Glattfelden

Glattfelden St. Josef

Glattfelden

In Glattfelden steht die jüngste der acht Kirchen, die der renommierte Architekt Josef Steiner im Kanton Zürich erbaute. 1993/1994 verlieh Alois Spichtig dem Altarraum seine heutige Gestalt. Er verstand es, mit einfachen Symbolen und Motiven dem bescheidenen Gotteshaus eine spirituelle Tiefe zu verleihen.

Patrozinium  Hl. Josef
Baujahr1950
Architekt  Josef Steiner 
Pfarreigrösse4’300 
Politische Gemeinden 
Buchberg, Eglisau, Glattfelden, Hüntwangen,
Rafz, Rüdlingen, Stadel, Wasterkingen,
Weiach und Wil

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

St. Josef Glattfelden entstand fast zeitgleich mit St. Judas Thaddäus im benachbarten Eglisau. Bereits ab 1931 hatten im Schulhaus Aarüti regelmässig katholische Gottesdienste stattgefunden. 1942, mitten im 2. Weltkrieg, wurde oberhalb des Dorfes das Land für die Kirche erworben; 1950/1951 wurde sie erbaut und am 21. Oktober 1951 eingesegnet. Das Pfarrhaus kam 1955 dazu.

Architektur & Kunst

St. Josef steht an der Hangkante oberhalb des Ortskerns von Glattfelden und ist vom Dorf aus gut sichtbar. Mit dem Walmdach und den Rundbogen der Vorhalle schliesst Architekt Steiner an seine früher gepflegte Formensprache an, die sich an der Romanik und am Heimatstil orientiert und auch schon die Kirchen St. Petrus Embrach und St. Christophorus Niederhasli prägt. Der Turm tritt weniger mit seiner Höhe als mit seinen ungewöhnlich breiten Seiten in Erscheinung; neben dem Geläute aus dem Jahr 1961 birgt er ein grösseres Zimmer für Pfarreianlässe.

Der Chor wurde 1968 an die Vorgaben des II. Vatikanums angepasst und 1993/1994 in seiner Gesamtheit von Alois Spichtig neu gestaltet. Der Steinaltar, der ursprünglich an der Chorwand gestanden hatte, bildet nun das Zentrum. Aus Stein ist auch der Sockel des Ambos. Dessen hölzerner oberer Teil hat die Form des griechischen Buchstabens Tau, der in der christlichen Symbolik ein Zeichen franziskanischer Bescheidenheit ist und zugleich als Antoniuskreuz auf den Kreuzestod Christi verweist.
Die Malerei hinter dem Ambo, der der Ort des Wortes ist, zeigt den Berg Sinai, wo Moses das göttliche Wort – verdichtet in den zehn Geboten – empfangen hat. Den Tabernakel hat Alois Spichtig als Haus gestaltet, als Heimstatt des geweihten Brotes. Links an der Frontwand des Kirchenschiffs finden sich Statuen des Namenspatrons der Kirche, des Hl. Josef, sowie der Muttergottes mit dem Jesuskind. Das Wandgemälde, das Spichtig hinter diesen traditionellen Figuren angebracht hat, deutet einen Engel an, der mit seinen blauen Flügeln und dem gelb strahlenden Kopf die Heilige Familie schützend zu umfangen scheint.

© 2021 Buchprojekt "150 Jahre katholischer Kirchenbau im Kanton Zürich"