Hinwil

 

Wer die Liebfrauenkirche in Hinwil besucht, erkennt kaum, dass dieses Gotteshaus ursprünglich den katholischen Kirchen von Wetzikon und Wald glich, die kurz danach vom gleichen Architekten Josef Steiner errichtet wurden – der Umbau von Walter Bosshart und Josef Caminada in den 1970er Jahren hat die traditionelle neoromanische Kirche in einen modernen Sakralbau verwandelt.

 

Patrozinium   Muttergottes
Baujahr 1920
Architekt   Josef Steiner
Pfarreigrösse 2'700 
Politische Gemeinde 
Hinwil

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

Bis zum Ende des 1. Weltkriegs mussten die Hinwiler Katholiken in die benachbarten Pfarreien gehen, um eine Messfeier besuchen zu können. Ein Grossteil der Hinwiler Katholiken bevorzugte die Dreifaltigkeitskirche Dürnten. Der dortige «Bettelprälat» Franz Höfliger und das Ehepaar Camenisch, welches in Hinwil eine Druckerei betrieb, waren die treibenden Kräfte beim Aufbau der Pfarrei Hinwil.

Ein zunächst angemietetes Lokal in der Nähe des Bahnhofs erwies sich jedoch bald  als zu klein. 1919 wurde beim Bahnhof eine Parzelle für den Kirchenbau erworben und durch Zukauf einer zweiten erweitert. Nachdem Hinwil am 5. Oktober 1919 zur Pfarrei ernannt worden war, erfolgte am 4. Juli 1920 die Grundsteinlegung. Am 12. Dezember 1920 wurde die Kirche, noch im Rohbau, eingesegnet. Die festliche Weihe erfolgte 1927.

Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche 1978, als sie zu klein geworden war, aber nicht durch einen Neubau ersetzt, sondern durch Walter Bosshart und Josef Caminada nach damals aktuellen Gesichtspunkten umgestaltet wurde. 1989 kam das Pfarreizentrum hinzu.


Architektur & Kunst

Die Liebfrauenkirche war ursprünglich ein schlichtes einschiffiges Gotteshaus, geprägt durch neoromanische Stilelemente wie Rundbogenfenster und einem offenen Dachstuhl sowie durch Anlehnungen an den Heimatstil, eine bescheidene Variante der dreischiffigen Schwesterkirchen in Wetzikon und Wald.

Der Umbau von 1977/1978 liessen fast alle Merkmale der ursprünglichen Anlage verschwinden. Deshalb wurde der Altarraum an die einstige Längswand der Kirche versetzt. Die Gläubigen werden nun im Halbkreis um die Altarinsel gruppiert, wodurch sie sich auch räumlich näher am liturgischen Geschehen befinden. Das Dach des „Seitenschiffs“ wird durch auskragende Pfeiler aus Beton getragen, die auch den Dachstuhl des ursprünglichen Baus stützen. Der Altarraum befindet sich neu an der Längswand beim Turm und wird hinten durch eine breit geschwungene, halbrunde Chorwand abgeschlossen. Die Umgestaltung von Liebfrauen betraf natürlich auch das Äussere. Besonders auffällig sind die rhombischen Fenster im Erweiterungsbau, die ihr Pendant in den Schallöffnungen des Turmes finden und als Zacken der Krone der Kirchenpatronin, der Muttergottes, interpretiert werden können.

Der Altar selber ist geprägt von einer durchgehenden Symbolik: Die runde Tischplatte steht für die Gemeinschaft der Gottesdienstgemeinde, aber auch für die Ewigkeit. Die drei Füsse, auf denen sie ruht, weisen auf die Trinität hin, und das Dreieck, das sie zeichnen, ist ebenfalls ein Symbol für Gott. Der Chorbogen endet in der Mitte der hinteren Wand und geht über in zwei neue Wandelemente. Dazwischen ist eine Pforte offen gelassen, die flankiert ist vom Tabernakel und vom Ewigen Licht. Das Vortragkreuz ist wie der Tabernakel aus Schmiedeeisen und Feueremail gestaltet. Im Innern des Turmes sind Elemente der ursprünglichen Gestaltung der Kirche erhalten: unten die Marienkapelle und im Raum darüber Votivtafeln sowie andere Gegenstände aus der Zeit, als Hinwil ein Wallfahrtsort zur Lieben Frau war.