Rüschlikon

 

Bereits im 14. Jahrhundert wird in Rüschlikon eine Kapelle erwähnt, die den Hl. Nikolaus zum Patron hatte. Die 1982 eingeweihte katholische Kirche von Rüschlikon greift dieses mittelalterliche Patrozinium auf und ehrt damit einen Heiligen, der ein wahrer Menschenfreund und Helfer in der Not war.

 

Patrozinium   Hl. Nikolaus von Myra
Baujahr 1982
Architekt   Benito Davi 
Pfarreigrösse 1'400 
Politische Gemeinde 
Rüschlikon 

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Am 10. März 1963 fand im Singsaal des Oberstufenschulhauses der erste katholische Gottesdienst in Rüschlikon seit 400 Jahren statt. 1967 konnte unterhalb der reformierten Kirche das Land für ein Gotteshaus im Dorf erworben werden. Es folgten langwierige Verhandlungen im Rahmen eines Quartierplans, der den ganzen «Oberen Dorfkern» betraf. Das geplante Ensemble hätte auch Räumlichkeiten für die reformierte Kirchgemeinde und für die Schule umfasst, doch wurde das Projekt  1974 an der Kirchgemeindeversammlungabgelehnt. 1979 wurde dann das zweite, stark redimensionierte Projekt genehmigt und 1980-1982 von Benito Davi realisiert.


Architektur & Kunst

Das Gebäude der St. Nikolaus-Kirche befindet sich unweit des Bahnhofs. Weil das Gotteshaus keinen eigentlichen Kirchturm besitzt, sondern lediglich einen turmähnlichen Anbau, ist die Kirche als solche nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Das kirchliche Gebäude besteht aus zwei Baukörpern, einem grösseren mit annähernd quadratischem Grundriss und einem an dessen südwestliche Ecke angefügten polygonalen Vorbau. Welcher Nutzung die einzelnen Gebäudeteile dienen, ist von aussen nicht ohne Weiteres zu erkennen. Besonders augenfällig ist dies beim erkerartigen Vorbau, der den Turm ersetzt. Er signalisiert zwar mit dem Kreuz auf dem höchsten Punkt den Sakralbau, beherbergt im ersten Stock aber einen Teil der Pfarrwohnung und weist darüber – unter dem Dach hinter dem Kreuz – eine Terrasse auf. Gerne hätten auch die Katholiken einen Turm mit eigenem Geläut gehabt, doch wurden zwei Glockentürme in kaum 100 m Entfernung nicht goutiert. Heute läuten die Glocken der reformierten Kirche auch für die Katholiken.

Eindrücklich sind die Ausstattungsgegenstände von Susana Polac. Der Altar mit angefügtem Ambo und der Taufstein bestehen aus patinierter Terracotta; die Frontseite des Altars zeigt ein wirbelndes Sonnenrad.  Die Glasfenster stammen von Roman Candio, einem Mitarbeiter von Ferdinand Gehr.  Seit 1979 findet sich auch eine ehrwürdige Statue des Nikolaus von Myra in der Kirche, ein Werk aus dem Raum Bayern-Böhmen, das um 1530 entstanden ist.