Dietlikon

Die Kirche St. Michael wurde 1970 nordwestlich des Bahnhofs Dietlikon auf leicht erhöhtem Terrain errichtet. Trotz seiner Grösse verzichtet das Gotteshaus auf einen Turm, sodass die Kirche unaufdringlich mitten in einem Neubaugebiet steht. Das Innere wurde von Albert Wider als Gesamtkunstwerk gestaltet.

 

Patrozinium   Hl. Michael
Baujahr 1970
Architekt   Josef Marti 
Pfarreigrösse 4'300 
Politische Gemeinden 
Dietlikon, Wangen-Brüttisellen 

 

 



 


Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Der Aufbau einer eigenen Pfarrei in Dietlikon wurde nach dem 2. Weltkrieg angegangen, da der Ort verkehrstechnisch günstig zwischen Zürich und Winterthur liegt und sich in der Umgegend namhafte Firmen ansiedelten. 1964–1970 gewährte die reformierte Kirchgemeinde Dietlikon den Katholiken Gastrecht. 1964–1970 fand dort jeweils am Sonntagabend eine Messe statt. 1954 wurde südlich des Bahnhofs eine Parzelle gekauft, jedoch 1962 gegen ein besser geeignetes Grundstück eingetauscht. Das Gotteshaus wurde 1969/1970 nach der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der katholischen Kirche im Kanton Zürich durch Josef Marti errichtet und an Allerheiligen 1970 eingeweiht.

2000 erfolgte die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes, und 2005 wurde der Pfarrsaal erweitert sowie das Pfarreizentrum saniert. Letzteres ist im Souterrain gelegen; durch das Abtragen des umgebenden Erdreichs verwandelte es sich in einen einladenden, lichtdurchfluteten Begegnungsort.


Architektur & Kunst

Kirche, Pfarrhaus und Pfarreizentrum von St. Michael sind um einen Vorplatz angeordnet, dessen Mitte ein grosses Labyrinth ziert. In seinem Zentrum steht das Kreuz; es bildet den Anfang und das Ende des christlichen Lebensweges. Wie mehrere katholische Kirchen der 1960er und 70er Jahre basiert auch St. Michael auf einem quadratischen Grundriss, der jedoch in der Diagonale genutzt wird, sodass sich automatisch etwas wie ein Chorraum ergibt. Eine Besonderheit dieses Baues ist, dass Josef Marti in der hinteren Ecke einen L-förmigen Winkel aus dem Baukubus ausgeschnitten und den Altarraum praktisch ums gleiche Mass nach aussen erweitert hat. In die beiden schmalen Zwischenräume zwischen den zwei Mauerfluchten sind farbige Fenster eingelassen, durch die der Altarraum – für die meisten Gottesdienstbesucher unsichtbar – erleuchtet wird. Obwohl es sich bei St. Michael um einen wuchtigen Baukörper handelt, ist davon im Innern nur wenig zu spüren. Bewusst hatte Josef Marti bei dieser Kirche auf Monumentalität verzichtet und Wert darauf gelegt, dass sie auch für Vorträge, Diskussionen und musikalische Aufführungen genutzt werden kann.

Die Inneneinrichtung stammt praktisch in ihrer Gesamtheit von Albert Wider. Der Tabernakel wiederholt als Kubus die Raumgestalt der Kirche. Die Reliefs auf den vier Seiten zeigen Christus symbolisch als Sonne. Die monumentale Skulptur über dem Altarraum zeigt Christus bereits als österlich Auferstandener, der sich vom Kreuz abhebt und die versammelte Gemeinde segnet. 1976 kam als jüngstes Kunstwerk eine thronende Muttergottes hinzu. Auf ihrem Schoss grüsst das Jesuskind die Menschen und lächelt ihnen freundlich entgegen.
Die Glasfenster sind dem Erzengel Michael gewidmet. In Anlehnung an die Bücher Daniel und Offenbarung erinnern die Fenster daran, dass der Erzengel Michael als rettender Kämpfer für die Sache Gottes gilt.