Greifensee

 

Mitten im historischen Städtchen Greifensee steht die «Lìmi», eine alte Leimsiederei, in die 1984-1985 die katholische Kirche Johannes XXIII. samt Pfarreizentrum eingebaut wurde. Äusserlich hat das Gebäude sein historisches Aussehen behalten und ist kaum als Sakralbau zu erkennen; das Innere dagegen wurde modern gestaltet und besitzt im oberen Stock einen ansprechenden Gottesdienstsaal.

 

Patrozinium   Hl. Johannes XXIII.
Baujahr 1985
Architekt   unbekannt 
Pfarreigrösse 1'300 
Politische Gemeinde 
Greifensee (mit Nänikon und Werrikon)

 

 




 

Website des Pfarr-Rektorats

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Greifensee behielt bis ins 20. Jahrhundert seinen Charakter als historisches Landstädtchen mit alteingesessener reformierter Bevölkerung. Als aber im Ort selber wie auch im nördlich gelegenen Nänikon in den 1960er Jahren eine rege Bautätigkeit einsetzte, erhöhte sich auch in Greifensee die Anzahl katholischer Einwohner. Engagierte, progressive Katholiken begannen 1969 ein eigenständiges Pfarreileben vor Ort zu entwickeln. 1974 ernannte Bischof Johannes Vonderach Greifensee zum Pfarrrektorat der neu erstandenen Pfarrei Bruder Klaus Volketswil. Die Benennung der Greifenseer Kirche nach Papst Johannes XXIII., der das II. Vatikanum initiiert hatte, aber noch nicht heiliggesprochen war, zeugt von der damaligen Aufbruchsstimmung.

Architektur & Kunst

Im Gegensatz zu traditionellen Kirchen ist der Boden des Gottesdienstraums ohne erhöhten Altarbereich gestaltet. Die liturgischen Orte wurden von Primo Lorenzetti geschaffen, der mit der Formgebung, der Wahl der Holzarten und der darin eingearbeiteten Symbolik ein Gesamtkunstwerk eigener Prägung schuf. Der Altar wurde als Abendmahlstisch gestaltet und ist wie der Ambo und der Tabernakel aus zwei Holzarten gefertigt: Die senkrechten Teile sind aus Ulmenholz, die waagerechten Teile aus Esche. Der Tabernakel wurde aus einem Holzblock mit Blockintarsien geschnitten: Verschiedene Hölzer formen ein Bild, das auf die geweihten Hostien im Innern des Tabernakels verweist und an das Radbild von Bruder Klaus erinnert. Das Ewige Licht besteht aus einem Kugelgefäss, welches von einem Kubus umfasst wird. Das Motto des Gemeindelebens aus dem Galaterbrief (Gal 5, 13) ist an der Wand über dem Altarbezirk zu lesen: „Ihr seid zur Freiheit berufen – nutzt sie zum Dienste und zur Liebe untereinander.“