Zurich StPeterPaul

 

Die Kirche St. Peter und Paul ist die älteste der 25 römisch-katholischen Kirchen der Stadt Zürich und gilt als Mutterkirche der Zürcher Katholiken. Als Besonderheit besitzt sie eine prächtige barocke Monstranz, die der damalige Papst Pius IX. den Zürcher Katholiken zum Dank dafür schenkte, dass sie sich im Streit um die Unfehlbarkeit für die Seite des Papstes und damit für den Verbleib in der römisch-katholischen Kirche entschieden hatten.

 

Patrozinium   St. Peter und Paul
Baujahr 1874
Architekt    Rudolf Gottlieb Gull, Alfred Chiodera und Theophil Tschudy
Pfarreigrösse 4'100 
Quartier 
Aussersihl

 

 




 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Die wachsende Zahl der Katholiken machte die bislang einzige Pfarrei Zürichs, St. Peter und Paul, zeitweise zur grössten der ganzen Schweiz, weshalb der Aufbau weiterer Gemeinden dringend nötig wurde. 1886 wurde ein Kirchenbauverein mit dem Ziel gegründet, in Zürich neben St. Peter und Paul Aussersihl ein zweites katholisches Gotteshaus zu errichten.
Beim Landkauf für die Liebfrauenkirche spielte der Kampf um den Standort des künftigen Schweizerischen Landesmuseums eine wichtige Rolle. Um die katholischen Stände für Zürich zu gewinnen, wurde diesen von Seiten der Stadtregierung angeboten, die Beschaffung des gewünschten Areals für die neue Kirche nördlich der Limmat zu ermöglichen. Der Bundesbeschluss für den Standort des Landesmuseums fiel zugunsten Zürichs aus, und am 19. August 1892 erhielten die Katholiken die Erlaubnis für den Bau der Liebfrauenkirche an ihrem heutigen Platz.

Die Idee, das Gotteshaus nach dem Vorbild römischer und oberitalienischer Basiliken zu gestalten, entwickelte August Hardegger zusammen mit dem einflussreichen Kunsthistoriker und Einsiedler Pater Albert Kuhn. Mit dem gewählten Baustil sowie mit der Weihe an die Gottesmutter wollte man die Verbundenheit mit dem Papst betonen.
Zunächst war die Liebfrauenkirche für 1200 Personen geplant und hätte zwei Kirchtürme erhalten sollen. Aus Kostengründen musste jedoch die Zahl der Sitzplätze auf 1000 reduziert und auf einen der beiden Türme verzichtet werden. Am 13. Mai 1893 fand die Grundsteinlegung statt. Die Einsegnung der Kirche fand am 7. Oktober 1894 statt.

Die zur Liebfrauenkirche gehörige Pfarrei wurde, im Zusammenhang mit der Eingemeindung von zehn Vororten, am 1. Januar 1893 geschaffen. Sie umfasste das ganze rechtsufrige Stadtgebiet. Wegen ihrer zentralen Lage übernahm Liebfrauen auch wichtige Funktionen für die öffentlich-soziale und politische Tätigkeit der Katholiken in Zürich. Neben verschiedenen Vereinen und sozialen Instituten wie Spitälern und Wohnheimen, die z.T. bis heute Liebfrauen angegliedert sind, sind insbesondere die Schulen zu nennen.

Erste bauliche Veränderungen in der Kirche erfolgten durch Anton Higi. 1922 erweiterte dieser die Orgelempore, und 1954/1955 ersetzte sein Sohn Karl Higi das neoromanische Pfarrhaus. 1980/1981 wurde die Liebfrauenkirche nach Plänen von Otto Glaus renoviert und eine Krypta erstellt. Dieser entfernte im Gotteshaus die beiden Seitenaltäre. Bei der Wiedereröffnung der Liebfrauenkirche schenkte das Kloster Einsiedeln der Pfarrei Reliquien der Stadtheiligen St. Felix und Regula. Eine Innenrenovation der Kirche erfolgte 2010/2011 durch die Architekten Staffelbach und Meier.

Architektur & Kunst

Die Liebfrauenkirche zählt als Nachbildung einer frühchristlichen Basilika zu den bedeutendsten und harmonischsten Bauten des Historismus in der Schweiz. Aus topografischen Gründen ist sie nicht geostet, sondern nach Norden ausgerichtet. Der südliche Eingang ist durch eine breite Vorhalle geschützt. Um die Apsis liegt ein geschlossener Chorumgang, der als Sakristei dient.

Das Innere ist durch Arkaden auf massiven Säulen sowie durch Lichtgaden rhythmisiert. Bei der Einsegnung der Kirche im Jahr 1894 war die Ausstattung noch recht karg. Die Wände waren zurückhaltend mit einfachen Ornamenten bemalt, und auf bunte Glasfenster hatte man verzichten müssen. Einzig das Gebälk des Dachstuhls war – nach dem Vorbild von S. Miniato al Monte, Florenz – farbig gefasst.

Dank Stiftungen und Legaten wurde die Einrichtung in den folgenden Jahrzehnten stückweise ergänzt, sodass vom 13. bis 15. Oktober 1907 die Weihe der Kirche und ihrer Altäre stattfinden konnte. Der damalige Hochaltar und die Kanzel wurden von August Hardegger entworfen. Der Chor war damals bereits mit Fresken und Mosaiken von Fritz Kunz ausgestaltet, im Langhaus kamen sie 1922/1923 dazu.

1981 erfolgte die Umgestaltung durch Otto Glaus. Die heutige Orgel erhielt die Liebfrauenkirche 1983. Das Schleifladen-Instrument von der Firma Kuhn verfügt über 51 Register auf drei Manualen und Pedal.