Geroldswil

 

Architekt Walter Moser, der in seiner mehr als 50-jährigen Karriere 17 Kirchen neu bauen und zahlreiche bedeutende Sakralbauten sanieren konnte, schuf mit dem Pfarreizentrum St. Johannes nicht nur eine originelle Kirche, sondern leistete damit auch seinen Beitrag zur neu gestalteten Ortsmitte von Geroldswil.

 

Patrozinium   Hl. Johannes der Täufer
Baujahr 1971
Architekt   Walter Moser 
Pfarreigrösse 3'700
Politische Gemeinden  
Geroldswil, Oetwil a.d.L., Weiningen

 

 




 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Oetwil an der Limmat und Geroldswil gehörten bis 1972 zur Pfarrei Dietikon, die mit ihren damals 15'000 Mitgliedern eine der grössten der ganzen Schweiz war. Um die Seelsorge vor Ort zu gewährleisten, wurde die Pfarrei St. Johannes in Geroldswil gegründet. Ein glücklicher Umstand war, dass die Planung der Kirche mit der Neugestaltung der Ortsmitte von Geroldswil zusammenfiel. Als Architekt wurde Walter Moser beauftragt.  Den Grundstein legte Bischof Johannes Vonderach am 27. Juni 1971. Am 3. September 1972 weihte Bischof Johannes Vonderach die Kirche und erhob Geroldswil zu einer eigenständigen Pfarrei. Die Kirche wurde 2007 durch Felix Stemmle umfassend renoviert.

 

Architektur & Kunst

Über eine Freitreppe gelangt man von der tiefer gelegenen Strasse auf den in den 1970er Jahren neu geschaffenen Gemeindeplatz. Die katholische Kirche befindet sich inmitten dieses Zentrums. Von der Architektur her ist ihre sakrale Funktion kaum erkennbar: Die Gestaltung der Wände und Fenster sowie der Laubengänge und Vordächer im Parterre unterscheidet sich weder in Form noch im Material wesentlich von ihrer Umgebung. Ein klares kirchliches Signal sendet jedoch der Dachreiter mit Kreuz.

Der Kirchenraum ist ein längsrechteckiger Betonbau, dessen hinterer Raumteil durch eine im Boden eingelassene Trennwand bei kleineren Gottesdiensten abgeteilt werden kann. Das Tageslicht dringt durch ein längsmittiges Oberlicht in den Raum. Wie schon beim Äussern dominiert formal das nüchterne Rechteck. Auch der erhöhte Altarbereich ist streng rechtwinklig, und das Kreuz an der Wand ist auf das absolute Minimum reduziert. Volksaltar und Ambo sind aus Holz gefertigt, und im beleuchteten Inneren des Tabernakels ist das Ziborium als Zeichen der Realpräsenz Gottes sichtbar.

Kunsthistorisch bedeutsam ist die St. Johannes-Figur. Diese mittelalterliche Statue des Kirchenpatrons stammt aus der Kirche von Würenlos, zu der bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch Unter-Oetwil gehört hatte. Die Kirchenstiftung von Geroldswil vereinbarte mit der Kirchgemeinde Würenlos 2010, dass die Statue auf unbestimmte Zeit in der Kirche St. Johannes bleiben kann.