Regensdorf

 

Die Baugeschichte der Kirche St. Mauritius Regensdorf zeigt, wie etliche Zürcher Pfarreien weitsichtig planten und bauten. Typisch für die Entstehungszeit ist, dass der Kirchenraum von St. Mauritius nicht als eigentliche Kirche, sondern als Mehrzweckraum gestaltet wurde.

 

Patrozinium   Hl. Mauritius
Baujahr 1974
Architekt   Benedikt Huber 
Pfarreigrösse 10'257 
Politische Gemeinden 
Boppelsen, Buchs, Dällikon,
Dänikon, Hüttikon, Otelfingen
und Regensdorf

 

 




 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte
Um 1900 erhöhte sich die Zahl der Katholiken in Regensdorf auf 700 Personen. Der Grund hierfür war der Bau der Strafanstalt, welche ab 1898 mit zahlreichen italienischen Gastarbeitern errichtet wurde. Deshalb wurde während der Bauzeit bis 1901 jeden Sonntag ein katholischer Gottesdienst abgehalten. Danach gab es in Regensdorf nur noch für die katholischen Gefangenen Gottesdienste, ab 1942 jeden Sonntag.

Obwohl das Geld knapp war, wollten die Katholiken von Regensdorf auf dem bereits 1937 erworbenen Land keine billige Lösung, sondern etwas, das Bestand hatte. Sie errichteten deshalb zunächst mit ihrem Architekten Richard Krieg einen Saal, der bis zum Bau der eigentlichen Kirche als Notkirche verwendet wurde und seither als Pfarreisaal dient. Mit diesem klugen Entscheid erhielten die Katholiken des Furttales schliesslich ein ansehnliches kirchliches Zentrum.

Am 19. Juli 1959 erfolgte der Spatenstich für den Bau der provisorischen Kirche, d.h. des heutigen Saales, und per 14. Januar 1963 wurden ihr alle Dörfer des Furttales offiziell zugeteilt. Das heutige kirchliche Zentrum wurde 1973/1974 nach Plänen von Benedikt Huber erbaut, wobei darauf geachtet wurde, dass der Neubau mit dem bereits Bestehenden eine Einheit bildet. Die Weihe der Kirche samt Zentrum erfolgte am 15. Dezember 1974 durch den Churer Bischof Johannes Vonderach.


Architektur & Kunst

St. Mauritus steht unauffällig und bescheiden in einem Neubauquartier von Regensdorf. Einzig die Glocke im Dachreiter und das darunter angebrachte Betonkreuz verraten, dass es sich bei diesem Gebäude um ein Gotteshaus handelt. Das grosse Foyer bildet den Vorraum zur Kirche; es ist auch als Begegnungsort für die Besucher vor und nach den Veranstaltungen gedacht.

Eigentlich ist der Kirchensaal als Mehrzweckraum geschaffen. Dennoch besitzt der Kirchensaal Elemente, die ihn als Sakralraum prägen und ihm Würde verleihen: Altar und Ambo, beide aus Holz gearbeitet, sowie der Tabernakel, der in einer tragenden Säule eingelassen ist als Zeichen, dass das gesamte Leben der Pfarrei von Gott getragen wird.  Die Rückwand der Kirche ist durch ein Relief mit Dreieckformen gegliedert, gestaltet von Peter Meister. Die Lichtführung erfolgt durch Fensteröffnungen im Dach, sodass das Licht von oben in den Kirchraum fällt.

An die Kirche grenzt eine Kapelle an, die durch eine dunkelrote Schiebewand abgetrennt werden kann. Sie ist ausschliesslich für Gottesdienste und Andachten bestimmt. Die Reliquien vom Hl. Mauritius bzw. seinen Gefährten sind unter einer Bodenplatte beim Kapellenaltar eingelassen. Auch der Umstand, dass sich der Taufstein nicht in der Kirche befindet, sondern in der Kapelle, verweist darauf, dass diese als eigentlicher Sakralraum von St. Mauritius gedacht ist. Beide Raumeinheiten verfügen über eine eigene Orgel: In der Kirche ist die Hauptorgel aus dem Jahr 1975 aufgestellt und in der Kapelle eine kleinere, die 1965 erbaut wurde und 2016 von einer Luzerner Pfarrei übernommen werden konnte.