Oberstammheim

 

Die Liebfrauenkirche in Oberstammheim ist ein schlichtes Gotteshaus, das in bescheidener Art lokalen Heimatstil und Neues Bauen miteinander verbindet.
Sie ist die einzige katholische Kirche im Kanton Zürich, die mitten im 2. Weltkrieg erbaut worden ist – nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

 

Patrozinium   Muttergottes
Baujahr 1942
Architekt   Albert Meyer 
Grösse des Seelsorgeraums 4'000 
Politische Gemeinden 

Adlikon, Andelfingen, Benken, Dachsen, Feuerthalen,
Flurlingen, Humlikon, Kleinandelfingen,
Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Oberstammheim,
Ossingen, Trüllikon, Truttikon,
Unterstammheim und Waltalingen 

 

 




 

 

 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Bis ins frühe 20. Jahrhundert hatten sich im ländlich geprägten Bezirk Andelfingen nur wenige Katholiken niedergelassen. Für den Besuch eines Gottesdienstes mussten sie den langen Weg zur Klosterkirche Rheinau, nach Winterthur oder nach Schaffhausen auf sich nehmen. 1923 wandten sie sich deshalb an den Bischof in Chur mit der Bitte, ihre seelsorgerliche Situation zu verbessern. 1932 zog der erste katholische Geistliche in die Region. Er liess sich zunächst in Ossingen nieder, wechselte dann aber 1934 nach Oberstammheim. Als in den 1930er Jahren konnte in Oberstammheim das Land für eine richtige Kirche erworben werden konnte.
Liebfrauen wurde unter Arnold Meyer 1941/1942 erbaut; am 24. Mai 1942 war sie vollendet. 1971 wurde das Pfarrhaus renoviert. Ab den 1960er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der Pfarrei immer mehr nach Kleinandelfingen, sodass Liebfrauen heute von dort aus betreut wird.

Architektur & Kunst

Die Liebfrauenkirche liegt am Kirchweg und ist deshalb nicht genau nach Osten, sondern nach Südosten ausgerichtet. Mit den geknickten Satteldächern auf Turm und Schiff sowie den Natursteinen im Turmfundament nimmt sie Elemente des Heimatstils auf, die rechteckigen Fenster und Schallöffnungen verweisen aber auch auf das Neue Bauen. Einziges schmückendes Element und fast Markenzeichen ist eine Darstellung des Hl. Gallus mit Bär an der Fassade des Kirchturms. Bildthema und künstlerische Technik  weisen darauf hin, dass im Stammertal schon früh im Mittelalter ein Gotteshaus bestanden hat: die vom Kloster St. Gallen erbaute Galluskapelle. Diese liegt etwas oberhalb des Dorfes auf dem Chilenbückli und darf mit ihren Fresken aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts als eine kunstgeschichtliche Perle im Zürcher Weinland gelten.

Über eine Treppenanlage gelangt man durch einen Vorbau in den Turm, wo eine weitere Treppe ins Innere führt, welches sich im ersten Stock über dem Pfarreisaal befindet. Der Tabernakel stammt aus der Erbauungszeit der Kirche. Die Glasfenster zeigen traditionelle christliche Symbole, so die Gesetzestafeln des Alten Bundes oder die Heilig-Geist-Taube. Besondere Beachtung verdient das Fenster rechts des Chorraumes, welches mit Kelch, Patene, Messbuch und Stola die zentralen Aufgaben des Priesters verdeutlicht.