IllnauEffretikon

 

Die Kirche St. Martin in Illnau-Effretikon ist eine der wenigen katholischen Kirchen im Kanton Zürich, deren Vorgängerbauten erhalten geblieben sind: Die 1928 benedizierte Kirche St. Josef in Lindau-Grafstal und die 1963 erstellte Notkirche von Illnau-Effretikon, die heute als Saal unter dem Pfarrsekretariat Verwendung findet. Das Innere der Kirche St. Martin überzeugt durch ihre architektonische Gestalt sowie durch ihre künstlerische Ausstattung.

 

Patrozinium   Hl. Martin von Tours
Baujahr 1983
Architekten   Richard Krieg, Fuchs und Moos 
Pfarreigrösse 5'600 
Politische Gemeinden 
Brütten, Illnau-Effrektikon (ohne Gemeindeteil Kyburg),
Lindau 

 

 




 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Bevor das Pfarreizentrum St. Martin in Illnau-Effretikon entstand, war St. Josef in Lindau-Grafstal der Mittelp­­unkt der Pfarrei, da dort wegen der Maggi-Fabrik viele katholische Arbeiter lebten. Aber auch in Illnau-Effretikon gab es schon früh den Wunsch nach einer eigenen Kirche, weshalb bereits 1934 auf dem Rebbuck das Land für den Bau eines Gotteshauses erworben wurde. Als die reformierte Kirchgemeinde nach dem 2. Weltkrieg ihrerseits einen Standort für eine neue Kirche suchte, kam man zur Ansicht, eine auf einem Hügel gelegene, weithin sichtbare katholische Kirche passe nicht ins traditionell reformierte Illnau-Effretikon.  So fand am 3. November 1954 ein Landtausch statt, durch den die Katholiken das Land erhielten, auf dem heute die Kirche St. Martin steht.

1955 wurde eine Stiftung für den Bau des Gotteshauses gergründet. Den Architekturwettbewerb gewann Karl Higi. Da noch nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stangen, baute Richard Krieg zunächst eine solide Notkriche, die später als Pfarreisaal dienen sollte. Nachdem am 22. Dezember 1963 Generalvikar Alfred Teobaldi das provisorische Gotteshaus benediziert hatte, wurden die Pfarreirechte von Lindau-Grafstal nach Illnau-Effretikon übertragen.

1971 erstellte Richard Krieg zwei Projektstudien, welche die Gestaltungsmöglichkeiten mit oder ohne Erhalt der Notkirche aufzeigten. Einen erneuten Architekturwettbewerb 1975 konnte wiederum Karl Higi für sich entscheiden. Nach der weiteren Ausarbeitung erhielten jedoch die lokalen Architekten Fuchs und Moos den Zuschlag, sodass die Kirche samt Pfarreizentrum nach ihren Plänen 1981-1983 errichtet wurde. Am 26. Juni 1983 weihte Bischof Johannes Vonderach das Gotteshaus ein.


Architektur & Kunst

St. Martin erhebt sich auf steil abfallendem Terrain, sodass das Gebäude eine stattliche Höhe erreicht. Die Kirche, die auf das bestehende Pfarreizentrum aufgestockt wurde, ist von der oberen Strasse dennoch fast ebenerdig zu erreichen. Dem Geschmack der 1970er und 1980er Jahre entsprechend wurde das Äussere des kirchlichen Zentrums zurückhaltend gestaltet, damit es trotz seiner Grösse das Ortsbild nur wenig prägt. Der Glockenträger überragt das Dach der Kirche nur wenig.

Im Gegensatz zur dezenten Gestaltung des Äusseren ist der Innenraum architektonisch markant gestaltet. Das Holz, aus dem die Decke und die Bänke geschaffen sind, gibt dem Raum Wärme und Freundlichkeit. Die Bänke sind im Halbkreis um den Altarraum gruppiert. Die Buntglasfenster von Jost Blöchlinger greifen das Thema Feuer auf. Als Besonderheit besitzt die Chorwand ein grosses und doch schmales Glasfenster in Form eines Kreuzes, sodass die versammelte Gemeinde stets auf die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens ausgerichtet ist.