Zurich HeiligGeist

 

Exemplarisch zeigt die von Architekt Karl Higi errichtete Kirche Heilig Geist in Zürich-Höngg den sich wandelnden Baustil beim katholischen Kirchenbau: Einladend und doch bescheiden, gross und doch zurückhaltend steht das kirchliche Zentrum nahe am historischen Ortskern und bietet dank seines durchdachten Raumkonzepts Platz für ein vielfältiges Pfarreileben.

 

Titularfest Heilig Geist
Baujahr 1964
Architekt   Karl Higi 
Pfarreigrösse 6'100
Quartier 
Zürich-Höngg

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

1890 wurde das Dorf Höngg der neu gegründeten Pfarrei Heilig Kreuz Altstetten und 1935 der benachbarten Pfarrei Guthirt Wipkingen zugeteilt. Anlässlich der Benedizierung der ersten Heilig Geist-Kirche am 1. Oktober 1940 ernannte der Bischof Höngg zum Pfarrvikariat und am 13. Dezember 1942 zur selbständigen Pfarrei. Die erste Heilig-Geist-Kirche war sehr bescheiden - errichtet mit Geld, das während der Wirtschaftskrise mühsam zusammengetragen worden war. Geplant hatte die Kirche Anton Higi, die Ausführung oblag dem jungen Architekten Karl Strobel. Der Kirchenbau erfolgte zu Beginn des 2. Weltkriegs. Angesichts der Gewalt und des Elends beschlossen die Verantwortlichen, die Höngger Kirche dem Heiligen Geist zu weihen, in der Hoffnung, dass er den Hass befriede und die Not in der Welt beende.

In den 1950er und 1960er Jahren zeigte sich, dass die Kirche für die rasch grösser werdende Pfarrei viel zu klein war. Deshalb stimmte die Kirchgemeinde 1967 einem Neubauprojekt von Karl Higi zu, aber nur mit einer hauchdünnen Mehrheit. Kritik wurde an den allzu grossen Ausmassen der Kirche samt Parkhaus geübt. 1970 wurde ein redimensioniertes Projekt gutgeheissen und 1971–1973 realisiert. Am 2. September 1973 weihte Bischof Johannes Vonderach die Kirche samt Pfarreizentrum dem Heiligen Geist.

2004/2005 wurde das Zentrum durch Beat Kämpfen erneuert und erweitert. 2013 wurde das Kircheninnere von Mundy Nussbaumer und Toni Egloff neu gestaltet.

Aussenraum

Von aussen wirkt das Pfarreizentrum trotz seiner Grösse zurückhaltend und bescheiden, was durch das Fehlen eines weithin sichtbaren Kirchturms noch verstärkt wird. Durch den Verzicht auf architektonische Dominanz und durch die warme Farbgebung in Ocker erhielt der Kirchenbau einen einladenden Charakter. Als einzige Kirche im ganzen Kanton Zürich besitzt Heilig Geist einen Turm, der niedriger ist als das Kirchengebäude selbst. Auf dem Vorplatz zwischen dem Pfarrhaus und dem kirchlichen Zentrum steht ein Brunnen von Pierino Selmoni. Seit 2013 ist beim Eingang zum Zentrum die monumentale Heilig-Geist-Plastik von Hans Loretan angebracht, die 1990 für die Altarwand im Innern der Kirche gestaltet worden war.

Innenraum

Vom Pfarreizentrum führt eine breite Innentreppe zur Kirche in die obere Etage. Ein grosses, schlichtes Holzkreuz prägte ursprünglich den Chorbereich; es passte zum damaligen Altar samt Ambo. Paul Stöckli hatte verschiedene weitere Elemente der künstrelischen Ausstattung auf der Basis des Quadrates gestaltet. Im Laufe der Jahrzehnte wurden Stöcklis Kunstwerke schrittweise entfernt und durch andere ersetzt, sodass von der ursprünglichen Ausstattung, wie sie von Karl Higi und Paul Stöckli konzipiert worden war, nur mehr wenig erhalten geblieben ist.

In den 1980er Jahren schuf Hans Loretan ausser der grossen Heilig-Geist-Plastik, die anstatt des grossen Holzkreuzes an der Chorwand angebracht wurde, auch einen Kreuzweg aus Bronze-Reliefs, der sich im Umgang auf der Rückseite der Kirche befindet.

Bei der Harmonisierung des Innern 2013 durch Mundy Nussbaumer und Toni Egloff erhielt die Kirche eine neue Farbgebung, und der ursprüngliche Tabernakel wurde ersetzt. Als Besonderheit der Kirche Heilig Geist ist der Ambo als gleich grosser Tisch gestaltet wie der Altar.