Dübendorf MariaFrieden

 

Die Kirche Maria Frieden ist nicht nur die grösste Kirche, die von den erfolgreichen Architekten Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger gebaut wurde, sie gilt auch als deren harmonischster Sakralbau. Zur Wirkkraft der Kirche tragen besonders die monumentalen Glasgemälde von Paul Monnier bei. Max Spielmann schuf die Glasfenster im Längsschiff und gestaltete die ausdrucksstarke Marienkapelle.

 

Patrozinium   Muttergottes
Baujahr 1952
Architekten   Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger (Kirche), 
Walter Moser (Sanierung und Krypta) 
Pfarreigrösse 2'300 
Politische Gemeinde
Dübendorf

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte
1897 fand im Tanzsaal des Dübendorfer Restaurants „Kreuz“ der erste katholische Gottesdienst seit der Reformation statt. 1902 erwarben die Katholiken die Sennhütte an der Wilstrasse. Sie diente während 50 Jahren als Notkapelle. Erst rund 50 Jahre später, am 27. August 1950, erfolgte die Grundsteinlegung für die grosse heutige Kirche, die am 27. April 1952 von Bischof Caminada geweiht wurde. 1957 folgte der Bau des Pfarrhauses, und 1963 wurde der Turm vollendet.
1992 war das neue Pfarreizentrum bezugsbereit. 2003 wurde die Kirche durch Walter Moser gründlich renoviert und 2007 der ehemalige Pfarrsaal unter der Kirche von Josef Caminada zu einer Krypta umgestaltet.

Architektur
Die Kirche ist ein 45 m langer Bau mit basilikalem Grundriss. Die polygonale Apsis findet ihr Gegenstück in der ebenfalls polygonal gestalteten Eingangsfront, an der die Orgelempore angebracht ist. Der mit dem Kreuz fast 50 m hohe Kirchturm prägt die Stadtmitte von Dübendorf als markantes architektonisches Element. Das Gewölbe, dessen Höhenwirkung durch die niedrigen Seitenschiffe unterstrichen wird, weist eine Stichhöhe von 18 m auf. Nach Dreikönigen Zürich-Enge ist Maria Frieden die zweite katholische Kirche im Kanton, die den Stilprinzipien der Betongotik folgt. Vielleicht noch konsequenter als bei jener ist die Wand durchscheinend gestaltet und praktisch vollständig in Fenster aufgelöst. Die Tragfunktion wird von Pfeilern übernommen. Die grossen, 14 m hohen Fenster auf der Seite sind durch ein Masswerk gegliedert, das aus senkrechten und waagrechten Stäben besteht.
 
Glasfenster
Das bedeutendste Gestaltungselement des Innenraums sind sind die von Paul Monnier als Triptychon gestalteten Glasmosaiken im Chor sowie die Fensterrosette über der Orgelempore. Sie bestehen aus massiven Glasbrocken, was ihnen eine funkelnde Leuchtkraft verleiht.

Die mittleren drei Fenster im Chor bilden ein Triptychon. Zu Ehren Marias, der Kirchenpatronin, sind sie in Blautönen gehalte­n. Im Zentrum des mittleren Chorfensters steht die Maria in einer Mandorla. Ganz oben schwebt die Trinität in Gestalt von drei Personen, womit Jesus als Vollender des mit Jesaja Begonnenen erscheint. Das rechte Fenster ist als Sakramentsfenster der Gnade Gottes gestaltet und das linke stellt die Schöpfung dar. Zwei weitere Fenster im Chor schildern links Szenen aus dem Alten und rechts aus dem Neuen Testament. Als Gegenstück zu den 14 m hohen Chorfenstern befindet sich an der Eingangsfront über der Orgelempore die Rosette. In Anlehnung an das Tympanon gotischer Kathedralen thematisiert sie das Jüngste Gericht.

Die Fenster im Kirchenschiff wurden von Max Spielmann geschaffen. Sie zeigen die zwölf Apostel und wurden in einer zweiten Etappe der Kirchengestaltung zusammen mit Monniers viertem und fünftem Chorfenster 1969 eingesegnet.

Kunst & Orgeln
Wie die Glasfenster des Kirchenschiffs stammt auch das bronzene Hauptportal der Kirche von Max Spielmann. Ebenfalls von ihm gestaltet wurden das Kreuz mit Corpus im Chorraum sowie der Kreuzweg. Den Tabernakel schuf Willy Buck 1969; 1977 folgten vom gleichen Künstler der Ambo sowie der Taufbrunnen mit der daneben stehenden Josefstatue. Der grosse Altar aus Stein befindet sich heute wieder an der Chorwand, wo er bis zum II. Vatikanum gestanden hatte.

Die neue Hauptorgel stammt von Bernhardt Edskes; sie kam 2014 in die Kirche. Sie steht in der Tradition des barocken Orgelbauers Arp Schnitger und ist deshalb in besonderer Weise geeignet für die Aufführung der Musik von Johann Sebastian Bach und seiner Zeitgenossen. Um die Fensterrosette über der Empore nicht zu verdecken, ist die Orgel in zwei Teilen beidseitig davon aufgestellt. Seit 2012 ist im Chorraum eine weisse Orgel, die 1886 vom Slowenen Franc Goršič gebaut worden war.

Kapelle & Krypta
Die seitlich an die Kirchenfront angebaute Marienkapelle dient für Andachten und für das persönliche Gebet. Das Marienbildnis im Rosenhag sowie die beiden Kirchenfenster stammen von Max Spielmann. 2007 gestaltete Josef Caminada als eines seiner letzten Werke den früheren Pfarreisaal unter der Kirche in eine Krypta um.