Baeretswil

 

Selbstbewusst steht die moderne Kirche Bruder Klaus, geschaffen aus hellem Backstein, an erhöhter Lage unweit des Ortskerns von Bäretswil. Mit ihrem jüngsten Sakralbau zeigen die Architekten Felix Loetscher und Robert Tanner, wie man auch ein kleineres Gotteshaus mit klaren Formen zu einem markanten Gebäude formen kann.

 

Patrozinium   Hl. Bruder Klaus
Baujahr 1990
Architekt   Felix Loetscher und Robert Tanner 
Pfarreigrösse 2'300 
Politische Gemeinden 
Bauma, Bäretswil und Fischenthal 

 

 




 

Website des Pfarr-Rektorats

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein lebten in Bäretswil nur wenige Katholiken. 1930 zählte man im Ort lediglich 257 Katholiken. Diese Zahl verdoppelte sich für kurze Zeit, als die Schweizer Armee während des 2. Weltkriegs über 200 französische Soldaten internierte. Als die internierten französischen Soldaten 1941 verlegt wurden, wünschten sich die Bäretswiler eine Fortführung der Gottesdienste vor Ort. Deshalb zog Pfarrer Carl Engesser nach Bäretswil, der aus Protest gegen den Nationalsozialismus Deutschland verlassen hatte. Er bettelte inmitten des 2. Weltkriegs das Geld für eine erste Kirche zusammen. Im Herbst 1942 konnte ein Grundstück erworben werden, und der bekannte Architekt Adolf Gaudy entwarf ein kleines Gotteshaus. Aus finanziellen Gründen realisierte man jedoch nur den Pfarreisaal. Im Juli 1943 weihte man ihn dem Bruder Klaus, dem Friedensstifter der Alten Eidgenossenschaft.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich Bäretswil zu einem Pendlerdorf mit stetig wachsender Einwohnerzahl. Nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung der Kantonalkirche konnte schliesslich 1989-1990 der heutige Kirchenbau von Felix Loetscher und Robert Tanner realisiert werden. Am 9. Dezember 1990 weihte Bischof Johannes Vonderach das Gotteshaus feierlich ein.

Architektur & Kunst

Auf leicht erhöhtem Terrain erhebt sich die Kirche mit ihrem hellen Mauerwerk und wird von einem Pultdach abgeschlossen. Die Steine beim Eingang erinnern den Besucher an die wilde Ranftschlucht, in der sich die Klause des Bruder Klaus befunden hatte. Anders als etliche Sakralbauten aus den vorangegangenen Jahren besitzt das Bäretswiler Gotteshaus einen gut sichtbaren Glockenturm, der auf den kirchlichen Charakter des Gebäudes verweist und ein vierstimmiges Geläut erklingen lässt.

Das Innere der Kirche wird geprägt von Holzpfeilern und einer Föhrenholzdecke, die ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Die liturgischen Orte bestehen aus Glarner Marmor und wurden nach Entwürfen der Architekten gestaltet. Kreuz, Marienstatue und Bruder-Klaus-Skulptur unterstreichen den sakralen Charakter des Raums. Beachtung verdient das fünfteilige Glasfenster. Es wurde von Johann Jakob Zemp geschaffen und zeigt das Meditationsrad des Bruder Klaus und erinnert an dessen Worte: „Gott ist die Mitte, zu jeder Zeit, zu allen Zeiten, auf allen Wegen, im Auf und Ab eines jeden Menschenlebens.“ Die Orgel stammt aus der Werkstatt der Firma Graf.