Affoltern aA

 

In Affoltern schuf Architekt Willi Egli nach Christkönig Kloten seine zweite katholische Kirche im Kanton Zürich. Die moderne Kirche, die in zeitgemässer Formensprache die monastische Architektur neu aufgreift, könnte darüber hinwegtäuschen, dass Affoltern die älteste Pfarrei des Knonauer Amts ist, deren Anfänge bereits auf das Jahr 1887 zurückgehen.

 

Patrozinium   Hl. Josef
Baujahr 1982
Architekt   Willi Egli 
Pfarreigrösse 6'600 
Politische Gemeinden 

Aeugst. a.A., Affoltern a.A., 
Hedingen, Obfelden und Ottenbach 

 

 




 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Um den Katholiken, die wegen der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert ins Knonauer Amt einwanderten, eine spirituelle Heimat zu bieten, eröffnete die Inländische Mission 1887 in Affoltern eine Seelsorgestelle. Schon 1892 konnte eine stolze neogotische Kirche errichtet werden. Diese Kirche befand sich auf dem Baugrund, auf dem auch die heutige Kirche St. Josef steht, in unmittelbarer Nähe der Geleise und des Bahnhofs. Bischof Georg Schmid von Grüneck weihte das fertiggestellte, schuldenfreie Gotteshaus am 10. Juni 1910 feierlich ein.
Nach der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der katholischen Kirche 1963 und dem Landkauf eines Nachbargrundstücks mehrten sich die Stimmen, die nicht nur ein Pfarreizentrum, sondern auch gleich noch eine neue Kirche errichten wollten.

Vergeblich versuchte die kantonale Baudirektion, das neogotische Gotteshaus durch Unterschutzstellung vor dem Abbruch zu retten. Am 9. April 1981 wurde die alte Kirche samt Pfarrhaus gesprengt. Am 15. August erfolgte die Grundsteinlegung für das heutige Kirchenzentrum, das Willi Egli 1981–1983 realisierte. Am 9. April 1983 weihte Bischof Johannes Vonderach das neue Gotteshaus ein.

Architektur & Kunst

St. Josef wurde im modernen Stil, aber auch mit Anlehnungen an mittelalterliche Klosterbauten gestaltet. So laufen die Wege, die den Besucher aus unterschiedlichen Richtungen zur Kirche hinführen, zunächst im ruhigen Innenhof zusammen. Bei schlechtem Wetter bietet sich anstelle des Innenhofs das Foyer als Begegnungsort an. Über dem nordwestlichen Zugang des Gebäudeensembles wird ein Tor angedeutet, in dem hoch oben eine der historischen Glocken des Vorgängerbaus aufgehängt ist. Dem Zeitgeschmack folgend, verzichtet St. Josef auf einen weithin sichtbaren Glockenturm.

Im Inneren des Gotteshauses fällt der Boden zum Chor hin leicht ab, sodass sämtliche Besucher eine gute Sicht auf die liturgischen Orte haben. Die originelle Dachkonstruktion verleiht dem Innenraum eine charakteristische Gestalt. Ein hoher Lichtgaden leitet das Tageslicht in die Kirche. An der tiefsten Stelle des Raumes ist der Taufstein aufgestellt; dahinter erhebt sich der Altarraum, der von einer gerundeten Chorwand abgeschlossen wird.

Hinten schirmt eine Art Lettner die Andachtsecke zum Hauptraum ab, lässt aber umgekehrt den Blick auf den Kreuzweg zu, der aus dem Vorgängerbau übernommen wurde. Am Lettner sind eine Muttergottesstatue und ein zeitgenössisches Relief des Kirchenpatrons
St. Josef angebracht.