Zurich StMartin

 

Wer in Zürich zum Zoo hochfährt, kommt an der Kirche St. Martin vorbei, vielleicht ohne diese zu bemerken, denn sie hat keinen Turm und ist von der Strasse her etwas zurückversetzt. Ihr Patrozinium verweist auf das mittelalterliche Kloster auf dem Zürichberg, das an der Stelle des heutigen Restaurants „Altes Klösterli“ im Jahr 1127 von Augustiner Chorherren gegründet und im Zug der Reformation 1523/25 aufgehoben worden war.

 

Patrozinium   Hl. Martin von Tours
Baujahr 1939
Architekt   Anton Higi 
Pfarreigrösse 1'400 
Quartier
Zürich-Fluntern 

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte
St. Martin ist eine Tochterpfarrei der Liebfrauenkirche Zürich. Bereits 1920 suchten die Verantwortlichen von Liebfrauen nach einem Areal für den Bau einer katholischen Kirche in Fluntern. Da nach dem Bau der Neuen Kirche Fluntern die Reformierten die Alte Kirche Fluntern nicht mehr brauchten, versuchten die Katholiken, diese zu bekommen, was ihnen städtische Liegenschaftenverwaltung verweigerte. 1933 konnte dann der katholische Bauverein das Areal für die heutige Kirche St. Martin oberhalb der Alten Kirche Fluntern erwerben. 1938-1939 erbaute Anton Higi unter Mithilfe von Walter Rieger die Kirche. 1940 erhob Bischof Laurenz Matthias Vincenz St. Martin zu einer eigenständigen Pfarrei.

1960 wurde das Untergeschoss der Kirche von Cramer, Jaray und Paillard umgebaut, und 1965 erfuhr das Kircheninnere von Fritz Metzger eine Neugestaltung. 2013 erfolgte eine Modernisierung des Kirchenraums. Zeitgleich wurden der Vorplatz der Kirche umgebaut und die Räume im Untergeschoss modernisiert.

 

­Architektur & Kunst

Die Kirche St. Martin ist die einzige katholische Kirche im Kanton Zürich im sogenannten „Landistil“, der im Rahmen der Schweizerischen Landesausstellung 1939 propagiert worden war und die radikale Moderne durch regionale Stilelemente abzudämpfen versuchte.

Bereits von aussen ist sichtbar, dass die Kirche St. Martin ein Zentralbau ist – nach dem Vorbild der Kirche auf dem Landgut Buon Pastore des Collegium Germanicum zu errichten. Im Gegensatz zum Grundriss und zur äusseren Formgebung, die sich deutlich an das barocke Vorbild dieser Kirche anlehnt, zeigt St. Martin im Innern Bauformen der Moderne. Beim Bau von St. Martin wurde bewusst auf einen Kirchturm verzichtet – aus Rücksicht auf die reformierte Mehrheit der Zürcher Bevölkerung. Stattdessen besitzt die Kirche einen Dachreiter, der über dem Chor angebracht wurde. 1995 wurde der Dachreiter aufgestockt, aber schon 2013 wieder an seine ursprüngliche Gestalt angeglichen.

Das Relief über dem Haupteingang stellt den Hl. Martin dar, wie er als römischer Hauptmann hoch zu Ross seinen Mantel teilt, um die eine Hälfte einem frierenden Bettler zu schenken.
Die Eingangstür zum Pfarreisaal unter der Kirche wurde 1974 von Max Rüedi gestaltet. Im Kircheninnern fällt zunächst das grosse Kirchenfenster im Chor auf. Es wurde von August Wanner gestaltet und zeigt im Mittelfeld die Auferstehung Jesu Christi. Das linke Feld thematisiert den Emmausgang, das rechte die Begegnung des Auferstandenen mit dem ungläubigen Thomas.Der Tabernakel wurde von Meinrad Burch-Korrodi gefertigt. Seit 2012 ist an der Chorwand ein Kreuz aus Ulmenholz angebracht, gestaltet von Joseph Egan. Von den ursprünglich zwei Seitenaltären ist nur der linke erhalten geblieben. Den Kreuzweg entwarf August Wanner 1940 als Mosaikfries, der unter der Orgelempore angebracht ist. 1972 erhielt die Kirche ihre Orgel, die von Metzler erbaut wurde.