Rümlang

 

In den 1950er Jahren rechnete Rümlang mit einem massiven Bevölkerungszuwachs. Deshalb planten die Verantwortlichen südlich des Ortes ein grösseres Infrastrukturprojekt aus Schulhaus, Friedhof sowie einer neuen reformierten und einer katholischen Kirche. Auch wenn das Ensemble nie vollständig realisiert wurde, überzeugt die singulär dastehende Kirche St. Peter aufgrund ihrer klaren Architektursprache.

 

Patrozinium   Hl. Petrus
Baujahr 1970
Architekt   Bernhard Weis 
Pfarreigrösse 2'100 
Politische Gemeinde 
Rümlang 

 

 



 

 

Website der politischen Gemeinde Rümlang über die katholische Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

Am 21. April 1955 erwarb der Stiftungsrat der Pfarrei Christkönig Kloten, die damals für die Rümlanger Katholiken zuständig war, 23 Aren Bauland im Chilisbäum. 1956 wurde Rümlang zum Pfarrrektorat erhoben, und am 9. Dezember 1962 erhielt dieses den ersten Pfarrer, dem allerdings weder Kirche noch Pfarrhaus zur Verfügung standen – ein Sonderfall im Kanton Zürich.

Die Grundsteinlegung für St. Peter erfolgte am 29. Juli 1969, dem Hochfest des Kirchenpatrons, und am 13. September 1970 fand die Einweihung durch Bischof Johannes Vonderach statt. Der Bau eines Turmes – er war für die Kirchen beider Konfessionen vorgesehen – unterblieb, und so fehlen St. Peter als einer von ganz wenigen Kirchen im Kanton die Glocken.

Architektur & Kunst

Das Ensemble von Kirche, Pfarrhaus und Pfarreizentrum wurde von Bernhard Weis erbaut. Von allen Seiten gut sichtbar steht das Gebäude rund drei Meter höher als das umliegende Terrain. Diese leicht erhöhte Lage und das leuchtende Weiss, in dem die Kirche gestrichen ist, erinnern an die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp von Le Corbusier, deren Baukörper auch für das Innere der Kirche St. Petrus Vorbild war. 

Ins Innere gelangt man durch zwei relativ schmale, lange und dunkle Gänge seitlich eines angedeuteten Turms. Der turmartige Baukörper bildet den Chor, sodass Altar und Tabernakel nur sichtbar werden, wenn man sich deutlich dreht. Auch die Anordnung der Bänke ist ungewöhnlich: Sie sind nicht parallel zu den Aussenwänden, sondern in der Diagonalen aufgestellt.

Der Kirchenraum wird durch Fenster erhellt, die sich auf der Innenseite des Turms und auf der Bergseite des Kirchenschiffs befinden. Die Bänke sind halbkreisförmig um den Altar gruppiert. Der Taufbrunnen ist auf der linken Seite des Altarbereichs aufgestellt, dessen liturgische Orte aus hellem Cristallinagranit, aber auch aus dunklem Marmor geschaffen wurden. Tabernakel, Ambo und Chorkreuz bestehen aus Eichenholz und sind mit blauen Emailplättchen versehen. In der Ecke dem Altarbezirk gegenüber, unter der Orgelempore, ist eine Werktagskapelle eingerichtet, offen gegen den grossen Kirchenraum. Alle Kunstwerke der Kirche wurden von Alfred Huber geschaffen, der damals in der Gemeinde lebte und sein Atelier hatte und heute unweit der Kirche auf dem Friedhof seine letzte Ruhe gefunden hat.