Pfungen

 

St. Pirminius Pfungen ist die jüngere der beiden erhaltenen Kirchen, die nach dem Prinzip einer einschiffigen Kirche mit chorseitig angefügtem Pfarrhaus errichtet wurden. Seit 2015 präsentiert sich das denkmalgeschützte Gotteshaus mit neu gestaltetem Altarbereich. 

 

Patrozinium   St. Pirminius
Baujahr 1901
Architekt   Johann Meyer (Pläne), 
Caspar Wachter-Germann 
Pfarreigrösse 2'900
Politische Gemeinden 

Berg am Irchel, Buch am Irchel,
Dättlikon, Dorf, Flaach, Henggart,
Neftenbach, Pfungen und Volken

 

 




 

 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zogen viele Katholiken ins Tösstal, wo Fabriken Arbeit und Verdienst versprachen. In Pfungen waren sie gegen Ende des Jahrhunderts so zahlreich, dass der Wunsch nach einer eigenen Seelsorgestation immer dringender wurde. Für die Finanzierung der Kirche wurde 1899 ein Sammelverein gegründet, und nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die Inländische Mission konnte das neue Gotteshaus bereits 1901 bezogen werden, ein Jahr bevor die Mutterpfarrei Bülach das ihrige fertiggestellt hatte. Die Pläne stammen von Johann Meyer aus Luzern, der damals für die Projektierung etlicher Kirchen, die die Inländische Mission mitfinanzierte, verantwortlich war.

Als Patron für die Pfungener Kirche hatte man den Hl. Pirminius bestimmt, einen irischen Missionar des 8. Jahrhunderts, der nach der Vertreibung der Christen in Spanien durch die Mauren über das Gebiet des heutigen Frankreich bis in die Ostschweiz gekommen war. Gemäss Dokumenten des Klosters Reichenau hatte er sich auf seiner Wanderung 723/724 in der Gegend von Pfungen beim Pirminsbrünnlein niedergelassen und sich dort eine Wohnstatt erbaut. Anschliessend zog er auf die Insel Reichenau, wo er im Jahr 724 das Kloster gründete.

Architektur & Kunst

1901 besass die Kirche weder Hochaltar noch Orgel, doch konnten die umtriebigen Gemeindemitglieder die Innenausstattung rasch zusammentragen, sodass die Kirche bei ihrer Weihe 1907 im damals üblichen neogotischen Stil eingerichtet war.

1961/1962 fiel dann diese ganze Einrichtung einer Purifizierung zum Opfer. Eine weitere Neugestaltung erfolgte 1977/1978. Bei der Renovation der Kirche von 2014/2015 wurde das wenig überzeugende liturgische Mobiliar der 1970er Jahre ersetzt. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurden von Frédéric Dedelley Volksaltar, Ambo, Tabernakel, Taufstein mit Osterkerzenleuchter sowie die Weihwassergefässe und das Ewige Licht neu gestaltet. Das markanteste Element der neuen Ausstattung ist das von Madleina Lys gestaltete Lichtobjekt im Chorraum. Es besteht aus tausenden von Porzellanplättchen, die wie eine sich nach unten verdichtende Wolke über dem Altar schweben.