohnkolonien Platz für die zahlreichen Arbeiterfamilien. Die Pfarrei Herz Jesu Wiedikon, zu der das Quartier gehörte, kaufte bereits 1927 ein Grundstück für eine Kirche . In der alten Scheune, die sich darauf befand, wurde 1936 zunächst eine Notkirche eingerichtet.

1944, noch im Krieg, bereitete der diözesane Kultusverein einen Wettbewerb für St. Felix und Regula vor. Namhafte Architekten reichten Projekte ein. Auf Empfehlung von Hermann Baur, der als Berater zugezogen worden war, bekam das Projekt von Fritz Metzger den Zuschlag. 1949–1950 wurde die Kirche errichtet und am 10. Dezember 1950 durch Bischof Christian Caminada eingeweiht. 1951 erhob dieser St. Felix und Regula zur Pfarrei, und 1968 wurde das Pfarreizentrum hinzugebaut. Spätere bauliche Veränderungen an der Kirche wurden bei den Sanierungsmassnahmen 2012/2013 mehrheitlich wieder rückgängig gemacht.

Die Wahl von Felix und Regula als Kirchenpatrone geht auf Christian Herrmann, den Pfarrer von Herz Jesu Wiedikon, zurück. Dieser hatte 1926 vorgeschlagen, die spätere Pfarrei des Hardquartiers den Stadtzürcher Heiligen zu widmen, da hier unter den Arbeitern Missionsarbeit geleistet werden müsse wie zu Zeiten der ersten Christianisierung Zürichs.

Architektur & Kunst

Fritz Metzger orientierte sich bei seinem Entwurf am Buch der Offenbarung, wo Johannes das neue Jerusalem als Zelt Gottes unter den Menschen beschreibt. Bei den Aussenmassen hält sich Metzger zurück: Die Kirche ist deutlich weniger hoch als die damals schon existierenden Wohnbauten der Umgebung. Die Wände sind, wie der ganze übrige Bau, aus Stahlbeton, und der Kirchturm von Felix und Regula ist überaus schmal und hoch gebaut. Metzger verstand es, Symbolik und bauliche Konstruktion auf raffinierte Weise miteinander zu verbinden. Die Betonstützen stehen für die Zeltstangen – mit ihrer leichten Neigung nach innen fangen sie aber auch den horizontalen Schub des Gewölbes auf. Dessen Grösse und Gestaltung war seinerzeit revolutionär. Neuartig ist auch, wie Metzger die Nähe der Gläubigen zum liturgischen Geschehen ermöglichte: Durch das Queroval des Grundrisses erhalten die Gottesdienstbesucher einen direkteren Zugang zum liturgischen Geschehen. Mit dieser klaren Abkehr von der traditionellen, längsorientierten Wegekirche nimmt Metzger wichtige Impulse des II. Vatikanischen Konzils vorweg.

Der freistehende Hauptaltar von St. Felix und Regula ist ein Werk von Albert Schilling aus dem Jahr 1950. Sein Relief zeigt das apokalyptische Osterlamm. Schilling gestaltete 1954 auch das silberne Kreuz an der Chorwand. Es zeigt den auferstandenen Christus im Gestus des Segnens. Die Seitenaltäre und der Taufbrunnen stammen von Alfred Huber; entstanden sind sie 1950. Alfred Huber schuf auch die Kreuzwegstationen und überarbeitete 1965 die Seitenaltäre. Der eine wurde hierbei zum Sockel für den Tabernakel (1950 von Martha Flüeler gefertigt). Der andere Seitenaltar ist Felix und Regula geweiht; in ihm werden deren Reliquien aufbewahrt. Die Reliquien bestehen aus Teilen zweier Rippen der Heiligen, welche auf Veranlassung von Herzog Hermann (926-949) durch den späteren Bischof Hartpert von Chur den Mönchen von Einsiedeln übergeben worden waren. Am 17. November 1949 schenkte der Einsiedler  Abt Benno Gut der neu entstandenen Pfarrei St. Felix und Regula Teile dieser Rippen, damit sie diese – nach dem Verlust des Hauptteils der Reliquien im Zuge der Reformation – in der Stadt Zürich aufbewahre.

Das künstlerisch Eindrücklichste der Ausstattung von St. Felix und Regula ist der grossartige Glasbildzyklus von Ferdinand Gehr aus dem Jahr 1954. Er umfasst 178 Fenster, die in 14 Segmente gegliedertes sind und als Band knapp unter der Flachkuppel durchlaufen. Thematisch führen sie von der Erwartung über die christliche Lebensform zur Erhebung in den göttlichen Bereich. Auf der Orgelempore über dem Eingang sind links die fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen und rechts die drei Jünglinge im Feuerofen dargestellt. In den Fenstern des Kirchenschiffs finden sich die Seligpreisungen (Matthäus 5, 3–10). In der Mitte stellt links ein Segment mit dem «Gloria» der Engel und rechts eines mit dem «Sanctus» den Bezug zum Göttlichen her. Der Fensterzyklus schliesst im Chor mit Mariä Himmelfahrt bzw. der Verklärung Christi.