Eglisau

 

St. Judas Thaddäus ist die erste von insgesamt acht Kirchen, die das erfolgreiche Architektenduo Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger im Kanton Zürich gebaut hat. 2018 wurde das Eglisauer Gotteshaus durch Peter Fässler saniert, wobei die Innenausstattung von Fréderic Dedelley neu gestaltet wurde.

 

Patrozinium   Hl. Judas Thaddäus
Baujahr 1950
Architekten   Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger 
Pfarreigrösse 4'300 
Politische Gemeinden 
Buchberg, Eglisau, Glattfelden, Hüntwangen,
Rafz, Rüdlingen, Stadel, Wasterkingen,
Weiach und Wil

 

 




 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

 

Geschichte

Der Bau des Kraftwerks Rheinfelden und der neuen Strassenbrücke über den Rhein 1915–1920 liess den Anteil der katholischen Bevölkerung im nördlichsten Teil des Zürcher Unterlands ansteigen. Im 2. Weltkriegs drängte sich die Errichtung einer Gottesdienststation vor Ort auf, damit die katholische Bevölkerung nicht mehr nach Bülach in den Gottesdienst musste.

Bereits 1924 war eine namhafte Spende für eine katholische Kirche in Eglisau eingegangen, dies unter der Bedingung, dass diese dem Apostel Judas Thaddäus geweiht würde. Am Palmsonntag 1942 fand in Eglisau die erste Messe seit der Reformation statt, allerdings unter kärglichen Bedingungen in einem Magazin zwischen den Gaststätten «Krone» und «Hirschen». 1942 konnte auch das Land für den Bau der Kirche erworben werden. Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger erbauten die Kirche 1949. Am Palmsonntag, den 2. April 1950, segnete der bischöfliche Kommissar Camenzind die Kirche ein.1968 kamen die Anpassungen ans II. Vatikanum, und 1991 wurde die liturgische Ausstattung ergänzt sowie die Empore erweitert, um Platz für die Orgel und den Kirchenchor zu schaffen. 2007 erbaute man das Pfarreizentrum, sodass nun auch in Eglisau genug Raum für das Gemeindeleben vorhanden ist. 2018 wurde die Kirche saniert und im Innern neu gestaltet.


Architektur & Kunst

St. Judas Thaddäus ist eine schlichte Saalkirche, bestehend aus einem Langhaus mit angebautem, gerade abgeschlossenem Chor, der vom Langhaus durch einen Triumphbogen abgegrenzt wird. Das steile Dach mit dem eleganten Dachreiter und ein Kruzifix an der südlichen Aussenmauer – Teil der ursprünglichen Chorraumausstattung – signalisieren den Sakralbau. Das lichte Innere überrascht: Eine flache Kehlbalkendecke lenkt den Blick des Betrachters zum Chor, der durch seinen leicht parabolisch geformten Bogen einen besonderen Akzent erhält.

Die bisherige Ausstattung des Altarraums aus dem Jahr 1991 erfolgte unter Josef Caminada. Das auffälligste Kunstwerk war ein Flügelaltar von Agnes Ma­­ger.
Im Rahmen der Sanierung von 2018 erhielt der Chorraum sein heutiges Aussehen. Frédéric Dedelley wurde beauftragt, einen feierlichen Rahmen für die Liturgie schaffen, ohne dabei den schlichten Charakter der Kirche zu negieren. Altar und Ambo schuf er vollständig neu aus Granit, was deren Bedeutung als Orte der Eucharistie und der Verkündigung unterstreicht. Abgerundet wird die Ausstattung durch ein Kunstobjekt an der Chorwand, das die Blicke der Gemeinde auf sich zieht. Sowohl das eingeschriebene Kreuz als auch runde Form, die an die Hostie erinnert, verweisen auf Jesus Christus, auf den der ganze Sakralraum ausgerichtet ist.