Die Kapelle St. Anna auf dem Wädenswiler Berg steht am alten Pilgerweg nach Einsiedeln. Erbaut wurde sie 1955 von den Architekten Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger; finanziert wurde das kleine Gotteshaus ausschliesslich durch Spenden.
Das Äussere der am 10. Mai 1956 geweihten schlichten Saalkirche wird durch ihr geknicktes, hoch aufsteigendes Satteldach bestimmt. Der Chor ist gegenüber dem Schiff durch einen Dachreiter und einen leicht höheren First ausgezeichnet.
Im Innern markiert ein Betonbogen, der die Dachkonstruktion stützt, den Übergang vom Kirchenschiff zum Chor; die Decke ist durch Kassetten gegliedert. An Ausstattungselementen findet sich in der St. Anna-Kapelle einiges, das für die Gotteshäuser von Pfammatter und Rieger charakteristisch ist.
Das Glasfenster im Chor wurde von Pater Karl Stadler aus dem Kloster Engelberg gestaltet. Es besteht aus drei Segmenten, wobei die beiden äusseren das mittlere in der Tradition eines Flügelaltars flankieren und deshalb nur je halb so breit sind wie dieses. Im linken Fenster sind Adam und Eva zu erkennen. Auf der rechten Seite ist das Jesuskind als Gegenpart zu sehen. So wird symbolisch der Sündenfall durch die Geburt Christi aufgehoben. Im Zentrum des Glasgemäldes ist das in der Schweiz selten dargestellte Motiv Christus in der Kelter zu sehen: Jesus zerquetscht die Trauben, und der Wein fliesst in die bereitstehenden Kelche. Damit thematisiert das Fenster im linken Flügel die Schuld und im rechten die Erlösung, welche durch die im Mittelteil symbolisierte Eucharistie möglich wird.
Die Kirche Hl. Dreifaltigkeit ist ein moderner Betonbau mit einem weithin sichtbaren Glockenturm, ganz im Stil der 1960er-Jahre. Was viele nicht wissen: Die heutige Pfarrei Rüti-Dürnten-Bubikon entstand aus der ältesten Missionsstation des ganzen Zürcher Oberlandes und hat mittlerweile eine über 150-jährige Geschichte.
Mit Hilfe des Piusvereins (gegr. 1857) und der Inländischen Mission (gegr. 1863) entstand im traditionell reformierten Zürcher Oberland zuerst die Missionsstation Pilgersteg, die sich auf dem Boden der Gemeinde Dürnten befand: Am 17. Juni 1866 wurde dort die erste Messe im Zürcher Oberland seit der Reformation gefeiert. Die Seelsorge übernahm das nahe gelegene Kapuzinerkloster Rapperswil. 1877 kaufte dann das Kloster Rapperswil in Dürnten-Tann das Areal, auf dem die heutige Dreifaltigkeitskirche steht. 1883 wurde Rüti, unter Einschluss von Dürnten, zur Pfarrei erhoben, und 1887 wurde das Pfarrhaus errichtet. Am 14. September weihte Bischof Johannes Fidelis Battaglia die fertig ausgestattete erste, neogotische Kirche der Heiligsten Dreifaltigkeit. 1899 wurde der Bau eines Kirchturms beschlossen, welcher am 29. Juli 1906 fertiggestellt wurde und eine Höhe von 54 Metern besass.
Nach der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der katholischen Gemeinden im Kanton Zürich am 11. Juli 1963 wurde durch die Gelder aus der Kirchensteuer der Bau einer neuen Kirche samt Pfarrhaus und Pfarreizentrum möglich. Architekt war J. A. Weber. Am 21. August 1966 legte Generalvikar Teobaldi den Grundstein, und am 8. Oktober 1967 weihte Bischof Johannes Vonderach das neue Gotteshaus feierlich ein. 2013 wurde der Innenraum der Kirche renoviert.
Architektur & Kunst
Der massive Betonkubus der Dreifaltigkeitskirche und der schlanke, durchbrochene Turm bilden in ihrer Gegensätzlichkeit ein spannungsvolles Paar. Der quadratische Gottesdienstraum wird in der Diagonalen genutzt: Der Altarbereich ist in der südwestlichen Ecke positioniert; die Bänke sind in drei Segmenten darum herum angeordnet.
Die liturgischen Orte hat Albert Wider geschaffen. Den Tabernakel gestaltete er unabhängig vom Altar in Form einer Stele. Auf dessen Vorderseite sind Kelch und Hostie dargestellt, auf der hinteren der Lebensbaum. Zwischen Ambo und Altar befand sich ursprünglich das Vortragekreuz, welches mit dieser Platzierung zeigte, dass sowohl Altar als auch Ambo Jesus Christus verkündigen. Links des Chorraumes findet sich der Taufbrunnen, auf dem die Sieben Gaben des Hl. Geistes eingeschrieben sind: Weisheit und Verstand, Rat und Stärke, Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
Beim Eingangsbereich wurde 1994 als Kunstwerk auf blauem Grund eine symbolhafte Darstellung des menschlichen Lebens angebracht.
Als einzige Kirche im Kanton ist diejenige von Hirzel dem Wüstenvater St. Antonius geweiht, der um 300 n.Chr. gelebt hat und nicht mit dem gleichnamigen mittelalterlichen Hl. Antonius von Padua verwechselt werden darf. Die Weiheurkunde von 1991 erklärt das Patrozinium: „Mit der Weihe auch der neuen Kirche auf den Namen des heiligen Abtes Antonius bekunden wir die Dankbarkeit unseren Vorfahren gegenüber. In der Mehrzahl Bauern, haben sie, sich dem Schutze ihres Patrons anvertrauend, in diesem von der Landwirtschaft geprägten Gebiet die Pfarreigemeinschaft aufgebaut.“
Die ersten Katholiken im Ort konnten ab 1865 in der neu gegründeten Missionsstation Horgen den Gottesdienst besuchen. Als 1923 in Schönenberg eine Kapelle errichtet wurde, war der dortige Seelsorger auch für Hirzel zuständig. 1927 wurde vor Ort ein Kirchenbaufonds gegründet. Ab 1933 fanden in Hirzel regelmässig Sonntagsgottesdienste statt und ab 1944 wohnte auch ein Priester im Ort. Auf einem Areal, das 1941 gekauft worden war, errichtete man 1946-1947 ein erstes bescheidenes Gotteshaus. 1949 wurde Hirzel zur eigenständigen Pfarrei, die in den folgenden Jahrzehnten wegen des Zuzugs von Katholiken stetig wuchs.
Als sich abzeichnete, dass man die zu klein gewordene Kirche durch einen Neubau ersetzen wollte, kaufte man 1985 das Nachbargrundstück dazu, schrieb 1988 einen Architekturwettbewerb aus und errichtete 1990-1991 das heutige Gotteshaus samt Pfarreizentrum. Am 8. September 1991 weihte Georg Holzherr, der Abt des Klosters Einsiedeln, die von Egon Dachtler erbaute Kirche feierlich ein.
Architektur & Kunst
Südlich vom Ortszentrum steht St. Antonius auf abschüssigem Terrain. Ein Pultdach verleiht dem Bau eine dynamische Aufwärtsbewegung. Ein südlich gelegener Lichtgaden leitet Tageslicht in die Kirche. An sie ist das Pfarreizentrum rechtwinklig angebaut, sodass ein Vorplatz entsteht, auf dem sich auch der freistehende Turm erhebt. Der geostete Gottesdienstraum besteht aus einem Längsrechteck, der zusätzlich an der Nordwand eine konvexe Ausbuchtung für die Orgel besitzt. Josef Rickenbacher schuf die liturgische Ausstattung. Noch aus der Vorgängerkirche stammt eine Kopie der Schwarzen Madonna von Einsiedeln; der bekannte Wallfahrtsort liegt nur wenige Kilometer von Hütten entfernt.
Die äusserlich bescheidene Kapelle Niederweningen ist auf den ersten Blick nicht als Sakralgebäude erkennbar, überrascht den Besucher im Innern aber mit einer schlichten, stimmungsvollen Modernität.
Die Katholiken im Wehntal wurden ab 1925 von den Seelsorgern von St. Christophoru Niederhasli und ab 1962 von St. Paulus Dielsdorf betreut. 1956 wurde in einem schlichten Gebäude eine Kapelle eingerichtet, in der regelmässig Gottesdienste stattfinden. Da die Kapelle nicht der katholischen Kirche gehört, ist sie nicht geweiht und hat entsprechend auch kein Patrozinium. Die Räumlichkeiten im hinten angebauten älteren Haus, die vom Frauenverein genutzt werden, stehen auch für pfarreiliche Veranstaltungen zur Verfügung.
Architektur & Kunst Von aussen präsentiert sich die Kapelle als unauffälliger Zweckbau. Lediglich ein kleines, einfaches Kreuz über dem Eingang verweist auf dessen kirchliche Funktion. Das Innere wurde 2014 von der Architektin Doris Wegmüller neu gestaltet. Durch einen kleinen Vorraum, in dem sich auch die Sakristei befindet, gelangt man in den eigentlichen Andachtsraum. Erhellt wird er durch je drei grosse Fenster auf beiden Seiten. Volksaltar, Ambo und Kerzenleuchter, von Lehrlingen aus dem Holz der früheren Kirchbänke geschreinert, tragen zum freundlichen Charakter des Raumes bei. Mit vier weissen Paneelen vor dem hellblauen Hintergrund wurden ein Chor und zwei kleine Räume für Gerätschaften geschaffen. In deren Mitte ist ein einfaches Kreuz in die Wand vertieft, das entsprechend den liturgischen Farben der kirchlichen Jahreszeiten beleuchtet werden kann.
Die linke Seite wird durch die Orgel akzentuiert, und auf der rechten Seite finden sich zwei Statuen der Muttergottes. Die blau-weiss gewandete kommt von den Philippinen; die Madonna mit Jesuskind aus unbehandeltem gebranntem Ton wurde von der Dominikanerin Caritas Müller aus dem Kloster Cazis gestaltet.
Selbstbewusst steht die Kirche Heilige Familie mitsamt ihrem hoch errichteten Glockenturm an der Hauptstrasse des Orts und lädt ein, in ihrem Inneren ein spätes Gesamtkunstwerk des bekannten Schweizer Künstlers Peter Travaglini zu besichtigen.
Nach dem 1. Weltkrieg begannen die Katholiken in den drei auf dem Zimmerberg gelegenen Dörfern Schönenberg, Hirzel und Hütten ihre Pfarrei aufzubauen. 1919 gründeten sie in Schönenberg einen Männerverein, der den Bau einer kleinen Kirche im Ort vorantrieb; sie wurde am 26. November 1922 benediziert. 1924 wurde Schönenberg zur Pfarrei erhoben, und 1931 folgte der Bau des Pfarrhauses.
Danach unterstützten die Schönenberger den Aufbau der beiden Kirchen St. Antonius in Hirzel und St. Jakobus in Hütten, weshalb das im Lauf der Jahrzehnte baufällig und zu klein gewordene Gotteshaus von Schönenberg noch lange ihren Dienst tun musste. Erst 1984-1985 konnte die heutige Kirche durch Adelbert Stähli errichtet werden. Sie wurde am 29. September 1985 durch Bischof Johannes Vonderach feierlich eingeweiht.
Architektur & Kunst
Der Innenraum überrascht mit seinem hohen Giebeldach und den Holzelementen, die dem Raum einen freundlichen Charakter verleihen. Besondere Beachtung verdienen die Kunstwerke von Peter Travaglini. Ungewöhnlich und wohl einzigartig in der Schweiz ist die Gestaltung der Türgriffe an den Portalen: Sie zeigen verschiedene Tiere, die nur indirekt mit dem christlichen Glauben in Verbindung gebracht werden. Sehenswert sind auch die Glasfenster, die ebenfalls von Peter Travaglini konzipiert wurden. Ihre kräftigen Farben und bewegten Formen bilden einen Kontrast zum ruhig gestalteten Altarraum. Eines der Fenster zeigt die Heilige Familie, der die Kirche geweiht ist: Maria und das Jesuskind werden von Josef liebevoll umsorgt. Ein zweites Fenster thematisiert die Taufe Jesu durch Johannes im Fluss Jordan.
Mit der Kirche Heilig Geist erhielt Wetzikon seine zweite katholische Kirche. Sie ist die grösste der 17 erhalten gebliebenen Fastenopferkirchen und kann wegen ihrer anderen Konzeptionsweise als eigenständiger Typus innerhalb dieser Kirchengattung gesehen werden.
Die Heilig Geist-Kirche Wetzikon orientiert sich zwar am ursprünglichen Modell der Fastenopferkirche, sie wurde aber von Anfang an grösser und als Definitivum geplant. Richard P. Krieg, der Architekt der Wetziker Kirche, fügte an das frühere, von Hanns Anton Brütsch entworfene Modell auf den beiden Frontseiten je einen Anbau mit Schrägdach an. Die Kirche wurde nach nur siebenmonatiger Bauzeit am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag 1975 eingeweiht. 1992–1994 kam auf der Nordwestseite ein Pfarreizentrum hinzu. Es schafft einen ruhigen Platz vor dem dortigen Eingang und bildet mit der Rundform der beiden Seitenflügel und deren moderner Gestaltung eine geglückte Erweiterung des älteren kirchlichen Baus.
Architektur & Kunst
Markant ist das Satteldach der Kirche. In der Dachkonstruktion ist auch ein Glockenstuhl eingebaut. Die südöstliche Frontseite, die mit einem einfachen Kreuz vor dem Giebeldach auf den sakralen Charakter des Gebäudes hinweist, gemahnt mit ihren Lukarnen und dem lebendig gestalteten Parterre aber eher an ein Gemeinschaftszentrum – was die kirchlichen Bauten jener Zeit eben auch sein wollten.
Der Kirchenraum ist quadratisch und schlicht und bietet 300 Besuchern Platz. Das steile Holzdach verleiht ihm eine eindrückliche Höhe und erinnert mit seiner Form an das alttestamentliche Offenbarungszelt Gottes, Sinnbild seiner Anwesenheit unter den Menschen.
Die Glasfenster wurden 1975 von Johann Jakob Zemp gestaltet und thematisieren Gottes Unterwegssein mit den Menschen. 1980 erhielt die Kirche ihre heutige Orgel, ein Instrument mit 15 klingenden Registern von der Firma Mönch & Söhne.
Die Zürcher Liebfrauenkirche wurde 1893-94 von August Hardegger nach dem Vorbild von frühchristlichen Basiliken der Stadt Rom erbaut. Damit wollten die Zürcher Katholiken in Zeiten des Kulturkampfs und nach der Trennung von den Christkatholiken ihre Zugehörigkeit zum Papst und zur römischen Kirche zum Ausdruck bringen. Die in den 1980er Jahren eingebaute Krypta besitzt Kunstwerke von bedeutenden Schweizer Künstlern.
Die wachsende Zahl der Katholiken machte die bislang einzige Pfarrei Zürichs, St. Peter und Paul, zeitweise zur grössten der ganzen Schweiz, weshalb der Aufbau weiterer Gemeinden dringend nötig wurde. 1886 wurde ein Kirchenbauverein mit dem Ziel gegründet, in Zürich neben St. Peter und Paul Aussersihl ein zweites katholisches Gotteshaus zu errichten. Beim Landkauf für die Liebfrauenkirche spielte der Kampf um den Standort des künftigen Schweizerischen Landesmuseums eine wichtige Rolle. Um die katholischen Stände für Zürich zu gewinnen, wurde diesen von Seiten der Stadtregierung angeboten, die Beschaffung des gewünschten Areals für die neue Kirche nördlich der Limmat zu ermöglichen. Der Bundesbeschluss für den Standort des Landesmuseums fiel zugunsten Zürichs aus, und am 19. August 1892 erhielten die Katholiken die Erlaubnis für den Bau der Liebfrauenkirche an ihrem heutigen Platz.
Die Idee, das Gotteshaus nach dem Vorbild römischer und oberitalienischer Basiliken zu gestalten, entwickelte August Hardegger zusammen mit dem einflussreichen Kunsthistoriker und Einsiedler Pater Albert Kuhn. Mit dem gewählten Baustil sowie mit der Weihe an die Gottesmutter wollte man die Verbundenheit mit dem Papst betonen. Zunächst war die Liebfrauenkirche für 1200 Personen geplant und hätte zwei Kirchtürme erhalten sollen. Aus Kostengründen musste jedoch die Zahl der Sitzplätze auf 1000 reduziert und auf einen der beiden Türme verzichtet werden. Am 13. Mai 1893 fand die Grundsteinlegung statt. Die Einsegnung der Kirche fand am 7. Oktober 1894 statt.
Die zur Liebfrauenkirche gehörige Pfarrei wurde, im Zusammenhang mit der Eingemeindung von zehn Vororten, am 1. Januar 1893 geschaffen. Sie umfasste das ganze rechtsufrige Stadtgebiet. Wegen ihrer zentralen Lage übernahm Liebfrauen auch wichtige Funktionen für die öffentlich-soziale und politische Tätigkeit der Katholiken in Zürich. Neben verschiedenen Vereinen und sozialen Instituten wie Spitälern und Wohnheimen, die z.T. bis heute Liebfrauen angegliedert sind, sind insbesondere die Schulen zu nennen.
Erste bauliche Veränderungen in der Kirche erfolgten durch Anton Higi. 1922 erweiterte dieser die Orgelempore, und 1954/1955 ersetzte sein Sohn Karl Higi das neoromanische Pfarrhaus. 1980/1981 wurde die Liebfrauenkirche nach Plänen von Otto Glaus renoviert und eine Krypta erstellt. Dieser entfernte im Gotteshaus die beiden Seitenaltäre. Bei der Wiedereröffnung der Liebfrauenkirche schenkte das Kloster Einsiedeln der Pfarrei Reliquien der Stadtheiligen St. Felix und Regula. Eine Innenrenovation der Kirche erfolgte 2010/2011 durch die Architekten Staffelbach und Meier.
Architektur & Kunst
Die Liebfrauenkirche zählt als Nachbildung einer frühchristlichen Basilika zu den bedeutendsten und harmonischsten Bauten des Historismus in der Schweiz. Aus topografischen Gründen ist sie nicht geostet, sondern nach Norden ausgerichtet. Der südliche Eingang ist durch eine breite Vorhalle geschützt. Um die Apsis liegt ein geschlossener Chorumgang, der als Sakristei dient.
Das Innere ist durch Arkaden auf massiven Säulen sowie durch Lichtgaden rhythmisiert. Bei der Einsegnung der Kirche im Jahr 1894 war die Ausstattung noch recht karg. Die Wände waren zurückhaltend mit einfachen Ornamenten bemalt, und auf bunte Glasfenster hatte man verzichten müssen. Einzig das Gebälk des Dachstuhls war – nach dem Vorbild von S. Miniato al Monte, Florenz – farbig gefasst.
Dank Stiftungen und Legaten wurde die Einrichtung in den folgenden Jahrzehnten stückweise ergänzt, sodass vom 13. bis 15. Oktober 1907 die Weihe der Kirche und ihrer Altäre stattfinden konnte. Der damalige Hochaltar und die Kanzel wurden von August Hardegger entworfen. Der Chor war damals bereits mit Fresken und Mosaiken von Fritz Kunz ausgestaltet, im Langhaus kamen sie 1922/1923 dazu.
1981 erfolgte die Umgestaltung durch Otto Glaus. Die heutige Orgel erhielt die Liebfrauenkirche 1983. Das Schleifladen-Instrument von der Firma Kuhn verfügt über 51 Register auf drei Manualen und Pedal.
Die einzelnen Bauten von St. Martin Meilen entstanden zu verschiedenen Zeiten, sodass an diesem kirchlichen Gebäudeensemble die Entwicklung einer Pfarrei architektonisch exemplarisch abgelesen werden kann. Rudolf Mathys gelang es bei der Sanierung von 1994/1995, durch geschickte Massnahmen das Innere von St. Marin zu einem ausdrucksstarken Sakralraum zu gestalten.
Geschichte Während mehr als 30 Jahren suchten die Katholiken im Quartier Enge vergeblich nach einem geeigneten Grundstück für ihre Kirche. Entweder scheiterten die Bemühungen an zu hohen Kosten, oder die Verkäufer wollten das Land nicht für eine katholische Kirche zur Verfügung stellen. Erst 1939, im Rahmen der Landesausstellung, konnte im Bahnhofsgebäude Enge eine katholische Kapelle eingeweiht werden, die bis zum Bau der heutigen Kirche Dreikönigen bestehen blieb. Das Patrozinium hatte man in Anlehnung an eine bereits im 14. Jahrhundert erwähnte Kapelle in der Enge gewählt.
1946, nach dem Krieg, wurde die Dreikönigs-Stiftung gegründet mit Ziel, in der Enge eine katholische Kirche zu errichten. Der Bau von Dreikönigen erfolgte 1949–1951 durch Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger. Auflage war der Verzicht auf Turm, Geläut und eine schlagende Uhr; lediglich ein Kreuz auf dem Giebel und ein Dachreiter waren zugelassen. Bischof Christian Caminada weihte die fertiggestellte Kirche samt Pfarrhaus am 24. Juni 1951 feierlich ein.
1967–1969 wurden vom selben Architektenteam Gemeinderäume eingerichtet. Dabei ging die Krypta im Untergeschoss verloren. 1973 wurde die Kirche von Walter Rieger renoviert. 1984 stellte Fritz Oggenfuss die Krypta wieder her; 1993 gestaltete er die Pfarreiräume neu. 2007–2009 wurde die Kirche von den Architekten Cadosch und Zimmermann innen und aussen saniert und baulich angepasst. Frédéric Dedelley gestaltete den Chor der Kirche neu.
Architektur & Kunst Mit Dreikönigen, ihrer nach St. Judas Thaddäus Eglisau zweiten Kirche, führten Pfammatter und Rieger die Betongotik im Kanton Zürich ein. Der Innenraum ist geprägt von einer kreativen Umsetzung gotischer Inspirationen. Er wird durch die Längsausrichtung des dreischiffigen Kirchenbaus bestimmt, wobei das Mittelschiff die Seitenschiffe überragt. Der Chor ist in der Fortführung des Mittelschiffs erbaut und schliesst mit einer runden Apsis ab. Die Wände sind weitgehend in Fenster aufgelöst, während die Traglast auf schlanken Pfeilern ruht. Die Fensterflächen und die Decke tragen ein von Ferdinand Pfammatter entworfenes Muster mit diagonalem Kreuz. Es erinnert an Formen des Masswerks, aber auch ans Andreaskreuz und an den griechischen Buchstaben Chi (geschrieben als X), der als Abkürzung für Christus verwendet wurde.
Wesentlich für den Gesamteindruck des Kircheninneren sind die von Paul Monnier gestalteten Glasfenster im Chor, über der Orgelempore und in der Krypta. Im Gegensatz zu den traditionellen Buntglasfenstern sind die einzelnen Gläser – eher Brocken als Scheiben – wesentlich dicker und folglich auch intensiver gefärbt als üblich. Ihre faszinierende Wirkung erhalten die Glasbetonfenster durch die Unebenheit der beiden Oberflächen sowie durch die Dicke und Leuchtkraft des Glases.
Monniers Fenster im Chor sind Themen des Alten und Neuen Testaments gewidmet: Weihnachten (mittleres Fenster), Karwoche (links), Ostern (rechts), die Propheten (rechts aussen), sowie die fünf Bücher Mose (links aussen). Als Gegenstück zu den Chorfenstern befindet sich wie in der Kirche Maria Frieden Dübendorf an der Eingangsfront über der Orgelempore die Rosette, welche deutlichen Bezug zu gotischer Kathedralen nimmt.
2008–2009 wurde, im Zug der Gesamtsanierung, der Altarbereich neu gestaltet. Die liturgischen Möbel, von Frédéric Dedelley aus Eichenholz gefertigt, greifen das von Ferdinand Pfammatter entworfene Muster mit dem diagonalen Kreuz auf. Der Corpus Christi im Chor besteht aus Elfenbein und wurde von Gaston Etienne Le Bourgeois gestaltet. Tabernakel, Ewiges Licht, Wandleuchten beim Eingang und die Dachreiterkrone stammen von Willi Buck, ebenso die beiden Kupferreliefs in der alten Taufkapelle (Hl. Antonius sowie Bruder Klaus) und die Kreuzwegstationen, die sich an der östlichen Seitenwand befinden.
Die Klosterkirche Rheinau gilt als eine der schönsten Barockkirchen der Schweiz. Erbaut wurde sie 1705–1710 vom Vorarlberger Baumeister Franz Beer. Auch die Konventsgebäude entstanden bis zu seinem Tod unter seiner Regie und wurden danach von seinem Sohn Johann Michael Beer fertiggestellt.
Das Kloster Rheinau war von seinen Anfängen bis zu seiner Aufhebung 1862 ein Ort von grosser Ausstrahlung. Die benediktinische Spiritualität, aber auch die im Kloster getätigten wissenschaftlichen Studien und nicht zuletzt dessen wirtschaftliche Bedeutung fanden bei seiner Aufhebung im Zuge des Kulturkampfs durch den Kanton Zürich ein jähes Ende. Die Klosterkirche wird heute als katholische Pfarrkirche genutzt.
Gegründet wurde das Kloster Rheinau nach einer legendenhaften Überlieferung 778. Praktisch zur selben Zeit, 854, trat der spätere Kirchenheilige von Rheinau, der Ire Fintan, als Mönch ins Kloster ein. Nach fünf Jahren liess er sich in einer Zelle einmauern und blieb dort als Inkluse 22 Jahre bis zu seinem Lebensende. Nach seinem Tod wurde er heilig gesprochen und 1114, als die romanische Klosterbasilika geweiht wurde, zum Schutzpatron des Klosters erhoben. Unter dem zunehmenden Druck des benachbarten klettgauischen Adels unterstellte sich die bis dahin reichsfreie Abtei 1455 dem Schutz der Eidgenossenschaft. 1529 griff von Zürich her die Reformation auf Rheinau über; die Mönche wurden zum Auszug gezwungen, doch konnten sie auf Druck der Innerschweizer Kantone bereits 1531 zurückkehren, und das Kloster entwickelte sich darauf zu einem Zentrum der Gegenreformation. Im 18. Jahrhundert erlebte Rheinau, ähnlich wie das Kloster St. Gallen, eine späte Blüte. Unter Abt Gerold II. Zurlauben und seinen Nachfolgern wurde der gesamte Gebäudekomplex bis Mitte des 18. Jh. in barockem Stil prunkvoll neu errichtet. Während der Wirren nach dem französischen Einmarsch in die Schweiz 1798 wurde das Kloster aufgelöst. 1834 zog ein kantonaler Vermögensverwalter ein, 1836 wurde die Aufnahme von Novizen verboten, und 1862 beschloss der Kantonsrat die endgültige Aufhebung der Abtei. In den Räumlichkeiten wurde 1867 eine Heil- und Pflegeanstalt eingerichtet, die als kantonale psychiatrische Klinik auf der Insel bis 2000 bestand.
Architektur & Ausstattung
Die Klosterkirche Rheinau gilt als eine der schönsten Barockkirchen der Schweiz. Errichtet wurde sie 1705–1710 vom Vorarlberger Baumeister Franz Beer. Merkwürdig fremd und – abgesehen von den Dachhauben – unbarock erscheinen die beiden Türme: Sie haben in den Fenstern gotisches Masswerk und wirken ausgesprochen wehrhaft. Tatsächlich wurde der Südturm bereits 1572–1578 erbaut. Abt Gerold II. Zurlauben, der den Neubau des Klosters bis ins Detail bestimmte, liess den Nordturm als dessen genaue Kopie erstellen. Im Südturm befand sich übrigens der Haupteingang in das Münster von 1114.
Die Kirche ist eine siebenjochige Wandpfeilerhalle. Das Quer- und das Altarhaus sind leicht erhöht und durch ein barockes Gitter vom Langhaus abgetrennt. Beim Eintreten beeindrucken als Erstes die prächtigen Seitenaltäre, die wie Nebenkulissen auf den Hauptaltar ausgerichtet sind. Dieser wurde anlässlich des goldenen Priesterjubiläums von Abt Gerold II. geweiht und zeigt auf seinem Altarbild die Himmelfahrt Mariens. Das Tonnengewölbe des Hauptraums ist durch Gurten gegliedert und trägt Stuckarbeiten von Franz Schmuzer aus Wessobrunn, einem der damals bedeutendsten Stuckateure von Süddeutschland. Die Fresken zwischen den Gurten an der Decke schuf Francesco Antonio Giorgioli aus Melide. Sie schildern, nach genauen Vorgaben von Gerold II., das Leben der Gottesmutter Maria. Die tropfenförmigen Fresken in den Zwickeln sind den vier Evangelisten sowie den vier Kirchenvätern gewidmet. In den Tonnengewölben zwischen den kräftig modellierten Wandpfeilern ist die Geschichte Christi dargestellt und im Querhaus seine Geburt sowie die Anbetung durch die drei Hl. Könige. Die Seitenaltäre stammen aus der Zeit vor 1750. Während die älteren noch die strengeren Formen des Hochbarocks zeigen, wurden die jüngeren freier gestaltet und scheinen den traditionellen Aufbau barocker Altäre bereits in Frage zu stellen. Die Kirche wurde 1973–1991 umfassend saniert, die letzte Renovation der Türme erfolgte 2009 und die des Innern (Fresken, Verputz und Altäre) 2016.
Die Orgeln
Die beiden Orgeln in der Rheinauer Klosterkirche sind nach einer Hausorgel aus dem 15. Jahrhundert die ältesten Orgeln im Kanton und bilden gleichzeitig auch dessen ältestes Orgelensemble. Die Hauptorgel von Johann Christoph Leu stammt aus den Jahren 1713–1715. 1840/1841 wurde die Orgel von Friedrich Haas nach dem Stilempfinden der Romantik verändert. Mendelssohn soll sie sehr gefallen haben. Wegen späterer, stark störender Eingriffe stellte man bei der letzten Restaurierung 1988–1990 den Originalzustand von 1715 wieder her. Die Chororgel ist als Gegenstück zum Fintansgrab auf der anderen Chorseite konzipiert. Sie wurde 1709/1710 von Johann Christoph Albrecht gebaut und 1746 durch Johann Conrad Speisegger weitgehend erneuert. Nach der Aufhebung des Klosters wurde sie bald unspielbar und teilweise geplündert. Nach einer ersten Restaurierung in den Jahren 1944/1945 wurde sie 1990/1991 durch die Orgelwerkstatt Kuhn überholt mit dem Ziel, den Zustand von 1746 wiederherzustellen.
St. Judas Thaddäus ist die erste von insgesamt acht Kirchen, die das erfolgreiche Architektenduo Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger im Kanton Zürich gebaut hat. 2018 wurde das Eglisauer Gotteshaus durch Peter Fässler saniert, wobei die Innenausstattung von Fréderic Dedelley neu gestaltet wurde.
Der Bau des Kraftwerks Rheinfelden und der neuen Strassenbrücke über den Rhein 1915–1920 liess den Anteil der katholischen Bevölkerung im nördlichsten Teil des Zürcher Unterlands ansteigen. Im 2. Weltkriegs drängte sich die Errichtung einer Gottesdienststation vor Ort auf, damit die katholische Bevölkerung nicht mehr nach Bülach in den Gottesdienst musste.
Bereits 1924 war eine namhafte Spende für eine katholische Kirche in Eglisau eingegangen, dies unter der Bedingung, dass diese dem Apostel Judas Thaddäus geweiht würde. Am Palmsonntag 1942 fand in Eglisau die erste Messe seit der Reformation statt, allerdings unter kärglichen Bedingungen in einem Magazin zwischen den Gaststätten «Krone» und «Hirschen». 1942 konnte auch das Land für den Bau der Kirche erworben werden. Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger erbauten die Kirche 1949. Am Palmsonntag, den 2. April 1950, segnete der bischöfliche Kommissar Camenzind die Kirche ein.1968 kamen die Anpassungen ans II. Vatikanum, und 1991 wurde die liturgische Ausstattung ergänzt sowie die Empore erweitert, um Platz für die Orgel und den Kirchenchor zu schaffen. 2007 erbaute man das Pfarreizentrum, sodass nun auch in Eglisau genug Raum für das Gemeindeleben vorhanden ist. 2018 wurde die Kirche saniert und im Innern neu gestaltet.
Architektur & Kunst
St. Judas Thaddäus ist eine schlichte Saalkirche, bestehend aus einem Langhaus mit angebautem, gerade abgeschlossenem Chor, der vom Langhaus durch einen Triumphbogen abgegrenzt wird. Das steile Dach mit dem eleganten Dachreiter und ein Kruzifix an der südlichen Aussenmauer – Teil der ursprünglichen Chorraumausstattung – signalisieren den Sakralbau. Das lichte Innere überrascht: Eine flache Kehlbalkendecke lenkt den Blick des Betrachters zum Chor, der durch seinen leicht parabolisch geformten Bogen einen besonderen Akzent erhält.
Die bisherige Ausstattung des Altarraums aus dem Jahr 1991 erfolgte unter Josef Caminada. Das auffälligste Kunstwerk war ein Flügelaltar von Agnes Mager. Im Rahmen der Sanierung von 2018 erhielt der Chorraum sein heutiges Aussehen. Frédéric Dedelley wurde beauftragt, einen feierlichen Rahmen für die Liturgie schaffen, ohne dabei den schlichten Charakter der Kirche zu negieren. Altar und Ambo schuf er vollständig neu aus Granit, was deren Bedeutung als Orte der Eucharistie und der Verkündigung unterstreicht. Abgerundet wird die Ausstattung durch ein Kunstobjekt an der Chorwand, das die Blicke der Gemeinde auf sich zieht. Sowohl das eingeschriebene Kreuz als auch runde Form, die an die Hostie erinnert, verweisen auf Jesus Christus, auf den der ganze Sakralraum ausgerichtet ist.