Dielsdorf

 

In Dielsdorf steht eine der beiden Kirchen, die der Stararchitekt Justus Dahinden in seinem Heimatkanton Zürich erbaut hat. Die markante Gestaltung von St. Paulus mit zeltartigen Dächern prägt das Ortsbild und verweist auf den Kirchenpatron, der auf seinen Missionsreisen als Zeltmacher seinen Lebensunterhalt verdiente.

 

Patrozinium   Hl. Paulus
Baujahr 1962
Architekt   Justus Dahinden
Pfarreigrösse 4'900 
Politische Gemeinden 
Bachs, Dielsdorf, Neerach, Niederweningen,
Oberweningen, Regensberg, Schleinikon,
Schöfflisdorf, Steinmaur 

 

 




 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Die Katholiken von Dielsdorf wurden bis 1925 von der Pfarrei Bülach aus betreut, was für deren Kirchgang lange Wege bedeutete. Zwar fand am Bettag des Jahres 1896 im Restaurant „Sonne“ eine erste Messfeier mit rund 500 Besuchern statt, aber es gelang in der Folgezeit nicht, im Ort einen Raum für regelmässige Gottesdienste zu finden. Deshalb wurde 1925 die erste katholische Kirche im benachbarten Niederhasli errichtet. 1950 konnte in Dielsdorf der Baugrund für die heutige Kirche erworben werden. 1960 begann der Bau der Kirche St. Paulus, welche 1962 fertiggestellt wurde. Gleichzeitig verlegte man den Hauptsitz der Pfarrei von Niederhasli nach Dielsdorf; die Kapelle in Niederhasli blieb als zweiter Gottesdienstort erhalten. 1996 erhob der Bischof Niederhasli zu einer eigenen Pfarrei und trennte diese von Diel­sdorf ab.

Architektur & Kunst

Die Apostelgeschichte berichtet, dass Paulus das Handwerk des Zeltmachers als junger Mann erlernt und mit dieser Tätigkeit seinen Lebensunterhalt auf seinen Missionsreisen verdient hatte. Justus Dahinden griff bei der Gestaltung der Kirche das Leben und den Beruf des Hl. Paulus auf. Wenn man sich vom Ortszentrum der Kirche nähert, die sich an erhöhter Lage über dem Dorf erhebt, erinnert die Fassade mit ihrem Satteldach an ein Zelt. Um in die Kirche zu gelangen, steigt der Besucher über eine Aussentreppe zum Portal, das durch einen niederen, dunklen Vorraum in die hoch aufgerichtete Kirche hineinführt. Sowohl der Aufstieg über die Treppe als auch das Durchschreiten des Vorraumes sollen den Besucher vom Alltag weg in die sakrale Dimension der Kirche führen. ­­­

St. Paulus bildet einen ganzen Gebäudekomplex aus vier aneinandergefügten Baukörpern. Charakteristisch für alle ist, dass sie sich nach hinten verjüngen und auch die Dachfirste entsprechend an Höhe abnehmen. Damit wurde es möglich, das Kirchenschiff sozusagen in den Chorteil einzuschieben.  Durch den Zwischenraum fällt indirektes Tageslicht ein, der den Altarraum in helles, weiches Licht taucht.

Der Innenraum besitzt einen kreuzförmigen Grundriss. Die hoch aufragende Decke ist mit Lärchenholz verkleidet. Für praktisch alle übrigen Bauteile wurde Sichtbeton verwendet. Ebenfalls in Sichtbeton geschaffen sind die Symbole der zwölf Apostel auf den beiden Seiten des Kirchenschiffs sowie Altar, Ambo und der Tabernakel. An der Rückwand des Chors erhebt sich eine Christusfigur, die mit der Dornenkrone und den Nägeln in Händen und Füssen auf den Karfreitag verweist. An der rechten Seite des Altarraums befindet sich eine Marienstatue mit Jesuskind. Sie ist wie die Christusfigur ein Bronzeguss von Albert Wider.

Rechts an den Altarraum ist – unter einem eigenen Zeltdach – eine Werktagskapelle angebaut. Ihr Altar enthält ein Relief, das das Antlitz des Hl. Paulus, des Kirchenpatrons, zeigt, samt seinem Attribut, dem Schwert. Auf der anderen Seite führt eine Türe ins ehemalige Pfarrhaus, das den linken Seitenflügel der Kirche bildet. Seit 2012 steht daneben das Pfarreizentrum von Martin Ladner und Roland Meier.