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Zurich Allerheiligen

Zürich Allerheiligen

Zurich Allerheiligen

Allerheiligen ist die erste Kirche des Bistums, die nach Inkrafttreten der Liturgiereform des II. Vatikanums eingeweiht wurde. An Allerheiligen lässt sich exemplarisch ablesen, wie die liturgischen Neuerungen die Architektur der katholischen Sakralbauten fortan veränderten. Geweiht wurde die Kirche allen Heiligen, womit nicht nur alle heiliggesprochenen Personen gemeint sind, sondern sämtliche Verstorben, da nach katholischem Verständnis jeder Mensch Anteil am Heil hat. Anlass zu diesem Patrozinium war die unmittelbare Nachbarschaft der Kirche zum weitläufigen Friedhof Nordheim, auf dem auch das gleichnamige Krematorium errichtet wurde, das grösste der ganzen Schweiz.

Patrozinium  Allerheiligen
Baujahr1964
Architekt  Karl Higi 
Pfarreigrösse3’300
Quartier
Zürich-Neuaffoltern 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Bevölkerung im Gebiet Neuaffoltern rasant zu. Deshalb erwarb die Pfarrei Bruder Klaus Zürich-Unterstrass bereits 1946 das Land für die heutige Kirche Allerheiligen. 1953 errichtete Architekt Karl Higi eine Notkirche, die an Weihnachten 1953 eingesegnet wurde. Nachdem auch das Pfarrhaus erstellt worden war, konnte 1963 mit der Realisierung der heutigen Kirche begonnen werden. Am 28. Juni 1964 wurde das Gotteshaus durch Bischof Johannes Vonderach eingeweiht und die Notkirche zum Pfarreisaal umgewandelt.


Architektur & Kunst

Allerheiligen gilt als exemplarisches Beispiel für den Brutalismus, einen Baustil, dessen Bezeichnung sich vom béton brut (Sichtbeton) ableitet. Auffallend hier sind die geschlossenen Kuben und Flächen, die durch lichtführende schmale Öffnungen aufgebrochen werden, sowie die zurückhaltende Gestaltung mittels schlichter Formen und Materialien im Innern. Neben dem Kirchendach erhebt sich der Turm, der wie die Kirche in Sichtbeton erbaut wurde.

Die Allerheiligenkirche zeigt – als erster Kirchenbau im Bistum, der nach dem Zweiten Vatikanum eingeweiht wurde – das neue Raumprogramm aller Kirchen, welche die Liturgiekonstitution räumlich umsetzen: Der Innenraum ist nicht mehr als Wegekirche gestaltet, sondern als Querbau, der die Gläubigen näher um den Altar versammelt und der Mahlgemeinschaft von Volk und Priester räumlichen Ausdruck verleiht. Ebenfalls aufgrund der Liturgiereform wurde der Taufstein nicht im Eingangsbereich der Kirche aufgestellt, sondern unmittelbar neben dem Altar. Auch wurde der Tabernakel erstmalig nicht mehr auf, sondern hinter dem Altar in einer  dafür konzipierten Nische. Das Ewige Licht und der Tabernakel wurden von Ferdinand Gehr geschaffen.

Die neuartige Gestaltung des Innern erregte einiges Aufsehen: Der wuchtige Baukörper, die rechtwinklige Platzierung der Bänke auf drei Seiten des Altares und die nüchterne Raumathmosphäre waren ungewohnt. Zwar besitzt die Kirche Buntglasfenster, doch befinden sich diese ausschliesslich im oberen Teil der rückseitigen Wand. Sie wurden von Karl Ammann geschaffen und zeigen Motive aus der Offenbarung des Johannes. Die drei übrigen Wände sind bis auf die Tabernakelnische fensterlos. Altar, Taufstein und der ursprüngliche Ambo wurden von Pierino Selmoni geschaffen. Um die Ebenbürtigkeit von Wortgottes- und Eucharistiefeier zu verdeutlichen, war der Altar ursprünglich nicht in die Mitte des Chorraums aufgestellt, sondern etwas nach rechts versetzt, und der Ambo kam als sein Gegenpart auf die linke Seite zu stehen.

Die von vielen als zu karg empfundene Ausstattung wurde 1979 durch Alfred Huber ergänzt. An der Chorwand brachte er ein grosses Kreuz mit dem Bildnis des auferstandenen Christus in Email an. Passend dazu schuf er aus demselben Material den Auferstehungs-Engel mit Posaune für die rechte Wand sowie die Kreuzweg-Stationen für die gegenüberliegende Seite.

Eine weitere Umgestaltung erfolgte 2009, als die alte Orgel von 1964 ersetzt werden musste. Das neue Instrument aus der Werkstatt von Bernhardt Edskes stellte man nahe beim Altar auf, womit man die enge Verbindung von Liturgie und Musik betonen wollte. Gleichzeitig rückte man den Altar wieder ins Zentrum. Der zweite Ambo wurde durch einen dritten – nun von Josef Caminada geschaffenen – ersetzt.

In die linke Seitenwand der Kirche ist die Marienkapelle eingebaut. Ihr Zentrum bildet eine Holzstatue der Muttergottes aus dem 14. Jahrhundert.


Krypta

Die Krypta befindet sich im Untergeschoss der Kirche. Mit dem grob verputzten quadratischen Betonraster an der Decke kommt auch hier der Stil des Brutalismus deutlich zum Ausdruck. Im Sockel des Ewigen Lichtes ist eine Reliquie des Hl. Bruder Klaus eingelassen. Ein weiteres Werk, das aus der ursprünglichen Gestaltung der Krypta erhalten geblieben ist, ist das Glasfenster von Max Rüedi. 2000 wurde die Krypta umgestaltet und erhielt einen Tabernakel und ein Weihwasserbecken von Josef Caminada.

Zurich StTheresia

Zürich St. Theresia

Zurich StTheresia

St. Theresia im Zürcher Stadtquartier Friesenberg markiert einen Quantensprung in der Geschichte des Zürcher Kirchenbaus. Es ist die erste katholische Kirche im Kanton, die radikal den Prinzipien des Neuen Bauens folgt, und entsprechend gilt sie unter Fachleuten als herausragendes Beispiel der modernen Schweizer Sakralarchitektur.

Patrozinium  Hl. Theresia vom Kinde Jesu
Baujahr1933
Architekt  Fritz Metzger 
Pfarreigrösse3’500 
Quartier
Zürich-Friesenberg 

 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Friesenberg ist aus dem Quartier Wiedikon hervorgegangen und wurde im Wesentlichen in zwei Etappen erbaut, zuerst ab den 1920er Jahren bis zum  Zweiten Weltkrieg und dann wieder ab den 1950ern. Kommunistisches Gedankengut, das unter den Genossenschaftern Verbreitung fand und die Tatsache, dass es im Quartier Friesenberg weder eine reformierte noch eine katholische Kirche gab, stellten für die beiden Kirchen und die aufzubauende Seelsorge eine Herausforderung dar.

1926 fand in Friesenberg der erste katholische Religionsunterricht statt. 1928 wurde der Kauf eines ersten Grundstücks für die heutige Kirche St. Theresia getätigt. Bis 1931 wurden die restlichen Grundstücke für den Bau der Kirche erworben. Im 1932 ging der Projektierungsauftrag an den jungen Architekten Fritz Metzger, 1933 erfolgte der Bau und die Einsegnung. Ebenfalls 1933 ernannte Bischof Laurenz Matthias Vincenz das Gebiet von St. Theresia zu einer eigenständigen Pfarrei.

1978-1979 wurde die Kirche unter Walter Moser saniert und durch Max Rüedi die Werktagskapelle neugestaltet. 2001-2002 wurde die Kirche weitgehend auf den Zustand von 1933 zurückgeführt und die Werktagskapelle neu gestaltet.

Architektur & Kunst

Von der Strasse gelangt man über einen als Langrechteck gestalteten Platz zum Portal des Gebäudes. Der über dem Zugang errichtete breite, niedere Turm von St. Theresia verweist mit den sichtbaren Glocken und dem Turmkreuz auf den christlichen Charakter des Gebäudes. Kubische Formen kennzeichnen Kirche wie Pfarrhaus, die mit vom Kirchplatz aus kaum sichtbaren, niederen Walmdächern versehen sind. Die Kirche und das Pfarrhaus stossen rechtwinklig aufeinander und rahmen damit L-förmig den Vorplatz der Kirche.

Durch das Kirchenportal gelangt man zunächst zur quer zum Borrweg gelegenen Theresienkapelle, an die sich im rechten Winkel die Kirche (430 Plätze) anschliesst. Auf der Südseite fügt sich ein niedrig gehaltenes Seitenschiff an die Kirche an. An den Längsmauern der Kirche befinden sich Fensterreihen mit Glasfenstern in hellen Farbtönen. Auf der linken Seite des Altarraums steht eine von Fritz Metzger entworfene, massive kubische Kanzel mit einer frei aus der Wand ragenden Baldachinplatte.

Wie in der ebenfalls von Fritz Metzger erbauten Kirche Maria Lourdes Seebach stammen auch in St. Theresia die Wandmalereien von Richard Seewald, der nach der Machtübernahme Hitlers in die Schweiz emigriert war. Gerade die Ausrichtung seines Stils auf das absolut Notwendige, die den Nazis als entartet galt, kommt in St. Theresia voll zum Tragen. In den 1947 geschaffenen Fresken im Chor und an der Seitenwand enthalten Szenen aus dem Leben der Muttergottes.  An der Frontwand des Seitenschiffs befindet sich ein weiteres Fresko von Richard Seewald, das die kniende Hl. Theresia im Gebet vor dem Gekreuzigten zeigt. 1940 wurde die Orgel eingeweiht, welche von der Firma Gebrüder Späth stammt.

Altar, Ambo und Tabernakel-Sockel wurden von Frédéric Dedellay 2001-2002 aus weissem Terrazzo, der Tabernakel aus Messing geschaffen.

Bonstetten

Bonstetten St. Mauritius

Bonstetten

Der Neubau von St. Mauritius hatte sich schon Jahre vorher abgezeichnet. Deshalb hatte man den Glockenturm 2005 bewusst etwas abseits vom in die Jahre gekommenen Gotteshaus erstellt. Dank dieser Weitsicht konnte der Turm beim Bau der heutigen Kirche problemlos an seinen heutigen Standort versetzt und erhöht werden, sodass er gut auch zum Kirchenbau von 2016 passt.

Patrozinium  Hl. Mauritius
Baujahr2016
Architekt  Christoph Ramser und Raphael Schmid 
Pfarreigrösse3’600 
Politische Gemeinden 
Bonstetten, Stallikon und Wettswil a.A. 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Als nach dem 2. Weltkrieg immer mehr Ka­tholiken in die Gemeinden Bonstetten, Stallikon und Wettswil zogen, kam der Wunsch nach einem eigenen kirchlichen Zentrum auf. 1959 konnten die Katholiken das Restaurant «Zum Bahnhof» in Bonstetten erwerben. 1965 wurde der Saal in eine Kapelle umgebaut. 1982 erfolgte ein weiterer Umbau, der dem Raum einen sakraleren Charakter verlieh. Ein Drittel des Areals behielt die Stiftung für ein Pfarreizentrum samt Kirche; zwei Drittel wurden im Baurecht abgetreten, sodass nebenan 45 Wohnungen realisiert werden konnten.

2008 wurde für den Bau des kirchlichen Zentrums ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Christoph Ramser und Raphael Schmid für sich entscheiden konnten. Ein Drittel des Areals behielt die Stiftung für ein Pfarreizentrum samt Kirche; zwei Drittel wurden im Baurecht abgetreten, sodass nebenan 45 Wohnungen realisiert werden konnten. Am 10. Februar 2015 erfolgte der erste Spatenstich sowie die Weihe des Grundsteins. Für die neue Kirche wurde der 2005 errichtete Glockenturm um 20 Meter versetzt und um ein Segment erhöht, sodass er zu den Proportionen der neuen Bauten passt. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das Gotteshaus am 5. Juni 2016 von Bischof Vitus Huonder eingeweiht.

Architektur & Kunst

Zum Bahnhof hin in kubischen Formen gestaltet, besteht der östliche Teil der Kirche, in dem der Chor eingebaut ist, aus abgewinkelten Fassadenteilen, die durch eine Art Masswerk miteinander verbunden sind. Durch ein Portal gelangt der Besucher vom Vorplatz ins Foyer, in dem zwei Kunstwerke von Luke Gasser angebracht sind: An der Wand gegenüber dem Portal empfängt ein Kruzifix den Besucher. Gebildet wird es aus zehn Elementen, die auf Gottes Wirken im Neuen Testament verweisen. Links neben dem Kreuz sind vier Bronzetafeln angebracht, auf denen der Patron der Kirche, der Hl. Mauritius, die Muttergottes mit dem Jesuskind sowie ein Engel dargestellt sind.

Durch eine Glastür gelangt der Besucher ins Innere des Gotteshauses, das durch den polygonalen Grundriss und die zum Altarraum treppenartig aufsteigenden Fensterflächen bestimmt wird. Die Dachkonstruktion wird von Wandstützen getragen, die an Baumstämme erinnern. Die Bänke und Stühle sind im Halbkreis auf den geosteten Altarraum ausgerichtet, der durch drei Stufen vom übrigen Kirchenraum abgehoben ist. Luke Gasser schuf die Elemente des Altarraums aus Pappelholz und Stein. An der Wand links erzählen die 14 Kreuzwegstationen vom Leidensweg Christi, auf den an der Chorwand ein Holzkreuz mit stilisiertem Corpus folgt. Als Ewiges Licht dient ein Bergkristall, der von unten erleuchtet wird. Unter dem Kreuz an der Wand ist auf einer hölzernen Stele der Tabernakel aufgestellt, der aus Bronze geschaffen wurde. Die Orgel aus der Vorgängerkirche ­wurde von Armin Hauser 1998 in Anlehnung an barocke Vorbilder erbaut.

Hinwil

Hinwil Liebfrauen

Hinwil

Wer die Liebfrauenkirche in Hinwil besucht, erkennt kaum, dass dieses Gotteshaus ursprünglich den katholischen Kirchen von Wetzikon und Wald glich, die kurz danach vom gleichen Architekten Josef Steiner errichtet wurden – der Umbau von Walter Bosshart und Josef Caminada in den 1970er Jahren hat die traditionelle neoromanische Kirche in einen modernen Sakralbau verwandelt.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr1920
Architekt  Josef Steiner
Pfarreigrösse2’700 
Politische Gemeinde 
Hinwil

Website der Pfarrei

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Geschichte

Bis zum Ende des 1. Weltkriegs mussten die Hinwiler Katholiken in die benachbarten Pfarreien gehen, um eine Messfeier besuchen zu können. Ein Grossteil der Hinwiler Katholiken bevorzugte die Dreifaltigkeitskirche Dürnten. Der dortige «Bettelprälat» Franz Höfliger und das Ehepaar Camenisch, welches in Hinwil eine Druckerei betrieb, waren die treibenden Kräfte beim Aufbau der Pfarrei Hinwil.

Ein zunächst angemietetes Lokal in der Nähe des Bahnhofs erwies sich jedoch bald  als zu klein. 1919 wurde beim Bahnhof eine Parzelle für den Kirchenbau erworben und durch Zukauf einer zweiten erweitert. Nachdem Hinwil am 5. Oktober 1919 zur Pfarrei ernannt worden war, erfolgte am 4. Juli 1920 die Grundsteinlegung. Am 12. Dezember 1920 wurde die Kirche, noch im Rohbau, eingesegnet. Die festliche Weihe erfolgte 1927.

Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche 1978, als sie zu klein geworden war, aber nicht durch einen Neubau ersetzt, sondern durch Walter Bosshart und Josef Caminada nach damals aktuellen Gesichtspunkten umgestaltet wurde. 1989 kam das Pfarreizentrum hinzu.

Architektur & Kunst

Die Liebfrauenkirche war ursprünglich ein schlichtes einschiffiges Gotteshaus, geprägt durch neoromanische Stilelemente wie Rundbogenfenster und einem offenen Dachstuhl sowie durch Anlehnungen an den Heimatstil, eine bescheidene Variante der dreischiffigen Schwesterkirchen in Wetzikon und Wald.

Der Umbau von 1977/1978 liessen fast alle Merkmale der ursprünglichen Anlage verschwinden. Deshalb wurde der Altarraum an die einstige Längswand der Kirche versetzt. Die Gläubigen werden nun im Halbkreis um die Altarinsel gruppiert, wodurch sie sich auch räumlich näher am liturgischen Geschehen befinden. Das Dach des „Seitenschiffs“ wird durch auskragende Pfeiler aus Beton getragen, die auch den Dachstuhl des ursprünglichen Baus stützen. Der Altarraum befindet sich neu an der Längswand beim Turm und wird hinten durch eine breit geschwungene, halbrunde Chorwand abgeschlossen. Die Umgestaltung von Liebfrauen betraf natürlich auch das Äussere. Besonders auffällig sind die rhombischen Fenster im Erweiterungsbau, die ihr Pendant in den Schallöffnungen des Turmes finden und als Zacken der Krone der Kirchenpatronin, der Muttergottes, interpretiert werden können.

Der Altar selber ist geprägt von einer durchgehenden Symbolik: Die runde Tischplatte steht für die Gemeinschaft der Gottesdienstgemeinde, aber auch für die Ewigkeit. Die drei Füsse, auf denen sie ruht, weisen auf die Trinität hin, und das Dreieck, das sie zeichnen, ist ebenfalls ein Symbol für Gott. Der Chorbogen endet in der Mitte der hinteren Wand und geht über in zwei neue Wandelemente. Dazwischen ist eine Pforte offen gelassen, die flankiert ist vom Tabernakel und vom Ewigen Licht. Das Vortragkreuz ist wie der Tabernakel aus Schmiedeeisen und Feueremail gestaltet. Im Innern des Turmes sind Elemente der ursprünglichen Gestaltung der Kirche erhalten: unten die Marienkapelle und im Raum darüber Votivtafeln sowie andere Gegenstände aus der Zeit, als Hinwil ein Wallfahrtsort zur Lieben Frau war.

Niederhasli

Niederhasli St. Christophorus

Niederhasli

1925, ein Jahr nach St. Petrus Embrach, errichtete Josef Steiner im Zürcher Unterland ein weiteres Gotteshaus. Die Kirche in Niederhasli ist etwas grösser als die Kapelle in Embrach und die erste katholische Kirche im Bezirk Dielsdorf.

Patrozinium  St. Christophorus
Baujahr1925
Architekt  Josef Steiner 
Pfarreigrösse 5’700
Gemeinden 
Niederhasli, Niederglatt und Oberglatt 

Website der Pfarrei

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Geschichte & Architektur

Seit 1882 wurden die Katholiken des Bezirks Dielsdorf von Bülach aus betreut. Da damals für Katholiken der Besuch des Sonntagsgottesdienstes verpflichtend war, mussten die Gläubigen aus dem Bezirk Dielsdorf weite Wege nach Bülach auf sich nehmen. Nicht im Bezirkshauptort Dielsdorf, sondern im benachbarten Niederhasli gelang es den Katholiken, in den 1920er Jahren einen Baugrund für ihre erste eigene Kirche zu finden. 1925 wurde die Kirche durch den Architekten Josef Steiner erbaut. Sie war zunächst der Schmerzhaften Muttergottes geweiht. Der Grund für dieses Patrozinium findet sich im Spätmittelalter. In der Nähe von Niederhasli, am alten Pilgerweg vom Schwarzwald nach Einsiedeln, hatte sich im 16. Jahrhundert die kleine Wallfahrtskapelle Maria Pflasterbach befunden.

Der Entwurf für den Altar stammt ebenfalls von Josef Steiner, geschnitzt wurde er von Adolf Vogl, von dem auch die meisten Ausstattungsstücke der Dreifaltigkeitskirche Bülach stammen. Den Kreuzweg von 1926 gestaltete Philipp Noflander. 2000 erhielt die Kirche einen Taufstein und 2003/04 einen Altar samt Ambo, geschaffen von Otto Rüger.

1995 wurde Niederhasli von Dielsdorf abgetrennt und zu einer eigenständigen Pfarrei ernannt, die auch für die Gemeinden Niederglatt und Oberglatt zuständig ist. Auf diesen Zeitpunkt hin wurde die Kirche neu dem Hl. Christophorus gewidmet, der auf einer grossen Wandmalerei von Michaela Novotny aus dem Jahr 2010 dargestellt ist.

Schlieren

Schlieren St. Josef

Schlieren

Die elliptisch gestaltete Kirche St. Josef in Schlieren hat auffallende Ähnlichkeiten mit Bruder Klaus in Basel-Bruderholz. Beide stammen von Karl Higi und fanden besonders deshalb Anklang, weil sie die unmittelbar bevorstehende Liturgiereform der katholischen Kirche vorwegnahmen.

Patrozinium  Hl. Josef
Baujahr1960
Architekt  Karl Higi
Pfarreigrösse6’700
Politische Gemeinde 
Schlieren

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die Katholiken des gesamten oberen Limmattals gehörten anfangs des 20. Jahrhunderts zur Pfarrei Altstetten. Im Jahre 1907 erwarb der dortige Pfarrer in Schlieren oberhalb des Ortszentrums ein Grundstück, um darauf eine Kirche für Schlieren und Urdorf zu errichten. Verzögert durch den 1. weltkrieg konnte die Kircheallerdings erst am 13. Dezember 1923 eingeweiht werden.

Nach dem 2. Weltkrieg war die alte Kirche für die stetig wachsende Pfarrei zu klein geworden. Beim Architekturwettbewerb für Schlieren siegte Karl Higis Entwurf, der einen elliptischen Grundriss vorsah. Am 12. April 1959 erfolgte die Grundsteinlegung. Die Einweihung der Kirche durch Bischof Christian Caminada fand am 27. März 1960 statt. 1975 erfolgte eine Aussenrenovation, und 1983 wurde das Pfarreizentrum eröffnet – 2019 wird es durch einen Neubau ersetzt.

Architektur & Kunst

Die elliptische Betonkirche wird von einem freistehenden Glockenturm flankiert, der  weitherum im Limmattal sichtbar ist. Mit ihrer runden, hohen und fensterlosen Chorseite erhebt sich St. Josef imposant über den steilen Baugrund. Dass das Dach nach hinten geneigt ist, macht die Erscheinung der Kirche noch eindrücklicher. Rechts und links schwenken zwei niedrige Flügel aus, die sich hinten in einem grossen Bogen schliessen. Der Eingang erfolgt über eine breite Treppe; er ist markiert durch den freistehenden Turm. Mit seinem Grundriss nimmt er die geschwungenen Formen des Kirchenschiffs auf.

Der Innenraum wirkt luftig und frei, nicht nur, weil er dank der Stahlbetonkonstruktion ohne Säulen auskommt, sondern auch, weil  die Decke sich zum Chor hin hebt. Die Bänke sind im Halbkreis angeordnet und auf den Altar ausgerichtet. Die Mauern und die Decke sind verputzt und hell gestrichen, der Boden besteht aus Tessiner Granit.
Die Glasfenster stammen von Ferdinand Gehr. Die meisten von ihnen haben quadratisches Format und sind tief in die relativ dicke Wand eingelassen. Einen besonderen Akzent bilden die meist in einer Dreiergruppe angeordneten rechteckigen Fenster mit dunkelblauem Glas.

Der Altar war ursprünglich vorvatikanisch als Hochaltar konzipiert, stand aber von Anfang an etwas von der Chorwand abgesetzt. So konnte er auch nach der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils an seinem bisherigen Ort bleiben und als Volksaltar benutzt werden. An der Chorwand angebracht ist ein feuervergoldetes Kreuz von Ferdinand Hasler.

Wetzikon

Wetzikon St. Franziskus

Wetzikon

Die Kirche St. Franziskus ist die ältere der beiden katholischen Gotteshäuser von Wetzikon. Erbaut wurde sie vom renommierten Architekten Josef Steiner an erhöhter Lage auf dem Guldisloo. Sie ist weitgehend im Originalzustand erhalten und noch heute fast vollständig von freiem Wiesland umgeben. 

Patrozinium  Hl. Franz von Assisi
Baujahr1923
Architekt  Josef Steiner
Pfarreigrösse9’500
Politische Gemeinde 
Wetzikon, Kempten, Aatal

Website der Pfarrei

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Geschichte

Um 1890 lebten in Wetzikon und Umgebung bereits rund 1000 Katholiken, die mehrheitlich wegen der Arbeitsplätze in der Industrie aus katholischen Gebieten in die Zürcher Diaspora ausgewandert waren. Nach der Errichtung der Missionsstation Pilgersteg 1866 auf dem Gebiet von Rüti folgten 1876 diejenige in Uster und 1890 die von Wetzikon. Möglich wurde der rasche Aufbau dieser Seelsorgestellen durch die tatkräftige Unterstützung der Inländischen Mission.

Am 9. Februar 1892 wurde in Wetzikon ein Kirchenbauverein ins Leben gerufen. Landkäufe auf dem Guldisloo konnten am 1. April 1892 notariell beglaubigt werden. 1893 wurde ein Pfarrhaus mit Betsaal erbaut.  Während des Ersten Weltkrieges musste der geplante Kirchenbau jedoch sistiert werden. Am 15. Juli 1923 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau der St. Franziskuskirche, die nach Plänen von Joseph Steiner errichtet wurde. Bereits am 5. Oktober des gleichen Jahres erfolgte die Einweihung der Kirche durch Raymund Netzhammer, Erzbischof von Bukarest.

In den folgenden Jahren wurde die Kirche St. Franziskus nach und nach ausgestattet: 1925 wurden Seitenaltäre und Statuen des Hl. Antonius, des Hl. Ludwig und der Hl. Elisabeth angebracht. Die Holzstuckaturen wurden von Alfons Noflauer geschaffen. 1936 folgten die Kreuzweg-Bilder. 1947 erhielt die Kirche eine Kanzel und 1949 einen Taufstein aus dunklem Gastione-Granit. 2013-2014 wurde der Innenraum unter denkmalpflegerischen Aspekten renoviert, sodass der Charakter der von Joseph Steiner konzipierten Kirche erhalten geblieben ist.


Architektur & Kunst

St. Franziskus ist eine dreischiffige neuromanische Basilika. Der Turm ragt fast bündig aus der schlichten Fassade der Kirche auf. Auch im Inneren präsentiert sich die Kirche als typisch neoromantischer Bau. Das Mittelschiff ist geprägt durch eine Kassettendecke, und der Rundbogen findet sich im Chor, bei den Fenstern des Obergadens und den Arkaden zu den Seitenschiffen, die durch Kreuzrippengewölbe abgeschlossen sind. Nur der moderne Volksaltar und die Deckenleuchter weisen auf die jüngsten Erneuerungsmassnahmen hin.
1937 konnte aus einer andern Kirche eine erste Orgel übernommen werden. 1975 wurde sie ersetzt durch ein Instrument mit 1654 Pfeifen und 25 Registern aus der Firma Mönch & Söhne.

Zurich OerlikonHerzJesu

Zürich Herz Jesu Oerlikon

Zurich OerlikonHerzJesu

Der Bau der Kirche Herz Jesu Oerlikon wurde fast zeitgleich mit demjenigen der Liebfrauenkirche begonnen, konnte aber ein Jahr früher abgeschlossen werden. Deshalb ist sie nach St. Peter und Paul Aussersihl die zweite katholische Kirche, die auf dem Gebiet der heutigen Stadt eingesegnet wurde. Dass es in Zürich gleich zwei Kirchen mit dem Titularfest Herz Jesu gibt, ist eine Besonderheit, die bei der Weihe neuer Kirchen in der Regel vermieden wird. Sie rührt daher, dass Wiedikon bereits 1893 eingemeindet wurde, während Oerlikon bis zur 2. Eingemeindung 1934 ein selbständiges Dorf blieb.

TitularfestHerz Jesu
Baujahr1893
Architekt  August Hardegger
Pfarreigrösse6’300
Quartier 
Zürich-Oerlikon 

Website der Pfarrei

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Geschichte
Aufgrund der Eisenbahnanbindung ab 1855 entstanden in Oerlikon mehrere Fabriken mit tausenden von Arbeitsplätzen. Für die katholischen Arbeiterfamilien war der Weg zu St. Peter und Paul Aussersihl weit, weshalb schon früh Bestrebungen für den Aufbau einer eigenen Pfarrei entstanden.

1891 konnte das Land für die heutige Kirche gekauft werden. Die neue Kirche wurde in gut einjähriger Bauzeit durch August Hardegger errichtet und am 11. Juni 1893 eingesegnet. 1894 wurde Herz Jesu Oerlikon von der Pfarrei Liebfrauen abgetrennt und zur Pfarrei erhoben. In der Anfangszeit gehörten dazu insgesamt 28 Gemeinden und Weiler, von Buchs im Furttal bis Schwerzenbach und von Effretikon bis zum Strickhof.1894/1895 wurde nach Plänen der Architekten Chiodera und Tschudy ein Pfarrhaus errichtet. Der Turm, entworfen von Anton Fritz Scotoni-Eichmüller, kam erst 1907 hinzu. Ebenfalls 1907 erhielt die Kirche ihren Hochaltar und eine erste Orgel. Geweiht wurde das Gotteshaus erst 1909, ein Zeichen dafür, wie lange man an den Hypothekarschulden zu tragen hatte.

1937 entschieden die Oerliker, ihre Kirche zu vergrössern. Wegen des 2. Weltkriegs konnten die Sanierungsmassnahmen jedoch erst 1944–1947 durchgeführt werden. Um genug Raum für die Gottesdienstbesucher zu schaffen, wurde die Kirche zudem um vierzehn Meter verlängert – bereits Hardegger hatte diese Möglichkeit der Erweiterung in seinen Plänen skizziert – sowie am westlichen Ende eine Taufkapelle angebaut.

1954–1957 ersetzte Fritz Metzger das alte Pfarrhaus von 1895 durch ein grösseres, dreigeschossiges und ergänzte die kirchliche Anlage durch einen Pfarreisaal, Vereinslokale und einen Kindergarten. 1984 sanierten Hans und Hanspeter Steiner das Gotteshaus umfassend. Insbesondere brachte man die heutige Holzdecke an, veränderte den Altarraum und erneuerte die Sitzbänke. Wandgemälde im Chor und an den Seitenwänden ein Kreuzweg von Willy Helbling ergänzten die Ausstattung. 2003 erfolgte die bislang jüngste Innenrenovation, bei der der Chor erweitert und der Altarraum durch Josef Caminada nochmals neugestaltet wurde. Hierbei übermalte man die Wandgemälde im Chor, der Kreuzweg dagegen blieb erhalten. Gleichzeitig wurde die bisherige Taufkapelle unter der Orgelempore in eine Marienkapelle umgewandelt.

Architektur & Kunst

Herz Jesu wurde als neogotischer Bau mit Anlehnung an den Heimatstil konzipiert. Die gesamte Fassade bestand ursprünglich aus wuchtigem Sichtsteinmauerwerk wie heute noch der Turm. Erst im Zug der baulichen Erneuerung durch Josef Steiner wurde das Kirchenschiff weiss verputzt. Im Innern nimmt die Decke die neogotische Formensprache auf, doch wurde dafür als Material ursprünglich Gips verwendet.

Der älteste Teil der aktuellen Kirchenausstattung sind die 1946 eingebauten Bleiglasfenster von August Wanner. Die Fenster im Chor zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, diejenigen im Längsschiff Darstellungen von Heiligen. Wesentlich zur heutigen Ausstrahlung der Kirche trägt die Neugestaltung des Chorraums durch Josef Caminada im Jahr 2003 bei. Die heutige Orgel ist ein Instrument aus der oberösterreichischen Orgelbauanstalt St. Florian bei Linz und verfügt über 39 Register.

Zurich SteFamille

Zürich Ste. Famille

Zurich SteFamille

Die Kirche Sainte Famille ist die Heimat der französischsprachigen Katholiken Zürichs. Es handelt sich um den jüngsten Kirchbau des erfolgreichen Architektenduos Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger im Kanton Zürich. Wegen der damals geltenden Bauvorschriften musste die Kirche aussen als Bürohaus gestaltet werden, sodass sie als Sakralbau kaum wahrgenommen wird.

Patrozinium  Hl. Familie
Baujahr1966
Architekt  Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger
BesonderheitPersonalpfarrei (Mission catholique de langue française)
Zuständigkeit
Für die französisch sprachigen Katholiken im Kanton Zürich 

 

Website der MCLF

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Geschichte

Die erste französischsprachige Messe wurde in Zürich am 7. Mai 1899 in der Liebfrauenkirche gefeiert. Später hielten Patres aus dem Kloster Einsiedeln in Zürich französische Gottesdienste ab. 1924 beauftragte Bischof Georg Schmid von Grüneck einen Vikar in der Pfarrei St. Anton Hottingen mit der kontinuierlichen Seelsorge der französischsprachigen Katholiken. Seit 1955 führte der Jurassier Abbé Henri Joliat die Mission catholique de la langue française (MCLF) weiter und initiierte den Bau der heutigen Kirche Ste. Famille. 1964–1966 erbauten Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger die Église de la Sainte Famille. Am 9. Januar 1966 wurde das Gotteshaus eingeweiht. Nach der Demission von Henri Joliat 1967 führten die Pères du Saint Sacrement die Gemeinde ab 1970 weiter, seit 1990 betreuen die Dominikaner die französischsprachigen Katholiken.

2000/2001 erfolgte die Totalsanierung der Kirche unter der Leitung von Karina Castella. Dabei wurde auch der Altarraum der Kirche neu gestaltet. Die Gemeinde besitzt heute eine internationale Ausrichtung mit Mitgliedern u.a. aus Frankreich und Afrika.

Architektur & Kunst
Ohne Glockenturm, wegen der bestehenden Bauvorschriften eher als Geschäftshaus denn als Kirchenbau gestaltet, steht die Kirche Sainte Famille an der Hottingerstrasse unweit des Kunsthauses Zürich. Nur ein schlichtes Eisenkreuz und eine Inschrift an der Hausfassade deuten an, dass es sich um ein kirchliches Gebäude handelt. Die Gestaltung des Äusseren lässt erkennen, dass es auf zweifache Art genutzt wird. Während sich unten hinter der weissen Betonwand mit den eingelassenen Glasmosaiken die eigentliche Kirche befindet, sind in den oberen Stockwerken mit der gerasterten, mit grünen Elementen versehenen Fassade die Büros und die Wohnräume der Seelsorger untergebracht. Unter der Kirche sind das Pfarreizentrum und die Krypta eingebaut.

Der Gottesdienstraum bildet einen Kontrast zum schlichten Äusseren des Baus und wird durch die Glasmosaike von Paul Monnier geprägt. Ein weiteres Glasfenster von Paul Monnier befindet sich beim Eingang der Kirche. Wie die Glasfenster sind auch der Tabernakel, das Wandkreuz, die drei Kerzenständer sowie die Apostelkreuze an der rechten Kirchenwand aus der Zeit des Kirchenbaus.

Dem strengen Rechteck der Gebäudehülle antwortet strassenseitig das weit geschwungene Podest, auf dem sich der Altar erhebt, und dessen eleganter Bogen wiederholt sich in der Anordnung der Bänke und der Brüstung der Empore. Eindrücklich zu diesen gross angelegten Formen kontrastiert die Kreuzwegplastik neben der Treppe nach oben.  
Anlässlich der Renovation 2000/2001 wurden von Roger Gerster aus Aluminium ein neuer Altar, Ambo und Taufstein geschaffen. Der Altar zeigt die Namen der zwölf Apostel und der Ambo die vier Evangelisten; der Taufstein verweist mit den Symbolen von Wasser und Feuer auf den Heiligen Geist.