Zurich MariaKroenung

 

Justus Dahinden schuf in Zürich-Witikon mit der Kirche Maria Krönung ein Meisterwerk, das auch heute noch durch seine Formensprache und die Lichtführung beeindruckt.

 

Patrozinium   Muttergottes
Baujahr 1965
Architekt   Justus Dahinden 
Pfarreigrösse 2'700 
Quartier
Zürich-Witikon

 

 




 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Die Pfarrei Maria Krönung ist eine Tochterpfarrei von St. Anton Hottingen. Als in deren Auftrag 1938 in Witikon das Vinzenz-Altersheim gebaut wurde, erstellte man dort auch eine Kapelle für 110 Personen. Ende 1958 wurden fünf Architekten beauftragt, ein Projekt für ein neues Gotteshaus auszuarbeiten. Die Jury empfahl dasjenige von Justus Dahinden zur Weiterbearbeitung. Einsprachen verzögerten den Baubeginn. Am 30. Juni 1963 konnte dann der Grundstein gelegt und die Kirche bis 1965 errichtet werden. Am 5. September 1965 weihte sie Bischof Johannes Vonderach der Himmelskönigin. Zum baulichen Ensemble der Kirche gehört neben dem Pfarrhaus auch ein Gebäudekomplex, in dem während Jahrzehnten die Paulus-Akademie Zürich untergebracht war.

Architektur & Kunst

Nach Justus Dahinden muss eine Kirche dem Gläubigen den Weg zum Unsichtbaren, schwer Fassbaren zeigen, indem sie bereits in ihrer Gestalt auf dessen absolute Andersartigkeit hinweist. Sie muss sich also deutlich von der sie umgebenden Normalität abheben. Gleichzeitig soll sie aber auch den Schutz und die Atmosphäre anbieten, in dem der Kontakt zum Göttlichen möglich wird.

Senkrechte Wände gibt es bei der eigentlichen Kirche kaum; praktisch alles ist Dach, sogar beim Kirchturm. Dahinden nimmt damit, wie schon bei St. Paulus Dielsdorf, die Form des Zeltes auf, einer uralten, sozusagen archetypischen Form der Behausung. Drei Elemente sind es, die den Innenraum der Kirche prägen: die Zeltform, die Dreifaltigkeits-Symbolik und die Lichtführung. Beeinflusst wurde die Gestalt der Kirche durch das Zweite Vatikanum, das in Rom zeitgleich mit dem Bau der Kirche stattfand.

Der Raum ist stützenfrei und erhebt sich über dem Altar unter einem dreieckförmigen Dachaufbau in seine höchste Höhe. Das Tageslicht, das in den an sich dunkel gehaltenen Raum fällt, lässt den Besucher unwillkürlich nach oben, zum Oblicht über dem Altar, schauen. Die schwarzen Bodenplatten verleihen der Kirche Würde, die Holzverkleidungen der Decke, die bis fast zum Boden hinunterreicht, unterstreicht die Konzeption der Kirche als Zelt Gottes, in dem sich der Mensch beschützt und willkommen fühlt.

Die Ausstattung der Kirche folgt der neuen Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils. Altar, Ambo, Sedia, Tabernakel iund Taufbrunnen wurden von Georg Malin aus Noir Français geschaffen, einem dunklen Marmor, der in Nordfrankreich gebrochen wird. Eine weitere künstlerische Ausstattung der Kirche, u.a. mit farbigen Glasfenstern, hat Dahinden nicht gewünscht. Zu Ehren der Kirchenpatronin ist eine barocke Muttergottes-Statue auf der linken Seite des Kircheingangs angebracht.

Die heutige Orgel kam am 30. Oktober 1983 in die Kirche. Sie stammt von Bernhardt Edskes und Armin Hauser. Das Geläut wurde zu Ehren der Kirchenpatronin in der Tonfolge es – g – b – c gegossen, den Anfangstönen des „Salve Regina“.
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