Birmensdorf

 

Wie die mittelalterliche Kirche von Birmensdorf, so ist auch das heutige katholische Gotteshaus dem Hl. Martin von Tours geweiht, der mit dem Teilen seines Mantels nicht nur einen Bettler vor der Kälte bewahrte, sondern auch uns Menschen von heute zur Solidarität und Nächstenliebe ermahnt.

 

Patrozinium   Hl. Martin von Tours
Baujahr 1977
Architekt   Walter Moser 
Pfarreigrösse 3'100 
Politische Gemeinden 
Aesch, Birmensdorf und Uitikon 

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte
Die ersten Katholiken, die im 19. Jahrhundert in Birmensdorf sesshaft geworden waren, konnten in Dietikon den Gottesdienst besuchen. Als 1900 die Kirche Heilig Kreuz in Altstetten errichtet wurde, kümmerten sich deren Geistliche auch um die zahlreicher werdenden Katholiken von Birmensdorf, Uitikon und Aesch. 1929 wurde ein Baugrund erworben, auf dem noch im gleichen Jahr am 11. November, dem Gedenktag des Hl. Martin, eine erste Kirche eingesegnet wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg zeichnete sich ab, dass ein Neubau der Kirche samt Räumen für das Gemeindeleben nötig wurde. Die 1958 gegründete Pfarrkirchenstiftung konnte im Mai desselben Jahres das an das Gotteshaus angrenzende Grundstück erwerben.

1962 wurde ein erstes Projekt ausgearbeitet, das aber in der Gemeinde zu wenig Anklang fand. 1972 genehmigte die Kirchgemeindeversammlung die Planung eines zweiten Projektes. Beim Architekturwettbewerb konnte sich Walter Moser durchsetzen. 1976-1977 wurde St. Martin samt Pfarrhaus und Pfarreizentrum errichtet. Am 30. Oktober 1977 weihte Bischof Johannes Vonderach das Gotteshaus feierlich ein.

Architektur
Walter Moser hatte seinem Projekt den finnischen Namen «Ritilä» gegeben. In Finnland hatte er einige Zeit beim Stararchitekten Alvar Aalto gearbeitet, dessen Ideen ihn nachhaltig beeinflussten. Charakteristisch für St. Martin ist die Gestaltung des Innenraumes in béton brut. Dem Geschmack der Zeit entsprechend ist die Kirche samt Pfarreizentrum zurückhaltend errichtet worden und fügt sich – abgesehen von ihrer Farbgebung in verschiedenen Rottönen – unauffällig in die Bauten des Quartiers ein. Lediglich der Turm verrät, dass es sich beim Gebäude um eine Kirche handelt.

«Ritilä» heisst auf Deutsch Netz oder Rost. bezieht sich auf die auffällige Gestaltung der Kirchendecke, die von einer netzartigen Struktur geprägt wird und trotz ihrer massiven Betonbauweise über dem Raum zu schweben scheint. Das Licht dringt über verdeckte Fenster zwischen Decke und Wand in den Raum. Die Bänke gruppieren sich im Halbkreis um den Altarraum. Die liturgische Ausstattung wurde von Alfred Huber mehrheitlich aus Cristallina-Marmor geschaffen. Christus-Symbole schmücken den Altar auf allen vier Seiten. Rechts vom Altar befindet sich der hellblau leuchtende Tabernakel, der mit emaillierten Eucharistie-Symbolen besetzt ist. Seitlich vom Altarraum ist der Taufstein aufgestellt. Alfred Huber schuf den Ambo bewusst aus einem leichter wirkenden Material als den Altar, nämlich aus Argentana, einer silberartigen Gusslegierung. Auch die Muttergottes ist aus diesem Material gestaltet.