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Richterswil

Richterswil Hl. Familie

Richterswil

Die Kirche Hl. Familie in Richterswil ist die erste von den drei Kirchen, die der renommierte Ostschweizer Architekt Adolf Gaudy im Kanton Zürich errichtet hat. Wegen einer einseitigen Erweiterung im Jahr 1939 wurde sie zu einer der wenigen zweischiffigen Sakralbauten in der Schweiz.

TitularfestHl. Familie
Baujahr1914
Architekt  Adolf Gaudy
Pfarreigrösse3’900 
Politische Gemeinden 
Richterswil mit Samstagern 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Im 19. Jahrhundert wurden die in Richterswil und Samstagern sesshaft gewordenen Katholiken von den Pfarreien im benachbarten Kanton Schwyz aus betreut. Ab 1888 war für deren Seelsorge die neu gegründete Pfarrei Wädenswil zuständig. 1908 wurde in Richterswil ein katholischer Männerverein gegründet, der den Aufbau einer eigenen Pfarrei vorantrieb. 1909 kaufte Bischof Georg Schmid von Grüneck das Land für Kirche und Pfarrhaus. Dank der finanziellen Unterstützung durch seine Pflegemutter konnte der erste Pfarrer von Richterswil, Leo Munier, das Pfarrhaus bereits 1911/1912 errichten. Anschliessend wurde der Bau der Kirche nach Plänen von Adolf Gaudy in Angriff genommen. 1914 wurde die fertiggestellte Kirche vom Dekan des Klosters Einsiedeln, Pater Athanasius Staub, benediziert. 1916 erhob der Bischof Richterswil zur selbständigen Pfarrei Im Jahr 1939 wurde die Kirche auf der Seeseite durch ein Seitenschiff mit einem Querschiffarm vergrössert.

1977–1979 nahm Josef Riklin eine umfassende Renovation vor, bei der Hochaltar und Seitenaltäre entfernt wurden. Die letzte Sanierung erfolgte 2015/2016 durch Walter Moser.

Architektur & Kunst

Von aussen präsentiert sich die Richterswiler Kirche als Bau des Neobarock. Augenfällig ist dies vor allem bei der bergseitigen Fassade, wo die oben geschwungenen Fenster und die darüber angebrachten Oculi besonders gut zur Geltung kommen.  Demgegenüber nimmt der Turm mit seinem Käsbissendach eine im Kanton Zürich weit verbreitete Form von älteren Dorfkirchtürmen auf. Die Giebelfassade mit dem Haupteingang ist durch ein grosses Rundfenster und eine Vorhalle mit Arkaden ausgezeichnet. Seitlich davon bildet ein origineller Rundturm den Aufgang zur Empore.

Die wenigen erhalten gebliebenen Ausstattungselemente aus der Erbauungszeit wurden von Edwin Bachmann gestaltet. Sie prägen bis heute den schlichten Innenraum.
Das grosse Hochaltar-Gemälde im neobarocken Stil zeigt eine Darstellung der Heiligen Familie. Die Kreuzwegstationen schuf Edwin Bachmann nach Vorlagen von Ferdinand Baumhauer. Die Glasmalereien enthalten zeitgenössische Jugendstilformen. Nach Vorlagen von Edwin Bachmann wurden sie vom Glasmaler J. Klotz ausgeführt.

Bei der Sanierung der Kirche von 1977–1979 wurde auch der Chorraum den Vorgaben der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums angepasst. Josef Rickenbacher schuf die künstlerische Ausstattung samt Altar, Ambo und Taufstein. Von ihm stammen auch die Antonius- und die St. Martinsplastik. Letztere erinnert an das Patrozinium der mittelalterlichen Kirche von Richterswil.

Eine erste Orgel, eine pneumatische Orgel der Firma Kuhn, erhielt die Kirche im Jahr 1923. Im Zuge der Renovation von 1979 wurde sie durch die heutige Hauptorgel ersetzt, die ebenfalls aus der Firma Kuhn kommt. Eine Besonderheit ist die grosse spätromantische Chororgel.

Volketswil

Volketswil Bruder Klaus

Volketswil

Um neu entstehenden Pfarreien günstigen Kirchenraum zu ermöglichen, konzipierte Architekt Hanns Anton Brütsch im Auftrag des Hilfswerks Fastenopfer den Typus einer schlichten, aber formschönen Kirche, die demontierbar konstruiert ist, damit man sie an einem zweiten Standort wieder aufbauen kann. Insgesamt 17 dieser Kirchen wurden schweizweit erbaut, vier davon im Kanton Zürich. Die älteste dieser vier «Fastenopfer-Kirchen» steht in Volketswil.

Patrozinium  Hl. Bruder Klaus
Baujahr1971
Architekt  Hanns Anton Brütsch 
Pfarreigrösse4’900
Politische Gemeinde 
Volketswil 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Bis heute ist die Pfarrei Bruder Klaus Teil der Kirchgemeinde Uster, von wo aus die Katholiken von Volketswil seit dem späten 19. Jahrhundert betreut wurden. Als aber in den 1960er und 1970er Jahren zahlreiche Wohnhäuser und in Kindhausen ein grosses Einfamilienhaus-Quartier entstand, wollten die Katholiken auch in Volketswil eine Kirche haben.  Aus Kostengründen entschied man sich für eine Fastenopferkirche. 1971 wurde sie neben dem neuen Einkaufszentrum und den Wohnhochhäusern erstellt. 1993/1994 wurde sie renoviert und nach Plänen von Bruno Demuth durch den Anbau eines Pfarreizentrums und einer Werktagskapelle ergänzt.

Architektur & Kunst

Die Bruder-Klaus-Kirche ist noch weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. In klaren Formen und mit einfachen Baumaterialien konzipiert steht sie mitten im Neubaugebiet von Volketswil. Der hohe Giebel der Kirche bildet mit der Bodenfläche ein gleichschenkliges Dreieck, das auf die Trinität verweist.

Betritt der Besucher die Kirche, gelangt er unter der niederen Orgelempore in den hohen Kirchenraum. Erhellt wird er einerseits durch die Frontfenster unter dem Dach und anderseits durch die Fenster im Schiff, die ebenerdig angebracht sind. Das Innere wurde 1993/1994 durch Primo Lorenzetti neu gestaltet.  Der Altar bildet den Mittelpunkt der Kirche. Die zwölf Altarbeine stehen für die zwölf Jünger. In die Altarplatte eingelassen ist eine Reliquie des Hl. Bruder Klaus.

Die Innenausstattung nimmt die Gestalt der Kirche als gleichschenkliges Dreieck mehrfach auf und variiert es zu einem gleichschenkligen Kreuz. Im oberen Bereich der Chorwand sind die Ecken von vier Platten so zurückgebogen, dass in den Fugen ein sich öffnendes Kreuz zu erkennen ist, welches die Wand aufzusprengen scheint – ein Zeichen für die Ankunft Gottes auf Erden durch Jesus Christus. Auch der Tabernakel hat die Form eines gleichschenkligen Dreiecks; in der Maserung des Holzes sind links und rechts je ein Cherub zu erkennen, welche das Allerheiligste bewachen. Für die Werktagskapelle schuf Primo Lorenzetti ein weiteres Kreuz, auf dem der Körper von Christus nur angedeutet ist, während sich die horizontalen Kreuzarme an die Rundung der Wand schmiegen, was den bergenden Charakter der Liebe Gottes verdeutlichen soll.

Zollikerberg

Zollikerberg St. Michael

Zollikerberg

Die Kirche St. Michael in Zollikerberg wurde 1966 von Karl Higi erbaut. Sie überzeugt durch ihre harmonische Gestaltung, eine klare Formensprache sowie ihre hochwertige künstlerische Ausstattung.

Patrozinium  Hl. Michael
Baujahr1966
Architekt  Karl Higi 
Pfarreigrösse4’400 
Politische Gemeinden 
Zollikerberg und Zumikon 

 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Erhöht gelegene Kirchen werden oft dem Erzengel Michael geweiht, so auch in Zollikerberg. Mitten im 2. Weltkrieg wurde im Rebwiesquartier eine erste Notkapelle eingerichtet, die am 18. Juni 1944 benediziert werden konnte. Nach Kriegsende kam es in Zollikerberg zu einem eigentlichen Bauboom, weshalb sich die wachsende katholische Gemeinde schon im Jahr 1952 das Areal für die heutige Kirche sicherte. Die eingesetzte Jury entschied sich im Oktober 1962 für das Projekt «Licht» von Karl Higi. Am 20. September 1964 weihte Generalvikar Dr. Teobaldi den Grundstein; Ende April 1966 war der Bau beendet, und am 10. Juli 1966 wurde darin der erste Gottesdienst gefeiert.

Architektur & Kunst

Der 32 Meter hohe, fünfeckige Betonturm verweist dank seiner Höhe schon von weitem auf den Standort der Kirche. Der Glockenstuhl birgt in seinem Innern ein fünfstimmiges Geläut. Bekrönt wird er von einem 2.90 Meter hohen Kreuz. Um einen rechteckigen Vorhof gruppieren sich Turm, Pfarrhaus und Kirche samt Pfarreizentrum, alle aus kubischen Körpern geschaffen.

Karl Higi errichtete die Kirche als Querbau aus polygonalen Formen, in der sich die Gottesgemeinde auf Bänken in einem Halbkreis um den Altar versammelt. Der mit dunklen Schieferplatten belegte Boden fällt leicht zum Altarraum hin ab und ermöglicht so allen Besuchern eine gute Sicht auf den Altarraum. Die Decke der Kirche ist mit Redwood-Holz verkleidet. Eine Fensterfront im gestaffelten Dach mit blau getöntem Antikglas lässt das Tageslicht gedämpft in den Raum einfallen.

Da die Kirche als Abendmahlssaal konzipiert wurde, ist sie bewusst schlicht gehalten. Der weisse Altar bildet das Zentrum, auf den auch die Altarwand mit ihrer Gestaltung verweist. Ambo und Altar bestehen aus hellem Cristallina-Marmor und wurden von Joseph Wyss geschaffen. Über dem Altarraum schwebt ein silbernes Kreuz mit Corpus. Links neben dem Altarbereich befindet sich ein Taufstein, der von Reinhard Stutz aus dunklem Marmor gehauen wurde und in seiner dreiteiligen Form auf die Trinität verweist. Originell und ausdrucksstark sind die Glasfenster im Hauptraum der Kirche. Max Rüedi gestaltete vier Fenster, die den Kampf von Gut gegen Böse darstellen und damit auch das Wirken des Kirchenpatrons aufgreifen.

Rechts liegt die St. Michaels-Kapelle, wo der Tabernakel angebracht wurde, gestaltet von Meinrad Burch-Korrodi. Verena Loewensberg bemalte die Decke der St. Michaelskapelle baldachinartig. Eine barocke, gefasste Plastik zeigt den Kirchenpatron, den Hl. Michael. Auf der linken Seite des Hauptkirchenraums wurde über der Sakristei die Orgelempore erbaut. Direkt neben dem Kirchenportal befindet sich die Marien-Kapelle, in der Werktagsgottesdienste gefeiert werden. Sie besitzt ein Glasfenster von Ferdinand Gehr aus dem Jahr 1992.
2002 schuf Paul Wyss den Kreuzweg, der an der Rückwand angebracht ist. Als Besonderheit gibt es nach den 14 traditionellen Stationen eine 15. Station, welche die Auferstehung symbolisiert.

Zurich StKatharina

Zürich St. Katharina

Zurich StKatharina

Obwohl die 1972 errichtete Kirche St. Katharina an einer stark befahrenen Strasse in Zürich-Affoltern erbaut wurde, besitzt sie einen ruhigen, eleganten Kirchenraum. Möglich wurde dies dank eines klug gestalteten Baukonzepts und einer fensterlosen, gestaffelten Chorwand, welche Strasse und innenraum komplett trennt.

Patrozinium  Hl. Katharina von Alexandrien
Baujahr1972
Architekt  Wilhelm und Eugen O. Fischer
Pfarreigrösse5’700
Quartier
Zürich-Affoltern 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Wegen der Nähe zu den Industriebetrieben in Oerlikon wuchs das kleine Bauerndorf Affoltern zu Beginn des 20. Jahrh­­­­­underts innert weniger Jahrzehnte zu einem urbanen Zürcher Quartier heran. 1919 kaufte die Pfarrei Herz Jesu Oerlikon in Haus mit einem ansehnlichen Umschwung. Fritz Metzger – der wegen seiner späteren Bauten als einer der wichtigsten Schweizer Kirchenarchitekten des 20. Jahrhunderts gilt – errichtete auf einem kleineren Teil dieses Areals sein Erstlingswerk. Diese erste Kirche wurde 1928 eingeweiht. 1933 ernannte Bischof Georg Schmid von Grüneck Affoltern zu einer eigenständigen Pfarrei. Da wegen Geldmangels der Bau einer grösseren Kirche zurückgestellt werden musste, wurde der Rest der Parzelle 1945 an eine Baugenossenschaft verkauft.

Nach dem Weltkrieg wurde Metzgers Kirche endgültig zu klein. 1967 wurden sechs Architekten zu einem Wettbewerb eingeladen. Walter Moser obsiegte zwar, aus betrieblichen Gründen reallisierte man aber das zweitplatzierte Projekt von Wilhelm und Eugen O. Fischer. 1970–1972 wurde nach dem Abbruch der alten die heutige Kirche St. Katharina erbaut. 1988 erfolgte eine Sanierung und 1991 ein Umbau des Innern.

Architektur & Kunst

Die Architekten nutzten den kleinen und abschüssigen Baugrund geschickt aus. Um die Kirche vom Strassenlärm abzuschirmen, setzten sie den Eingang bergseitig an und gestalteten die Wand zur vielbefahrenen Strasse als fensterlose Chorwand. Damit die Fassade nicht allzu massiv und wuchtig erscheint, haben die Architekten die Wände des Sockelgeschosses als eine Reihe von eng stehenden rechteckigen Pfeilern gestaltet. Auch haben sie die Fassade durch mehrfache stumpfwinklige Verbreiterungen aufgelockert. Für die Passanten wirkt die Ausbuchtung als Chor und verschafft so dem Bau einen zurückhaltenden und doch selbstbewussten Auftritt.

Der Boden senkt sich im Kirchenraum von hinten nach vorne leicht ab, sodass auch von den hinteren Bänken aus eine gute Sicht auf den Altarbereich möglich ist. Indirektes Licht fällt durch die Oblichter ein, die auf der Innenseite des Daches parallel zur Mauerkrone angeordnet sind.

Die künstlerische Gestaltung der Kirche wurde Kurt Brunner übertragen. Kreuz, Tabernakel, Ewiges Licht und die Kerzenständer sind aus Bronze geschaffen. Links vom Altarbezirk findet sich eine Plastik der Hl. Katharina von Alexandrien aus der Zeit um 1460. Im hinteren Teil der Kirche ist eine Nische eingebaut, in der eine barocke Marienskulptur aufgestellt ist. Die drei Wandteppiche wurden 1975 von den Nonnen des Benediktinerinnenklosters St. Lazarus in Seedorf/UR entworfen und gewoben.

Anders als üblich gelangt man nicht vom Kircheninn­ern in die Krypta, sondern von der tiefer gelegenen Strasse her. Ihre künstlerische Ausstattung stammt wie die der Kirche von Kurt Brunner.

Affoltern aA

Affoltern am Albis, St. Josef

Affoltern aA

In Affoltern schuf Architekt Willi Egli nach Christkönig Kloten seine zweite katholische Kirche im Kanton Zürich. Die moderne Kirche, die in zeitgemässer Formensprache die monastische Architektur neu aufgreift, könnte darüber hinwegtäuschen, dass Affoltern die älteste Pfarrei des Knonauer Amts ist, deren Anfänge bereits auf das Jahr 1887 zurückgehen.

Patrozinium  Hl. Josef
Baujahr1982
Architekt  Willi Egli
Pfarreigrösse6’600
Politische Gemeinden
Aeugst. a.A., Affoltern a.A.,
Hedingen, Obfelden und Ottenbach

Website der Pfarrei

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Geschichte

Um den Katholiken, die wegen der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert ins Knonauer Amt einwanderten, eine spirituelle Heimat zu bieten, eröffnete die Inländische Mission 1887 in Affoltern eine Seelsorgestelle. Schon 1892 konnte eine stolze neogotische Kirche errichtet werden. Diese Kirche befand sich auf dem Baugrund, auf dem auch die heutige Kirche St. Josef steht, in unmittelbarer Nähe der Geleise und des Bahnhofs. Bischof Georg Schmid von Grüneck weihte das fertiggestellte, schuldenfreie Gotteshaus am 10. Juni 1910 feierlich ein.
Nach der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der katholischen Kirche 1963 und dem Landkauf eines Nachbargrundstücks mehrten sich die Stimmen, die nicht nur ein Pfarreizentrum, sondern auch gleich noch eine neue Kirche errichten wollten.

Vergeblich versuchte die kantonale Baudirektion, das neogotische Gotteshaus durch Unterschutzstellung vor dem Abbruch zu retten. Am 9. April 1981 wurde die alte Kirche samt Pfarrhaus gesprengt. Am 15. August erfolgte die Grundsteinlegung für das heutige Kirchenzentrum, das Willi Egli 1981–1983 realisierte. Am 9. April 1983 weihte Bischof Johannes Vonderach das neue Gotteshaus ein.

Architektur & Kunst

St. Josef wurde im modernen Stil, aber auch mit Anlehnungen an mittelalterliche Klosterbauten gestaltet. So laufen die Wege, die den Besucher aus unterschiedlichen Richtungen zur Kirche hinführen, zunächst im ruhigen Innenhof zusammen. Bei schlechtem Wetter bietet sich anstelle des Innenhofs das Foyer als Begegnungsort an. Über dem nordwestlichen Zugang des Gebäudeensembles wird ein Tor angedeutet, in dem hoch oben eine der historischen Glocken des Vorgängerbaus aufgehängt ist. Dem Zeitgeschmack folgend, verzichtet St. Josef auf einen weithin sichtbaren Glockenturm.

Im Inneren des Gotteshauses fällt der Boden zum Chor hin leicht ab, sodass sämtliche Besucher eine gute Sicht auf die liturgischen Orte haben. Die originelle Dachkonstruktion verleiht dem Innenraum eine charakteristische Gestalt. Ein hoher Lichtgaden leitet das Tageslicht in die Kirche. An der tiefsten Stelle des Raumes ist der Taufstein aufgestellt; dahinter erhebt sich der Altarraum, der von einer gerundeten Chorwand abgeschlossen wird.

Hinten schirmt eine Art Lettner die Andachtsecke zum Hauptraum ab, lässt aber umgekehrt den Blick auf den Kreuzweg zu, der aus dem Vorgängerbau übernommen wurde. Am Lettner sind eine Muttergottesstatue und ein zeitgenössisches Relief des Kirchenpatrons
St. Josef angebracht.

Gossau

Gossau Maria Krönung

Gossau


Die kleinste und vielleicht originellste Kirche von Architekt Fritz Metzger im Kanton Zürich befindet sich im Gossau. Die Kirche Maria Krönung besitzt den Grundriss eines Fisches, der auf Griechisch ICHTYS lautet, eine Abkürzung für das Bekenntnis der Gläubigen: Jesus Christus, Gottes Sohn und Erlöser.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr1959
Architekt  Fritz Metzger 
Pfarreigrösse2’400 
Politische Gemeinde 
Gossau ZH 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die von Bischof Johannes Vonderach am 5. Mai 1959 eingeweiht Kirche wurde mittels Spenden und Darlehen erbaut. Eigentlich hatte Fritz Metzger geplant, der Kirche noch eine Schwanzflosse mit weiteren 80 Sitzplätzen hinzuzufügen, doch aus finanziellen Gründen kam dieser Anbau nicht zur Ausführung. Stattdessen wurde die Kirche 2004 durch ein Pfarreizentrum ergänzt.

Architektur & Kunst

Der niedrige Kirchturm aus bemaltem Sichtbeton mit seiner nach oben sich verjüngenden Form und der Gestaltung der Schallöffnungen erinnert an die nordamerikanische Puebloarchitektur. Die Mauern sind grobkörnig verputzt und wirken dick und massiv. Die Fenster, gestaltet von Paul Stöckli, zeigen an der Ostseite Bilder aus der Lauretanischen Litanei.  Auch das schmale Fensterband unter der Decke ist wichtig für den Raumeindruck: Es hebt das Dach von den Kirchenmauern optisch ab, sodass es über den Mauern zu schweben scheint.

Obwohl vor dem II. Vatikanum entstanden, ist Maria Krönung nicht mehr als strenge Wegekirche konzipiert. Der Altar steht in der Mitte des Chorraums, und die Bänke sind im Halbkreis darum herum gruppiert. Der Taufstein, ein Frühwerk von Georg Malin, befindet sich jedoch immer noch am Eingang der Kirche, womit signalisiert wird, dass die Taufe am Anfang des christlichen Lebensweges steht. Den Kreuzwegstationen von Willy Buck folgend, gelangt der Gläubige schliesslich zum Kreuz, an dem Jesus mit einem offenen Herzen dargestellt ist. Die Skulptur der Kirchenpatronin zeigt die gekrönte Muttergottes. Sie wurde zusammen mit dem Kreuz von Arnold D’Altri geschaffen und weist mit ihrer rechten Hand auf den Altar, den Ort, an dem Jesus in der Eucharistie mitten unter den Menschen gegenwärtig ist.

Maennedorf

Männedorf St. Stephan

Maennedorf

In Männedorf steht die älteste katholische Kirche des rechten Zürichseeufers. Erbaut wurde sie im neogotischen Stil durch August Hardegger, der zeitgleich auch die Kirchen Herz Jesu Oerlikon und die Liebfrauenkirche Zürich errichtete.

Patrozinium  St. Stephan
Baujahr1893
Architekt  August Hardegger 
Pfarreigrösse4’300 
Kirchgemeinde 
Männedorf-Uetikon am See

Website der Pfarrei

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Geschichte
Nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Gemeinden rund um den Zürichsee liessen sich im Zuge der Industrialisierung immer mehr Katholiken nieder. Für deren religiöse Betreuung engagierte sich die Inländische Mission. In diesem Zusammenhang spielte Männedorf eine wichtige Rolle, wurden doch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrere Nachbarpfarreien von hier aus errichtet und aufgebaut.

Als erster Pfarrhelfer in Männedorf amtete Leonhard Haas, der spätere Bischof von Basel. 1871 konnte er ein kleines Haus beziehen. Zur eigenständigen Pfarrei wurde Männedorf 1882, als es von der Pfarrei Horgen abgetrennt wurde. Das heutige Gotteshaus entstand 1892/1893 an einem neuen, etwas erhöht gelegenen Ort. Die Einsegnung fand an Weihnachten 1893 statt. 1897 wurde das neue Pfarrhaus errichtet, 1898 folgten der Bau von Sakristei und Kirchturm. 1915 erhielt die Kirche ihre erste Pfeifenorgel. 1992/1993 wurde die Unterkirche eingebaut.

Architektur & Kunst

Die neogotische Kirche St. Stephan präsentiert sich seit 1898 äusserlich nahezu unverändert. Ihr Wahrzeichen ist der minarettähnliche oktogonale Turm. Die Fassade ist mit Sandstein aus dem Seegebiet verkleidet. Seit der Renovation von 1992/1993 wird die Kirche nicht mehr durch das seitliche Portal betreten, sondern durch einen neu geschaffenen Haupteingang. Über zwei seitliche Treppen gelangt man nach oben, in die eigentliche Kirche, ein einschiffiger Raum, der von einem hölzernen Spitzbogengewölbe überspannt wird. Der Chor ist leicht eingezogen und schmal gehalten.

Bei der purifizierenden Erneuerung 1966–1968 ging viel Ursprüngliches verloren. Bei der Renovation von 1992/1993 wurde das markanteste neue Gestaltungselement von damals, das Lettner-Relief von Franco Annoni, seinerseits aus der Kirche entfernt. Das Konzept für diese Renovation, die die heutige Innenausstattung prägt, stammt von Tönis Kask und Rino Fontana. Die Orgel der Firma Kuhn verfügt über 18 Register, darunter 3 Transmissionen. Sie ersetzt seit der Renovation von 1992/1993 das Vorgängerinstrument.

RichterswilSamstagern

Richterswil-Samstagern St. Marien

RichterswilSamstagern

In Samstagern, einem Dorf der Gemeinde Richterswil, steht die 2012 geweihte Kirche St. Marien. Als Besonderheit besitzt sie eine Orgel, die während Jahrzehnten in der romanischen Kirche des Zisterzienserklosters Hauterive den Gesang der Mönche begleitet hatte.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr2012
Architekt  Forster und Uhl 
Pfarreigrösse3’900 
Politische Gemeinde 
Richterswil mit Samstagern 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Bereits 1938 war für die zahlreicher werdenden Katholiken von Samstagern eine erste kleine Kirche aus Holz errichtet worden. Diese hatte vorher in Hallau (SH) gestanden und leistete in Samstagern während Jahrzehnten ihren Dienst, bis die Baufälligkeit sowie die beengten Raumverhältnisse einen Neubau nahelegten. 2010 erfolgte ein Architekturwettbewerb, den Christian Forster und Andreas Uhl für sich entscheiden konnten. Am 12. Februar 2012 weihte Bischof Vitus Huonder die Kirche St. Marien ein.

Architektur & Kunst

Von der vielbefahrenen Strasse liegt St. Marien etwas zurückversetzt. Der grau gehaltene Betonbau besitzt zwei verschieden geneigte Dächer, von denen das steilere über dem Kirchenraum ansteigt, sodass es an seinem höchsten Punkt einen Glockenträger bildet. Ein Kreuz, das das Gebäude auf der Strassenseite auf der Höhe des Altars überragt, verweist auf die kirchliche Verwendung des schlichten Baus. Hinter dem Gebäude liegt ein Gartenbereich, der durch Hecken und Sträucher geschützt wird.

Durch das Eingangsportal, das aus bronzefarbigem eloxiertem Aluminium besteht, gelangt der Besucher in den Innenraum. Zwischen dem Chorraum und der Decke ist ein schmales Oberlicht eingebaut, sodass das Sonnenlicht die liturgischen Orte erhellen kann, was deren Bedeutung unterstreicht.

Die Orgel stammt von 1956 und war zuvor in der Abteikirche Hauterive im Kanton Fribourg aufgestellt gewesen. Da das Instrument kein Gehäuse besitzt, wurde in die Chorwand eine Nische eingelassen.

Waedenswil

Wädenswil St. Marien

Waedenswil

Die neoromanische Kirche St. Marien Wädenswil wurde von August Hardegger entworfen. Der bekannte Ostschweizer Architekt orientierte sich dabei am Vorbild der Glarner Kirche in Schwanden, welche er kurz vorher umgebaut hatte. Während St. Marien aussen weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben ist, wird der Innenraum von der Neugestaltung aus dem 1970er Jahren geprägt.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr1897
Architekt  August Hardegger
Pfarreigrösse6’000
Politische Gemeinde 
Wädenswil 

Website der Pfarrei

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Geschichte

1860 lebten in Wädenswil bereits 251 Katholiken. 1890 gründeten die Wädenswiler einen Kirchenbauverein, der noch im gleichen Jahr eine Parzelle für das heutige Gotteshaus erwerben konnte. 1892 wurde Wädenswil zum Pfarrvikariat ernannt, mit einem eigenen Seelsorger, und 1895 zur eigenständigen Pfarrei erhoben.

1894 wurde mit der Planung von St. Marien begonnen. Als Experte zog man Pater Albert Kuhn aus dem Kloster Einsiedeln bei, und ein Jahr später wurde August Hardegger als Architekt bestimmt. 1896/1897 wurde die Kirche errichtet (für 800 Personen) und am 18. Juli 1897 vom bischöflichen Archivar Noser von Chur eingesegnet.

1934 wurde St. Marien ein erstes Mal renoviert. 1959 und 1969 wurde die Fassade der Kirche überholt, und 1972/1973 fand unter Josef Riklin eine umfassende Erneuerung und Purifizierung des Innern statt. Das Pfarrhaus von 1898 wurde 2012/2013 modernisiert – aus Denkmalschutzgründen hatte es nicht durch einen Neubau ersetzt werden können.

Architektur & Kunst

St. Marien ist eine dreischiffige Basilika in deutlich archaisierendem neoromanischem Stil. Typisch dafür sind die rundbogigen Fenster, die oft zu säulenunterteilten Zweier- bis Vierergruppen verbunden sind, sowie das Stufenportal mit dem skulptierten Bogenfeld. Wichtiger für den Gesamteindruck sind jedoch die Fassaden, die mit bossierten Natursteinen derart verkleidet sind, dass sie als massives, schweres Mauerwerk wirken, umso mehr, als die Öffnungen darin relativ klein sind und sogar der Haupteingang ein wenig zurücktritt. Die Arkaden über dem Chor erinnern an den Dom zu Pisa.

Die erste, auf das Äussere der Kirche abgestimmte neoromanische Ausstattung von 1898–1901 umfasste einen Hochaltar von Johann Nepomuk Neumann, ein Altarbild sowie Gemälde im Gewölbe der Apsis von Franz Vettiger und ein Chorgestühl von Alfons Noflaner. Dazu kamen 1911 eine Kanzel von Karl Leuch und 1912 Apostelfiguren.

Dieses prunkvolle Innere wurde im Lauf der Jahre sukzessive dem gewandelten Zeitgeschmack angepasst. Ein erstes Mal geschah dies bei der Renovation von 1934. Die letzten Elemente der ersten Innenausstattung wurden 1972/1973 im Zuge der Renovation durch Josef Riklin entfernt. Seither bestimmt die nüchterne Gestaltung von Albert Schilling und Pater Xaver Ruckstuhl den Kirchenraum. – Die heutige Orgel kam 1960 in die Kirche; es handelt sich um ein Instrument mit 26 Registern von der Firma Kuhn.

Zollikon

Zollikon Hl. Dreifaltigkeit

Zollikon

Schlicht und doch elegant steht die von Marco Caretta und René Kupferschmid 1996/1997 erbaute Kirche Hl. Dreifaltigkeit unweit der Ortsmitte von Zollikon. Die künstlerische Ausstattung von Anton Egloff findet ihre Höhepunkte in einem Blick ins Weltall und einem originell gestalteten Kreuzweg.

Patrozinium  Hl. Dreifaltigkeit
Baujahr1997
Architekt  Marco Caretta und René Kupferschmid 
Grösse der Kirchgemeinde4’400 
Politische Gemeinden 
Zollikon und Zumikon 

 

Website des Seelsorgeraums

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Geschichte

Die Katholiken von Zollikon konnten am 6. April 1931, einem Ostermontag, ein erstes eigenes Gotteshaus beziehen: ein kleines, einfaches Kirchlein, der Hl. Dreifaltigkeit gewidmet. Zuvor hatten sie entweder die Gottesdienste in der Kirche St. Georg Küsnacht oder St. Anton in Zürich-Hottingen besuchen müssen. Da für das Gemeindeleben weitere Räumlichkeiten vonnöten waren, das Geld dafür aber fehlte, kaufte der damalige Pfarrer von Zollikon, Ambros Zurfluh, eine alte Militärbaracke. Sie wurde in Fronarbeit aufgestellt und erfüllte bis zur Errichtung des heutigen Pfarreizentrums 1977 ihren Zweck. Mit dem Neubau der beiden Architekten Marco Caretta und René Kupferschmid von 1996/1997 erhielten die Zolliker dann ein Gotteshaus von angemessener architektonischer Qualität. Eingeweiht wurde sie  am 29. Juni 1997 durch Weihbischof Peter Henrici.

Architektur & Kunst
Die neue Dreifaltigkeitskirche ist mit dem Pfarreizentrum von 1977 und dessen Erweiterung von 2016 um eine Piazetta gruppiert. Ein gedeckter Portikus verbindet die Gebäude miteinander zu einer geschlossenen Gesamtanlage. Die Kirche präsentiert sich von aussen als grosser Rundbau, der von dunkel gewordenen Bändern aus Kupferblech eingefasst ist. Farblich und materialmässig korrespondiert sie mit dem Glockenträger.

Die volle Bedeutung ihrer Fassade offenbart sich dann im Innern –­ in Verbindung mit der künstlerischen Gestaltung durch Anton Egloff, die in enger Zusammenarbeit mit den Architekten erfolgte. Die runde Aussenwand  stellt die Ewigkeit dar und ist Symbol zum Himmelsgewölbe. Die quadratischen Fenster  dienen der Aufhellung der Kreuzwegstationen mit Tageslicht. Das Farbglas ist geätzt und zeigt Symbole des Leidensweges von Jesus. 

Tageslicht erhält der Innenraum durch einen Fensterkranz im Dach. Der opake Teil der Decke wird getragen durch ein filigranes Fachwerk aus Stahlrohren, womit die Konstruktion gezeigt und gleichzeitig der ästhetischen Gestaltung dienstbar gemacht wird. Das liturgische Zentrum besteht aus einer ovalen Altarinsel; die Stühle für die Gottesdienstbesucher sind im Halbkreis darum herum gruppiert. Unter dem Altar ist eine Steinintarsie eingelassen, die das Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit darstellt, und die Chorwand dahinter weckt mit dem Abbild des Sternenhimmels eine Ahnung von der göttlichen Unendlichkeit und Ewigkeit. Der Tabernakel besitzt als Besonderheit honigfarbene Glasplatten, die je nach Lichtintensität in der Kirche das Ziborium erkennen lassen.

Rechterhand lädt eine Marienkapelle zum stillen Gebet ein. Sie kann durch das Öffnen einer Wand aus farbigem Glas mit der Kirche verbunden werden. Gleich darauf befindet man sich unter der grossen Empore, die neben der Orgel auch Platz für Sänger und Instrumentalisten bietet und in ihrer Bogenform beinahe wie eine geöffnete Hand wirkt für das, was ihr von der gegenüberliegenden Altarseite her angeboten wird.