Bülach

 

Nur wenige der katholischen Kirchen im Kanton Zürich haben die Jahrzehnte mit derart wenig Veränderungen überstanden wie die Dreifaltigkeitskirche Bülach. Das Bauwerk des renommierten Architekten August Hardegger von 1902 ist weitgehend im Originalzustand erhalten und stellt ein eindrückliches neogotisches Gesamtkunstwerk dar. Die Dreifaltigkeitskirche Bülach wurde in idealisierenden Formen einer späten Landgotik errichtet. Der Bau besteht aus einem schlichten, nach Norden gerichteten Kirchenschiff und einem eingezogenen, im halben Sechseck schliessenden Chor. Westlich des Chores wurde der Kirchturm erbaut, dessen polygonaler Spitzhelm über vier geschweiften Kreuzgiebeln aufragt.

Die Ausstattung der Kirche erfolgte schrittweise in den folgenden Jahren. So wurde 1906 die Ausmalung der Kirche und im Jahr 1909 der Hochaltar durch Carl Glauner ausgeführt. 1914 erwarb die Pfarrei Bülach die erste Orgel, ein von der Firma Haas erbautes und von der Firma Goll erweitertes Instrument. In den 1920er Jahren folgten die zwei Seitenaltäre, die Kanzel, Kommunionbank, Beichtstühle, Chorbestuhlung sowie die Pietà samt Ölberggruppe.

 

Titularfest Hl. Dreifaltigkeit
Baujahr 1902
Architekt   August Hardegger
Pfarreigrösse 8'500
Politische Gemeinden 
Bachenbülach, Bülach, Hochfelden, Höri, Winkel

 

 



 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Das Wappen von Bülach zeigt den Laurentiusrost, da die mittelalterliche Stadtkirche – die heutige reformierte Kirche – einst dem Hl. Laurentius geweiht war. Auch die katholische Kirche von Bülach ist neben der Hl. Dreifaltigkeit dem Hl. Laurentius geweiht und führt so die jahrhundertealte Tradition des Bülacher Titularfestes fort.
Um die Seelsorge sicherzustellen, errichtete das Bistum Chur mit Hilfe des Piusvereins und der Inländischen Mission in Bülach 1884 eine Seelsorgestation.

1899 erwarb der 1892 gegründete Stationsverein Bülach das Land für den Bau der Dreifaltigkeitskirche, die 1901/1902 nach Plänen von August Hardegger in neogotischem Stil errichtet wurde. Im Jahr darauf war auch das Pfarrhaus bezugsbereit.
1973 erhielt die Pfarrei Bülach nach Plänen von E.G. Streiff eine damals zeitgemässe Ergänzung durch ein Pfarreizentrum. 1989/1990 wurde die Kirche umfassend renoviert und der Chor durch die Vorverlegung der Altarstufen leicht vergrössert. Von Bülach aus wurden sämtliche Pfarreien der Region gegründet (Pfungen, Embrach, Dielsdorf, Niederhasli, Glattfelden, Eglisau und Rafz).


Architektur & Kunst

Die Dreifaltigkeitskirche Bülach steht zwar nicht im alten Städtchen, aber auf einer kleinen Anhöhe oberhalb und ist deshalb weiterherum sichtbar. Sie besteht aus einem schlichten, nach Norden gerichteten Langhaus sowie einem im halben Sechseck schliessenden Chor und entspricht in ihrer Grundstruktur einer einfachen gotischen Landkirche. Der Kirchturm trägt einen polygonalen Spitzhelm, der über vier geschweiften Kreuzgiebeln aufragt. Das vierstimmige Geläut stammt von der Giesserei Franz Schilling Söhne aus dem Jahr 1926 stellt eines der seltenen erhaltenen Glockenensembles dieser Giesserei dar, was Glockenfans von nah und fern nach Bülach führt. Der Chor ist leicht eingezogen, weshalb das Schiff mit einem schlanken Triumphbogen abschliesst. Der Kirchenraum ist langgestreckt und von einer vierjochigen Spitztonne überwölbt, welche jedoch keine tragende Funktion hat.

Zur Zeit der Einweihung 1902 fehlten wegen Geldmangels noch wesentliche Elemente der heutigen Ausstattung. Die Ausstattung der Kirche erfolgte schrittweise in den folgenden Jahren. So wurde 1906 die Ausmalung der Kirche und im Jahr 1909 der Hochaltar durch Carl Glauner ausgeführt. 1914 erwarb die Pfarrei Bülach die erste Orgel. In den 1920er Jahren folgten die zwei Seitenaltäre, die Kanzel sowie eine Pietà samt Ölberggruppe, eine Weihnachtskrippe und die 14 Kreuzwegstationen. Alle diese Ausstattungsgegenstände wurden von Adolf Vogl gefertigt.

Beim Hochaltar handelt es sich um einen dreiteiligen Schnitzaltar. Die Mitte wird von einer vollplastischen Figurengruppe der Dreifaltigkeit eingenommen, links stellt eine Bildtafel mit figürlichem Relief die Verklärung, rechts die Taufe Christi dar. Die beiden Chorfenster wurden 1902 von Fritz Berbig gestaltet und zeigen die vier Kirchenväter. Die beiden Seitenaltäre von Adolf Vogl sind als Pendants gestaltet. Der linke zeigt im Mittelschrein Mariä Verkündigung, der rechte stellt im Mittelschrein die Hl. Margareta Maria Alacoque dar im Moment, wo ihr das Herz Jesu erscheint. Auch die Kanzel stammt aus der Werkstatt von Adolf Vogl.
Die heutige Orgel mit 26 Registern wurde 1989/1990 von der Orgelbaufirma Späth in Rapperswil gebaut. Ihr Gehäuse ist mit neogotischen Formen dem Stil des Kircheninnern angepasst.

 

Krypta

Im Rahmen der Sanierung des Pfarrhauses 2007/2008 wurde in dessen Untergeschoss eine Krypta eingebaut. Im Gegensatz zur reich dekorierten neogotischen Pfarrkirche wurde sie betont schlicht gestaltet.