Die Herz Jesu-Kirche von Hausen am Albis ist architektonisch originell konzipiert. Als Besonderheit besitzt sie eine der ältesten Glocken des ganzen Kantons. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1499 und konnte 1905 nur knapp vor dem Einschmelzen gerettet werden, als die reformierte Kirche des Orts ein neues Geläut erhielt.

 

Titularfest Herz Jesu
Baujahr 1977
Architekt   Albert Müller 
Pfarreigrösse 1'500 
Politische Gemeinden 
Hausen a.A., Kappel a.A. und Rifferswil

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

Zwischen 1897 und 1910 lasen Kapuziner aus Zug für die damals rund 300 Katholiken des Oberamts in einem Wirtshaus in Rifferswil die Messe. 1908 kauften die Katholiken in Hausen einen Bauplatz für eine erste kleine Kirche. Als am 6. November 1910 die Herz Jesu-Kapelle eingesegnet wurde – ihr Bau war massgeblich durch Spenden der Inländischen Mission finanziert worden –, verlegte man die Seelsorge von Rifferswil nach Hausen. 1922 ernannte der Bischof Hausen zur eigenständigen Pfarrei.

Als nach dem 2. Weltkrieg die Anzahl der Katholiken stetig wuchs, drängte sich ein Neubau der in die Jahre gekommenen kleinen Kirche auf. 1971 wurde hierfür im Bifang das Areal einer Gärtnerei erworben. 1976-1977 errichtete Albert Müller das Gotteshaus samt Pfarreizentrum und Pfarrhaus. Am 9. Oktober 1977 weihte Bischof Johannes Vonderach die Kirche feierlich ein.

Architektur & Kunst

Die Kirche Herz Jesu liegt am südlichen Rand des Ortskerns. Zwei quadratische, mit entgegengesetzt diagonal verlaufenden Giebeldächern versehene Baukuben bergen in sich die Kirche samt Pfarreizentrum und Pfarrhaus. Zwischen den beiden Gebäuden befindet sich ein Vorhof.

Beim Äusseren des Gebäudes beschränkte sich Albert Müller auf verputzte und im Backsteinton gestrichene Mauerflächen sowie mit Kupfer verkleidete Dachgesimse, Sturzpartien und Fenster. Die Dachflächen sind mit Eternitschiefer gedeckt und im Innern mit Fastäfer verkleidet.

Über das Foyer gelangt der Besucher in das Kircheninnere. Der Grundriss ist fünfeckig und schart die Gläubigen im Halbkreis um den Altarbezirk. An der östlichen Rückwand ist die Orgel aufgestellt, die 1977 von Armin Hauser erbaut wurde. Über dem Altarbezirk sind vier Glasfenster eingebaut, welche von Dea Murk gestaltet wurden. Vor der Altarwand, welche den Altarbezirk rechtwinklig abschliesst, stehen Ambo, Altar und der Tabernakel. Sie wurden aus massivem Eichenholz von der ortsansässigen Künstlerin Ursula Seleger-Hansen gestaltet. Der Taufstein sowie der Grundstein der Kirche stammen von Josef von Wyl.


Glocken

Der Kirchturm birgt ein dreistimmiges Geläut, dessen älteste Glocke Beachtung verdient: Sie ist der Muttergottes geweiht und wurde 1499 – also noch vor der Reformation – vom Giesser Hans I. Füssli geschaffen. Bis 1905 hatte sie in der reformieren Kirche des Ortes gehangen und wäre beinahe zusammen mit dem restlichen Geläute eingeschmolzen worden. Der Seidenfabrikant Zürrer rettete die Marienglocke, indem er sie der Glockengiesserei abkaufte und den Katholiken für die noch zu erbauende katholische Kirche von Hausen schenkte.