Kleinandelfingen

 

Die Kirche von Kleinandelfingen hat ein aussergewöhnliches Patrozinium: Sie ist den Hll. Plazidus und Sigisbert geweiht, die im 8. Jahrhundert das Kloster Disentis gegründet hatten. Mittelalterliche Beziehungen zwischen Disentis und Andelfingen hatten zur Folge, dass schon die vorreformatorische Kirche diesen beiden Heiligen geweiht war; das heutige Gotteshaus der Katholiken führt diese Tradition fort.

 

Patrozinium   Hl. Placidus und Sigisbert
Baujahr 1990
Architekt   unbekannt 
Grösse des Seelsorgeraums 4'098 
Politische Gemeinden 
Adlikon, Andelfingen, Benken, Dachsen,
Feuerthalen, Flurlingen, Humlikon, Kleinandelfingen,
Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Oberstammheim,
Ossingen, Trüllikon, Truttikon, Unterstammheim
und Waltalingen 

 

 




 

 

 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Nachdem in Ossingen die katholische St. Anna-Kapelle aufgegeben worden war, da sich das Pfarreileben in den 1930er Jahren vermehrt in Oberstammheim abspielte, suchten die Verantwortlichen nach einem zweiten, zentraler gelegenen Ort im Bezirk. 1939 ergab sich die Gelegenheit, in Kleinandelfingen ein Grundstück zu erwerben, auf dem man eine hölzerne Notkirche baute.

Nach dem 2. Weltkrieg wuchs auch im Zürcher Weinland die katholische Bevölkerung, wobei sich das Pfarreileben vom peripher gelegenen Oberstammheim immer mehr nach Kleinandelfingen verlegte. 1963 wurde die Notkirche erweitert und erhielt den noch heute stehenden Betonturm. Das vergrösserte Gotteshaus wurde von Viktor Schönbächler, dem Abt des Klosters Disentis, am 25. August 1963 den Hll. Plazidus und Sigisbert geweiht. Da die Bausubstanz der Kirche im Lauf der Jahre immer schlechter wurde, entschied man sich für einen Neubau samt Pfarreizentrum. Geweiht wurde das heutige Gotteshaus am 24. Juni 1990 durch Altbischof Johannes Vonderach.

Architektur & Kunst

Wegen des Strassenverlaufs ist St. Plazidus und Sigisbert nicht geostet, sondern richtet sich gen Westen aus. Dass der Glockenturm rund 30 Jahre älter ist als die Kirche, ist kaum zu erkennen. Er besitzt ein stattliches, fünfstimmiges Geläut. Eine der Glocken stammt noch vom ersten Geläut, die anderen wurden 1965 anlässlich des Turmbaus neu gegossen. Der polygonale Gottesdienstraum wird von einem Satteldach abgeschlossen. Altar und Ambo sind gestalterisch aufeinander bezogen, was die Gleichrangigkeit von Wort und Sakrament unterstreicht. Auffällig sind die Buntglasfenster, die in verschiedenen Farbtönen gehalten sind und symbolträchtige Elemente zeigen, darunter eine Taube und eine Mondsichel.