Bonstetten

 

Der Neubau von St. Mauritius hatte sich schon Jahre vorher abgezeichnet. Deshalb hatte man den Glockenturm 2005 bewusst etwas abseits vom in die Jahre gekommenen Gotteshaus erstellt. Dank dieser Weitsicht konnte der Turm beim Bau der heutigen Kirche problemlos an seinen heutigen Standort versetzt und erhöht werden, sodass er gut auch zum Kirchenbau von 2016 passt.

 

Patrozinium   Hl. Mauritius
Baujahr 2016
Architekt   Christoph Ramser und Raphael Schmid 
Pfarreigrösse 3'600 
Politische Gemeinden 
Bonstetten, Stallikon und Wettswil a.A. 

 

 




 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Als nach dem 2. Weltkrieg immer mehr Ka­tholiken in die Gemeinden Bonstetten, Stallikon und Wettswil zogen, kam der Wunsch nach einem eigenen kirchlichen Zentrum auf. 1959 konnten die Katholiken das Restaurant «Zum Bahnhof» in Bonstetten erwerben. 1965 wurde der Saal in eine Kapelle umgebaut. 1982 erfolgte ein weiterer Umbau, der dem Raum einen sakraleren Charakter verlieh. Ein Drittel des Areals behielt die Stiftung für ein Pfarreizentrum samt Kirche; zwei Drittel wurden im Baurecht abgetreten, sodass nebenan 45 Wohnungen realisiert werden konnten.

2008 wurde für den Bau des kirchlichen Zentrums ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Christoph Ramser und Raphael Schmid für sich entscheiden konnten. Ein Drittel des Areals behielt die Stiftung für ein Pfarreizentrum samt Kirche; zwei Drittel wurden im Baurecht abgetreten, sodass nebenan 45 Wohnungen realisiert werden konnten. Am 10. Februar 2015 erfolgte der erste Spatenstich sowie die Weihe des Grundsteins. Für die neue Kirche wurde der 2005 errichtete Glockenturm um 20 Meter versetzt und um ein Segment erhöht, sodass er zu den Proportionen der neuen Bauten passt. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das Gotteshaus am 5. Juni 2016 von Bischof Vitus Huonder eingeweiht.


Architektur & Kunst

Zum Bahnhof hin in kubischen Formen gestaltet, besteht der östliche Teil der Kirche, in dem der Chor eingebaut ist, aus abgewinkelten Fassadenteilen, die durch eine Art Masswerk miteinander verbunden sind. Durch ein Portal gelangt der Besucher vom Vorplatz ins Foyer, in dem zwei Kunstwerke von Luke Gasser angebracht sind: An der Wand gegenüber dem Portal empfängt ein Kruzifix den Besucher. Gebildet wird es aus zehn Elementen, die auf Gottes Wirken im Neuen Testament verweisen. Links neben dem Kreuz sind vier Bronzetafeln angebracht, auf denen der Patron der Kirche, der Hl. Mauritius, die Muttergottes mit dem Jesuskind sowie ein Engel dargestellt sind.

Durch eine Glastür gelangt der Besucher ins Innere des Gotteshauses, das durch den polygonalen Grundriss und die zum Altarraum treppenartig aufsteigenden Fensterflächen bestimmt wird. Die Dachkonstruktion wird von Wandstützen getragen, die an Baumstämme erinnern. Die Bänke und Stühle sind im Halbkreis auf den geosteten Altarraum ausgerichtet, der durch drei Stufen vom übrigen Kirchenraum abgehoben ist. Luke Gasser schuf die Elemente des Altarraums aus Pappelholz und Stein. An der Wand links erzählen die 14 Kreuzwegstationen vom Leidensweg Christi, auf den an der Chorwand ein Holzkreuz mit stilisiertem Corpus folgt. Als Ewiges Licht dient ein Bergkristall, der von unten erleuchtet wird. Unter dem Kreuz an der Wand ist auf einer hölzernen Stele der Tabernakel aufgestellt, der aus Bronze geschaffen wurde. Die Orgel aus der Vorgängerkirche ­wurde von Armin Hauser 1998 in Anlehnung an barocke Vorbilder erbaut.