Egg

 

St. Antonius in Egg ist nicht nur Pfarrkirche, sondern einer der beiden katholischen Wallfahrtsorte im reformierten Kanton Zürich. Die Kirche, in der der Hl. Antonius von Padua verehrt wird, wird heute jedes Jahr von ca. 20'000 Pilgern besucht. Der Ursprung der Wallfahrt nach Egg liegt in der wundersamen Heilung des ersten Pfarrers.

 

Patrozinium   Hl. Antonius von Padua
Baujahr 1921
Architekt   Joseph Löhlein
Pfarreigrösse 6'700
Politische Gemeinde 
Egg, Maur, Mönchaltorf, Oetwil a.S.  

 

 




 

Website der Pfarrei

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Geschichte

1921 wurde von der Pfarrei Uster aus die kleine Holzkirche in Egg errichtet und am 30. Oktober 1921 eingesegnet. 1925 wurde Egg zur Pfarrei erhoben und von Uster abgetrennt. Die aufkommende Wallfahrt sowie das Wachstum der Pfarrei führten zu verschiedenen baulichen Anpassungen. 1931 wurde für die Pilger ein St. Antoniusheim erstellt. 1933 entstand ein Haus für die Jugend, und man erweiterte die Kirche mit Glockenturm, Kapelle, Taufnische und einer Empore. 1939 folgte das Querschiff.

1987 wurde die Orgel (ein Instrument der Firma Späth) auf der Empore aufgestellt, und 1995 erbaute man das von Miroslav Šik entworfene Pfarreizentrum. 1995–1997 fand eine umfassende Sanierung der Kirche statt, und per 1. Oktober 2016 erhob der Bischof St. Antonius Egg und St. Franziskus Maur zum Seelsorgeraum.


Wallfahrt

Die Wallfahrt zum Hl. Antonius in Egg geht auf die wundersame Genesung von Anton Bolte, dem späteren Pfarrer der Gemeinde, im Jahr 1925 zurück. Er hatte von den Ärzten nur noch drei Jahre Lebenszeit prognostiziert bekommen. Pfarrer Bolte gelobte, dass er sich ganz für die Seelsorge nach dem Vorbild des Hl. Antonius sowie der Verehrung dieses Heiligen widmen würde, wenn ihm der Hl. Antonius dazu die Kraft verleihe. Entgegen der ärztlichen Prognose lebte Pfarrer Bolte weitaus länger, sodass er während 27 Jahren in Egg als Seelsorger tätig sein und die Wallfahrt zum Hl. Antonius in Egg begründen konnte. Die Nöte und Anliegen der katholischen Bevölkerung in den darauffolgenden Krisen- und Kriegsjahren förderten die Wallfahrt Egg, sodass diese stetig zunahm.

Zahlreiche Hochzeitspaare heirateten in Egg, um ihre Ehe unter den Schutz des Hl. Antonius zu stellen. Zahlreiche Votivtafeln, gestiftet als Dank für erhörte Gebete, zeugen von der Bedeutung der Kirche St. Antonius als Pilgerstätte. Ein erster Höhepunkt wurde 1933 mit 70'000 Besuchern erreicht, und fürs Jahr 1942 ist von 200'000 die Rede.


Architektur & Kunst

1921 war die aus Holz erbaute Kirche kleiner als heute und wies statt des Glockenturms lediglich einen Dachreiter auf. Als immer mehr Menschen nach Egg pilgerten, erweiterte man die Kirche. Zunächst wurde 1933 die Kapelle hinter dem Hochaltar, die Empore sowie die heutige Kerzennische als Taufnische dazu gebaut und links der Kirche ein Glockenturm errichtet. 1939 folgte der Anbau des Querschiffs.

Der Hauptaltar ist dem Kirchenpatron, dem Hl. Antonius von Padua, geweiht. Der linke Seitenaltar wurde der Muttergottes, der rechte dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. Die Malereien im Chorbogen und Chor stellen die himmlische Liturgie dar, wie sie in der Offenbarung beschrieben wird. Die Bilder an der Decke des Querschiffs sowie die Glasfenster beim Taufstein wurden 1996 von Pater Karl Stadler vom Kloster Engelberg gestaltet. Während die Glasfenster das Meditationsbild des Hl. Bruder Klaus zeigen, thematisieren die Deckengemälde im Querschiff die Wallfahrt als Sinnbild für den menschlichen Lebensweg.