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Seuzach

Seuzach St. Martin

Seuzach

Aufgrund ihrer minimalistischen und eigenständigen Gestaltung hebt sich die Kirche St. Martin in Seuzach von den anderen Kirchenbauten ihrer Zeit ab. Als typischer Bau des Brutalismus wurde die Kirche von den bewährten und erfolgreichen Architekten Felix Loetscher und Robert Tanner erbaut, die zusammen mit der Bildhauerin Ro Studer-Koch den Kirchenraum als Gesamtkunstwerk gestalteten. 

Patrozinium  Hl. Martin von Tours
Baujahr1972
Architekten  Felix Loetscher und Robert Tanner
Pfarreigrösse2’900 
Politische Gemeinde 

Altikon, Dägeren, Dinhard, Hettlingen,
Seuzach und Thalheim a.d.Th. 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Die Katholiken, die sich im Nordosten des Kantons Zürich angesiedelt hatten, wurden ab 1907 von der Pfarrei St. Marien Oberwinterthur betreut. Als während des 2. Weltkriegs französische und polnische Soldaten in Seuzach stationiert waren, wurden im Saal des Gasthauses Linde katholische Sonntagsgottesdienste abgehalten, zu denen auch die Wohnbevölkerung eingeladen war.

Nach dem Fortgang der Soldaten wünschten sich die Katholiken von Seuzach den Bau einer Kirche vor Ort. Dafür gründete man 1959 die Stiftung St. Martin. Nach der staatlichen Anerkennung der katholischen Kirche im Kanton Zürich 1963 schlossen sich die Katholiken der Region zur Kirchgemeinde Rickenbach-Seuzach zusammen. 1968 erfolgte die Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs für den Bau einer Kirche in Seuzach, den Felix Loetscher und Robert Tanner für sich entscheiden konnten. Am 3. Juli 1971 wurde der Grundstein für St. Martin gelegt, und nach nur einem Jahr Bauzeit konnte Bischof Johannes Vonderach das fertiggestellte Gotteshaus am 2. Juli 1972 einweihen. Im gleichen Jahr ernannte der Bischof St. Martin in Seuzach und St. Josef in Sulz-Rickenbach zu je eigenständigen Pfarreien.

Architektur & Kunst

Südöstlich der Ortsmitte gelegen, besteht das Bauensemble von St. Martin aus der Kirche mit darunterliegendem Pfarreizentrum, einem freistehenden Glockenturm und dem Pfarrhaus. An Turm und Kirche sind abgeschrägte Dachformen zu entdecken, welche sich bei den Lamellen der Oblichter wiederfinden.

Der charakteristische Innenraum wird ganz von den beiden Materialien Beton und Holz geprägt. Auffällig ist die Gestaltung der Tabernakelwand, die als kraftvoll strukturierter, gebündelter Pfeiler die Dachlast über dem Andachtsraum trägt. Ein Relief, das an der Tabernakelwand vom Boden bis zur Decke führt, bildet die Jakobsleiter. Altar und Ambo, welche das Zentrum des Kirchenraumes bilden, wurden ganz aus Beton gegossen. Der Taufstein greift die Formensprache des Altars auf und trägt ein Taufbecken, das von Robert Schoffat aus Fayence gestaltet wurde. Von Josef Caminada stammt das Vortragskreuz im Altarraum. Es nimmt die Farben des grossen Wandteppichs auf, der von Ro Studer-Koch anstelle einer Marienfigur geschaffen wurde. Für die Künstlerin war dieser Wandteppich auch ein Symbol für das Unterwegssein des Menschen auf Gott hin. 1983 wurde die ursprüngliche Ausstattung der Kirche durch eine Kopie der Krumauer Madonna ergänzt, deren Original um 1400 in Südböhmen entstand und sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet.

Winterthur HerzJesu

Winterthur Herz Jesu

Winterthur HerzJesu

Die Herz Jesu-Kirche Winterthur wurde inmitten des kinderreichen Stadtteils Mattenbach errichtet. Mit ihrer markanten Erscheinung ist sie ein typisches Bauwerk der 30er Jahre, bei dem sich die Schlichtheit des Neuen Bauens mit Elementen des Heimatstils und des Monumentalismus verbindet.

TitularfestHerz Jesu
Baujahr1934
Architekt  unbekannt
Pfarreigrösse2’300 
Quartier
Winterthur-Mattenbach 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Der Winterthurer Stadtteil Mattenbach wird von grossen Genossenschaftssiedlungen geprägt, die mehrheitlich ab den 1930er Jahren entstanden. Die Verantwortlichen der katholischen Kirche erkannten die Notwendigkeit, in diesem rasch wachsenden Stadtteil eine Pfarrei aufzubauen. Deshalb kaufte die katholische Kirchgemeinde der Stadt Winterthur per 1. Januar 1929 den Bauplatz der heutigen Kirche Herz Jesu. Am 27. August 1933 fand die Grundsteinlegung statt, am 28. Oktober 1934 wurde die Kirche Herz Jesu eingeweiht und gleichzeitig zum Pfarrrektorat erhoben. In den 1960er Jahren fand eine erste Innenrenovierung der Kirche statt, nach dem Vatikanum dann die Umgestaltung des Altarraumes in den heutigen Bauzustand sowie die Erhebung von Herz Jesu zu einer eigenständigen Pfarrei.

Archtektur & Kunst

Eine markante Schaufassade prägt das Äussere der Kirche. Eine Christusstatue, die in einer zentralen überdionsionierten Nische aufgestellt ist, verweist mit gut sichtbaren Herzen Jesu auf das Patrozinium der Kirche. Die Herz-Jesu-Verehrung fand im 19. und 20. Jahrhundert einen Aufschwung und kann als Antwort der katholischen Kirche auf die Auswirkungen des Kulturkampfs und auf die sich entwickelnden politischen Kräfte verstanden werden, die die Kirchen zu marginalisieren versuchten.

Aufgrund des Strassenverlaufs wurde die Kirche Herz Jesu nicht wie traditionell üblich geostet, sondern ist gegen Südosten ausgerichtet. Es handelt sich um einen Längsbau mit angebautem Kirchturm. Rechts von der Kirche befindet sich das Pfarrhaus, links davon das nach dem Zweiten Weltkrieg erbaute Pfarreizentrum. Die monumentale Architektur der Kirche Herz Jesu lässt sich aus der Diasporasituation und der zur Zeit der Erbauung herrschenden Wirtschaftskrise erklären. Diese Art der Architektur wollte die Gläubigen daran erinnern, dass keine weltliche Macht, sondern nur Jesus Christus und Gott das Leben der Menschen zum Guten wenden kann.

Durch die zwei Hauptportale der Kirche gelangt man zunächst in einen Vorraum und dann in den Hauptraum der Kirche. Hohe, rechteckige Fenster tauchen den Innenraum bei entsprechender Sonneneinstrahlung in gelbgleissendes Licht. Die Monumentalität der Kirche wird im Innern durch die Dimensionen des Langhauses unterstrichen. Als Wegekirche konzipiert, richtet das Gotteshaus das Augenmerk des Gläubigen auf das liturgische Geschehen im Altarraum, der durch mehrere Stufen vom Kirchenschiff abgehoben ist. Die Decke der Kirche ist ähnlich konstruiert wie die Betondecke der fast zeitgleich errichteten Kirche Bruder Klaus in Zürich-Unterstrass.

Im Zuge des Zweiten Vatikanums gestaltete man den Chor der Kirche um. Es wurde eine aus Holz bestehende, halbrunde Chorwand eingebaut, die mittels einer ringförmig in den Boden eingelassener Schiene je nach Bedarf in Richtung Kirchenwand oder in Richtung Kirchenschiff zu stehen kommt. Findet ein Gottesdienst mit nur geringer Besucherzahl statt, kann die Chorwand um 180 Grad gedreht werden, sodass die wenigen Gläubigen im grossen Chor auf Stühlen Platz nehmen können und durch die Chorwand vom leeren Kirchenschiff abgeschirmt werden.

Am 14. Dezember 1969 wurde die heutige Orgel eingeweiht. Das Instrument stammt aus der Orgelbauwerkstatt Mönch und Prachtel. Für die musikalische Gestaltung kleinerer Gottesdienstfeiern steht im Chor ein Orgelpositiv.

Zurich MariaLourdes

Zürich Maria Lourdes

Zurich MariaLourdes

Maria Lourdes nimmt unter den katholischen Kirchen Zürichs in doppeltem Sinn eine Sonderrolle ein: Sie ist im traditionell reformierten Kanton der einzige Marienwallfahrtsort von Bedeutung und ausserdem nach St. Anton Basel (Karl Moser, 1931) und St. Karl Luzern (Fritz Metzger, 1934) die dritte grössere katholische Kirche in der Schweiz, die in Sichtbeton gestaltet wurde.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr1935
Architekt  Fritz Metzger 
Pfarreigrösse7’000 
Quartier
Zürich-Seebach

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die Pfarrei Maria Lourdes wurde von Herz Jesu Oerlikon aus gegründet. Als Mutterpfarrei kaufte diese 1914 einen ersten Baugrund in Seebach. Der Aufbau einer Seebacher Pfarrei wurde nötig, weil hier ab dem Ende des 19. Jahrhunderts ein Bauboom samt stetem Bevölkerungszuwachs eingesetzt hatte. 1930 konnte das Areal am heutigen Standort der Kirche gekauft werden. Im Architekturwettbewerb für den Bau der Kirche konnte sich der junge, aber bereits erfolgreiche Fritz Metzger durchsetzen, der Kirche samt Pfarrhaus 1933-1935 erbaute. Am 30. Juni 1935 wurde die Kirche durch Bischof Laurenz Matthias Vincenz geweiht und zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben.

Zur Pfarrei Maria Lourdes gehörten ausser Seebach zunächst auch noch weitere Gemeinden, die später zu eigenständigen Pfarreien erhoben wurden: Kloten (als Seelsorgestation 1942 gegründet, erste Kirche Christ-König 1948 erbaut), Rümlang (1945 Seelsorgestation, Kirche St. Peter 1964 erbaut) und Opfikon-Glattbrugg (Baugrund 1948 gekauft, Kirche St. Anna 1956 erbaut).

1967 wurde das Pfarrhaus um eine Etage aufgestockt und 1975 die Kirche im westlichen Teil unterkellert, um Vereins- und Versammlungsräume einzubauen, dies als Ersatz für den 1946 gekauften «Nationalhof», in dem sich bis dahin die Vereinsräume befunden hatten. Die Kirche selber wurde 1960 im Innern, 1984-1985 sowie 2008-2009 aussen und innen renoviert. 1985 wurde die Kirche Maria Lourdes ins Inventar der kunst- und kulturhistorischen Objekte und der archäologischen Denkmäler von regionaler und kantonaler Bedeutung aufgenommen.

Architektur & Kunst

Die Kirche liegt von der vielbefahrenen Schaffhauserstrasse etwas abgesetzt und leicht erhöht. Eine Freitreppe führt von der Strasse zum Portal der Kirche. Die Kirche Maria Lourdes präsentiert sich als schlichter Baukubus. Sie ist ein orthogonaler Bau mit einer Vorhalle, die in den Baukörper integriert wurde, und hochgesetzten Rundfenstern. Die Fassade der Kirche wurde in Anlehnung an den in den 1930er Jahren vorherrschenden Bauhausstil sehr einfach gehalten. Die Tradition, dass über dem Portal von Kirchenbauten oft eine Mariendarstellung anzutreffen ist, griff Fritz Metzger auch in Maria Lourdes auf. An die Seitenfassade zum Höhenring wurden sowohl der 38 m hohe Kirchturm als auch die Lourdes- und die Taufkapelle so angegliedert, dass deren Ecken jeweils direkt auf der Baulinie liegen. Eine Besonderheit ist, dass das Geläut nicht in einen eigentlichen Glockenstuhl eingebaut wurde, sondern an seinen Jochlagern direkt auf Auskargungen der Betonwand ruht.

Gestützt auf ein Gutachten der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt erhielt der Sichtbetonturm bei der Aussenrenovation von 1973 einen Verputz, was das Erscheinungsbild der Kirche veränderte.

Das Kircheninnere wird vom Hauptraum bestimmt, der als Halle mit schlanken Betonpfeilern und bewegten Quertonnen gestaltet ist. Maria Lourdes ist ein frühes Beispiel für die Sichteisenbeton-Technik, für die Fritz Metzger wegweisend war. Die schlanken, quadratischen Pfeiler sind zur Aussenwand gerückt, sodass die beiden Seitenschiffe zu schmalen Gängen werden.

Das Chorgemälde entstand in Fresko-Technik und wurde von Richard Seewald 1942 geschaffen. Es stellt die Immaculata, die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria inmitten bittender Menschen dar. Der Tabernakel wurde von August Büsser 1942 gestaltet.

Die Glasmalereien in den Rundfenstern wurden 1959 von Ferdinand Gehr gestaltet. Dargestellt sind Ausrufungen der Lauretanischen Litanei. Die Fenster in der Taufkapelle wurden vom damals 91-jährigen Ferdinand Gehr anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Pfarrei 1985 geschaffen und zeigen die sieben Sakramente.

Da die Mutterpfarrei Herz Jesu Oerlikon 1935 von der dortigen reformierten Kirche die alte Orgel übernehmen konnte, wurde die erste Orgel von Herz Jesu der Tochterpfarrei Seebach geschenkt. Diese wurde 1951 durch die heutige Orgel ersetzt, ein Instrument der Firma Gebr. Späth.
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Zurich Erloeser

Zürich Erlöser

Zurich Erloeser

Die Erlöser-Kirche im Zürcher Stadtkreis Riesbach wurde 1937 von Karl Strobel im Stil des Neuen Bauens errichtet. Von betont schlichtem Äussern, setzt sie mit dem hoch aufragenden Turm und ihrer markanten Betonkonstruktion dennoch einen städtebaulichen Akzent.

TitularfestErlöser
Baujahr1937
Architekt  Karl Strobel 
Pfarreigrösse2’600 
Quartier
Zürich-Riesbach 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die Pfarrei Erlöser ist eine Tochterpfarrei von St. Anton Hottingen. Die rasche Zunahme der Wohnbevölkerung in Riesbach liess nach dem Ersten Weltkrieg das Bedürfnis nach einer eigenen Kirche wachsen. Da im Jahr 1933, als das Bauland für die zukünftige Kirche in Riesbach gekauft werden konnte, die katholische Kirche Jesus Christus als Erlöser der Menschheit feierte, bestimmten die Verantwortlichen, dass die zukünftige Kirche den Namen Erlöser tragen sollte.

Laurenz Matthias Vincenz legte am 21. Februar 1937 den Grundstein für den Bau der Kirche, die von Karl Strobel erbaut innerhalb weniger Monate erbaut wurde. Am 26. September segnete der Bischof den Neubau ein und ernannte die Erlösergemeinde per 22. Dezember 1937 zu einer eigenständigen Pfarrei.

1972-1976 fanden umfangreiche Umbauten statt. 1984-1987 erfolgte eine Sanierung der Kirche und 1993 eine Instandsetzung der Fassaden.

Architektur & Kunst

Über eine hohe Treppe gelangt der Besucher zum Kirchenportal, über den in der Frontfassade ein grosses Fenster eingelassen ist. Bekrönt wird die Fassade von drei Kreuzen, die den Kalvarienberg symbolisieren und damit auf das Patrozinium der Kirche verweisen, die Erlösung der Menschheit durch den Kreuzestod Christi. Das Eingangsportal ist dreiteilig gestaltet, ein Verweis auf die Trinität. Der Turm samt Kreuz misst 38 Meter.

Das Innere der Kirche erweckt den Eindruck einer Saalkirche, besitzt jedoch zwei schmale, niedrige Seitenschiffe, welche vom Langhaus durch sechseckige Pfeiler abgetrennt sind. Diese setzen sich draussen, vor den nach innen verschobenen Wänden des Obergadens, bis unters Dach fort. So war es dem Architekten möglich, den Bau als Kubus zu gestalten, ohne dass die Wände deswegen massig wirken. Die Decke wird durch sieben annähernd gleiche Joche gegliedert, welche die sieben Sakramente symbolisieren.

Für die Ausstattung der Kirche konnten bedeutende Künstler gewonnen werden: Die Kreuzwegstationen aus Bronze und das grosse Mosaik im Chor gestaltete Toni Schneider-Manzell, der auch die Bronzeportale des Doms von Salzburg, des Speyerer Doms und des Essener Münsters realisiert hatte. Die Kirchenfenster, 1964 von Paul Monnier geschaffen, zeigen Symbole der christlichen Ikonografie: Hirsch, Friedenstaube, Fische, ein Schiff und einen Regenbogen. 1986 erhielt die Kirche ihre heutige Orgel, ein Instrument der Firma Mathis mit 32 Registern.

Als Rarität in der Schweizer Glockenlandschaft birgt die Erlöserkirche ein Geläut aus der sogenannten Briloner Sonderbronze, einer Kupfer-Silicium-Legierung. Die fünf Glocken wurden im westfälischen Brilon von der Firma Albert Junker gegossen und am 25. Juni 1950 nach der Weihe durch Bischof Christian Caminada in den Turm aufgezogen.

Duebendorf MariaFrieden

Dübendorf Maria Frieden

Duebendorf MariaFrieden

Die Kirche Maria Frieden ist nicht nur die grösste Kirche, die von den erfolgreichen Architekten Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger gebaut wurde, sie gilt auch als deren harmonischster Sakralbau. Zur Wirkkraft der Kirche tragen besonders die monumentalen Glasgemälde von Paul Monnier bei. Max Spielmann schuf die Glasfenster im Längsschiff und gestaltete die ausdrucksstarke Marienkapelle.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr1952
Architekten  Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger (Kirche), 
Walter Moser (Sanierung und Krypta) 
Pfarreigrösse2’300 
Politische Gemeinde
Dübendorf

Website der Pfarrei

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Geschichte
1897 fand im Tanzsaal des Dübendorfer Restaurants „Kreuz“ der erste katholische Gottesdienst seit der Reformation statt. 1902 erwarben die Katholiken die Sennhütte an der Wilstrasse. Sie diente während 50 Jahren als Notkapelle. Erst rund 50 Jahre später, am 27. August 1950, erfolgte die Grundsteinlegung für die grosse heutige Kirche, die am 27. April 1952 von Bischof Caminada geweiht wurde. 1957 folgte der Bau des Pfarrhauses, und 1963 wurde der Turm vollendet.
1992 war das neue Pfarreizentrum bezugsbereit. 2003 wurde die Kirche durch Walter Moser gründlich renoviert und 2007 der ehemalige Pfarrsaal unter der Kirche von Josef Caminada zu einer Krypta umgestaltet.

Architektur
Die Kirche ist ein 45 m langer Bau mit basilikalem Grundriss. Die polygonale Apsis findet ihr Gegenstück in der ebenfalls polygonal gestalteten Eingangsfront, an der die Orgelempore angebracht ist. Der mit dem Kreuz fast 50 m hohe Kirchturm prägt die Stadtmitte von Dübendorf als markantes architektonisches Element. Das Gewölbe, dessen Höhenwirkung durch die niedrigen Seitenschiffe unterstrichen wird, weist eine Stichhöhe von 18 m auf. Nach Dreikönigen Zürich-Enge ist Maria Frieden die zweite katholische Kirche im Kanton, die den Stilprinzipien der Betongotik folgt. Vielleicht noch konsequenter als bei jener ist die Wand durchscheinend gestaltet und praktisch vollständig in Fenster aufgelöst. Die Tragfunktion wird von Pfeilern übernommen. Die grossen, 14 m hohen Fenster auf der Seite sind durch ein Masswerk gegliedert, das aus senkrechten und waagrechten Stäben besteht.
 
Glasfenster
Das bedeutendste Gestaltungselement des Innenraums sind sind die von Paul Monnier als Triptychon gestalteten Glasmosaiken im Chor sowie die Fensterrosette über der Orgelempore. Sie bestehen aus massiven Glasbrocken, was ihnen eine funkelnde Leuchtkraft verleiht.

Die mittleren drei Fenster im Chor bilden ein Triptychon. Zu Ehren Marias, der Kirchenpatronin, sind sie in Blautönen gehalte­n. Im Zentrum des mittleren Chorfensters steht die Maria in einer Mandorla. Ganz oben schwebt die Trinität in Gestalt von drei Personen, womit Jesus als Vollender des mit Jesaja Begonnenen erscheint. Das rechte Fenster ist als Sakramentsfenster der Gnade Gottes gestaltet und das linke stellt die Schöpfung dar. Zwei weitere Fenster im Chor schildern links Szenen aus dem Alten und rechts aus dem Neuen Testament. Als Gegenstück zu den 14 m hohen Chorfenstern befindet sich an der Eingangsfront über der Orgelempore die Rosette. In Anlehnung an das Tympanon gotischer Kathedralen thematisiert sie das Jüngste Gericht.

Die Fenster im Kirchenschiff wurden von Max Spielmann geschaffen. Sie zeigen die zwölf Apostel und wurden in einer zweiten Etappe der Kirchengestaltung zusammen mit Monniers viertem und fünftem Chorfenster 1969 eingesegnet.

Kunst & Orgeln
Wie die Glasfenster des Kirchenschiffs stammt auch das bronzene Hauptportal der Kirche von Max Spielmann. Ebenfalls von ihm gestaltet wurden das Kreuz mit Corpus im Chorraum sowie der Kreuzweg. Den Tabernakel schuf Willy Buck 1969; 1977 folgten vom gleichen Künstler der Ambo sowie der Taufbrunnen mit der daneben stehenden Josefstatue. Der grosse Altar aus Stein befindet sich heute wieder an der Chorwand, wo er bis zum II. Vatikanum gestanden hatte.

Die neue Hauptorgel stammt von Bernhardt Edskes; sie kam 2014 in die Kirche. Sie steht in der Tradition des barocken Orgelbauers Arp Schnitger und ist deshalb in besonderer Weise geeignet für die Aufführung der Musik von Johann Sebastian Bach und seiner Zeitgenossen. Um die Fensterrosette über der Empore nicht zu verdecken, ist die Orgel in zwei Teilen beidseitig davon aufgestellt. Seit 2012 ist im Chorraum eine weisse Orgel, die 1886 vom Slowenen Franc Goršič gebaut worden war.

Kapelle & Krypta
Die seitlich an die Kirchenfront angebaute Marienkapelle dient für Andachten und für das persönliche Gebet. Das Marienbildnis im Rosenhag sowie die beiden Kirchenfenster stammen von Max Spielmann. 2007 gestaltete Josef Caminada als eines seiner letzten Werke den früheren Pfarreisaal unter der Kirche in eine Krypta um.

EmbrachRorbas Kapelle

Embrach Kapelle St. Petrus

EmbrachRorbas Kapelle

Die Kapelle St. Petrus Embrach wurde 1924 durch Architekt Josef Steiner unter tatkräftiger Mithilfe von jungen Pfarreiangehörigen errichtet. Weil das Areal für eine Erweiterung zu eng war, blieb sie unverändert erhalten und wird gerne von den Pfarreiangehörigen für Taufen, Hochzeiten und kleinere Gottesdienste genutzt.

Patrozinium  Hl. Petrus
Baujahr1924
Architekt  Josef Steiner 
Pfarreigrösse4’300 
Politische Gemeinde 
Lufingen, Oberembrach, Embrach, Rorbas und Freienstein-Teufen

Website der Pfarrei

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Geschichte

Infolge der Industrialisierung hatten sich im 19. Jahrhundert auch im Embrachertal katholische Arbeiterfamilien niedergelassen. Seit dem Bestehen der Seelsorgestation und späteren Pfarrei Bülach ab 1882 wurden die Embracher Katholiken von dort aus betreut.  Wer sich die Fahrt mit dem Zug nicht leisten konnte, für den sonntäglichen Gottesdienst über den Dättenberg nach Bülach gehen; Mutige kehrten mittags, wenn der Eisenbahnverkehr eingestellt war, durch den Tunnel nach Hause zurück.

1905 gründeten die Embracher Katholiken einen Männerverein, der in den folgenden Jahrzehnten das katholische Leben im Tal massgeblich voranbrachte. Im August 1921 wurde an der Rheinstrasse das Land für eine Kapelle gekauft.  Am 29. Mai 1924 konnte man den Grundstein legen, und am 30. November 1924 wurde sie durch den Winterthurer Dekan Meyer eingesegnet. Betreut wurden die Katholiken im Embrachertal weiterhin durch die Geistlichen der Pfarrei Bülach.

Architektur & Kunst

St. Petrus ist ein einschiffiger neoromanischer Bau mit Anklängen an den Heimatstil, gut sichtbar am holzverkleideten Glockenstuhl und in der Vorhalle. Wegen des Strassenverlaufs ist das Gotteshaus nicht geostet, sondern zeigt in südwestliche Richtung. Der Chor ist im Turm eingebaut und um drei Stufen vom Kirchenschiff abgehoben. Die Sakristei auf der linken Seite diente während über 30 Jahren auch als Unterrichtslokal für die Kinder und als Beichtstuhl. Die Glocke, die im Turm hängt, hat der damalige Bülacher Pfarrer Imholz an der Leipziger Messe erstanden.

Die Fresken im Innern der Kapelle wurden 1928 vom Einsiedler Pater und Künstler Bernhard Flüeler angebracht. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des Hl. Petrus, des Kirchenpatrons von Embrach, sowie die Verehrung des Jesuskindes durch die Hl. Drei Könige, Jesus am Kreuz und an der abschliessenden Chorwand Jesus als Pantokrator. Ein einfacher Volksaltar samt Ambo und Taufstein, eine Muttergottes- und eine Jesusstatue sowie Kreuzwegbilder an den Seitenwänden der Kapelle vervollständigen die Innenausstattung.

Huetten

Hütten St. Jakobus

Huetten

Ihre Konstruktion als reiner Betonbau wäre der Kirche St. Jakobus fast zum Verhängnis geworden: Bereits wenige Jahre nach ihrer Weihe drang Wasser ins Innere und richtete derart grosse Schäden an, dass die Pfarrei vor der Wahl stand, die Kirche entweder wieder abzureissen oder aber komplett mit einer zweiten Aussenhülle zu umbauen. Man entschied sich für letzteres, wodurch die originelle Kirche erhalten blieb.

Patrozinium  St. Jakobus der Ältere
Baujahr1969
Architekt  Kurt Federer 
Pfarreigrösse1’400 
Politische Gemeinde 
Hirzel, Hütten, Schönenberg 

 

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Geschichte

Mit seinem Patrozinium erinnert das Gotteshaus an die St. Jakobskapelle, die im Mittelalter in Hütten gestanden hatte. Ab 1922 fanden im benachbarten Schönenberg in der neu errichteten katholischen Kirche regelmässig Gottesdienste statt. In Hütten selber wurden ab März 1961 in einer alten Werkgarage Messfeiern abgehalten. Das Lokal erwies sich jedoch rasch als zu klein, sodass der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus entstand. Nachdem ein erstes Projekt abgelehnt worden war, kam das zweite, das von Kurt Federer stammte, zur Ausführung. Am 27. Juli 1969 weihte der Basler Bischof Anton Hänggi im Auftrag des Churer Bischofs die neu erbaute Kirche.

Architektur & Kunst

Ähnlich wie die Kirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp besitzt auch die Kirche St. Jakobus mehr als einen Turm. Die Türme sind unabhängig voneinander gestaltet sind und nehmen dennoch aufeinander Bezug. Während der kleinere Turm in seinem Inneren den Tabernakel als Mittelpunkt der ganzen Kirche birgt, dient der grössere als Glockenträger.

Vom Vorplatz gelangt der Besucher auf spiralförmigem Weg ins Innere der Kirche, in deren Zentrum sich der Altarraum befindet. Die halbkreisförmig angeordneten Bänke nehmen den Grundriss der Kirche auf. Ein Lichtschacht, der aus drei Elementen besteht und damit auf die Trinität verweist, leitet das Tageslicht auf den Altar. Die Gestaltung des Tabernakels in Form einer Kugel zeigt schliesslich, worauf die ganze Konzeption dieser Kirche hinaus will: Der spiralförmige Weg, die Kreissegmente des Grundrisses und die halbkreisförmige Anordnung der Bänke – alles hat zum Ziel, den Gläubigen zur Realpräsenz Gottes in den geweihten Hostien hinzuführen, die im Tabernakel aufbewahrt sind. Auch das Glasfenster von Ferdinand Gehr, das neben dem Tabernakel eingebaut ist, verweist mit seinen runden Elementen auf Gottes Gegenwart in den geweihten Hostien.

Oberstammheim

Oberstammheim Liebfrauen

Oberstammheim

Die Liebfrauenkirche in Oberstammheim ist ein schlichtes Gotteshaus, das in bescheidener Art lokalen Heimatstil und Neues Bauen miteinander verbindet.
Sie ist die einzige katholische Kirche im Kanton Zürich, die mitten im 2. Weltkrieg erbaut worden ist – nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr1942
Architekt  Albert Meyer 
Grösse des Seelsorgeraums4’000 
Politische Gemeinden 

Adlikon, Andelfingen, Benken, Dachsen, Feuerthalen,
Flurlingen, Humlikon, Kleinandelfingen,
Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Oberstammheim,
Ossingen, Trüllikon, Truttikon,
Unterstammheim und Waltalingen 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Bis ins frühe 20. Jahrhundert hatten sich im ländlich geprägten Bezirk Andelfingen nur wenige Katholiken niedergelassen. Für den Besuch eines Gottesdienstes mussten sie den langen Weg zur Klosterkirche Rheinau, nach Winterthur oder nach Schaffhausen auf sich nehmen. 1923 wandten sie sich deshalb an den Bischof in Chur mit der Bitte, ihre seelsorgerliche Situation zu verbessern. 1932 zog der erste katholische Geistliche in die Region. Er liess sich zunächst in Ossingen nieder, wechselte dann aber 1934 nach Oberstammheim. Als in den 1930er Jahren konnte in Oberstammheim das Land für eine richtige Kirche erworben werden konnte.
Liebfrauen wurde unter Arnold Meyer 1941/1942 erbaut; am 24. Mai 1942 war sie vollendet. 1971 wurde das Pfarrhaus renoviert. Ab den 1960er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der Pfarrei immer mehr nach Kleinandelfingen, sodass Liebfrauen heute von dort aus betreut wird.

Architektur & Kunst

Die Liebfrauenkirche liegt am Kirchweg und ist deshalb nicht genau nach Osten, sondern nach Südosten ausgerichtet. Mit den geknickten Satteldächern auf Turm und Schiff sowie den Natursteinen im Turmfundament nimmt sie Elemente des Heimatstils auf, die rechteckigen Fenster und Schallöffnungen verweisen aber auch auf das Neue Bauen. Einziges schmückendes Element und fast Markenzeichen ist eine Darstellung des Hl. Gallus mit Bär an der Fassade des Kirchturms. Bildthema und künstlerische Technik  weisen darauf hin, dass im Stammertal schon früh im Mittelalter ein Gotteshaus bestanden hat: die vom Kloster St. Gallen erbaute Galluskapelle. Diese liegt etwas oberhalb des Dorfes auf dem Chilenbückli und darf mit ihren Fresken aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts als eine kunstgeschichtliche Perle im Zürcher Weinland gelten.

Über eine Treppenanlage gelangt man durch einen Vorbau in den Turm, wo eine weitere Treppe ins Innere führt, welches sich im ersten Stock über dem Pfarreisaal befindet. Der Tabernakel stammt aus der Erbauungszeit der Kirche. Die Glasfenster zeigen traditionelle christliche Symbole, so die Gesetzestafeln des Alten Bundes oder die Heilig-Geist-Taube. Besondere Beachtung verdient das Fenster rechts des Chorraumes, welches mit Kelch, Patene, Messbuch und Stola die zentralen Aufgaben des Priesters verdeutlicht.

Staefa

Stäfa St. Verena

Staefa

Die Kirche St. Verena wurde unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg vom schweizweit bekannten „Bettelprälaten“ Franz Höfliger erbaut. 1999 erhielt das an sich schlichte Gotteshaus ungewöhnliche und sehr ansprechende Glasfenster, die der jüdische Künstler Dan Rubinstein gestaltet hatte. So wurde aus einer traditionellen Kirche ein Besuchermagnet für Kunstinteressierte aus nah und fern.

Patrozinium  Hl. Verena
Baujahr1948
Architekt  Victor Schäfer
Pfarreigrösse3’400 
Politische Gemeinde 
Stäfa 

Website der Pfarrei

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Geschichte
Bereits 1881 hatte die Pfarrei Männedorf in Stäfa eine Aussenstation eröffnet, aber erst 1938 begann der Aufbau Stäfas zu einer eigentlichen Pfarrei. Hierfür entsandte Bischof Laurenz Matthias Vincenz den «Bettelprälaten» Franz Höfliger, der schon als junger Hilfsgeistlicher den Bau der Liebfrauenkirche Hinwil zu einem guten Teil durch zusammengebettelte Spenden finanziert hatte. Unter erschwerten Umständen inmitten des 2. Weltkrieges trug er so viel Geld zusammen, dass St. Verena als erste katholische Kirche im Kanton Zürich nach Kriegsende in rund zweijähriger Bauzeit erstellt werden konnte. Am 19. Juni 1948 konnte die Kirche eingeweiht werden, und per 29. Juli 1949 wurde Stäfa zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 1999–2003 schuf Dan Rubinstein für St. Verena einen 13 Glasgemälde umfassenden Zyklus, der 2017 durch zwei kleinere Fenster beim Eingangsportal ergänzt wurde.

Architektur und Kunst
Der Architekt Victor Schäfer gestaltete die Kirche St. Verena aussen wie innen bescheiden, was der damaligen Zeit, aber auch den finanziellen Mitteln der Gemeinde geschuldet war. Die leicht geknickten Giebeldächer auf Schiff und Turm fügen sich dadurch wie völlig selbstverständlich in die traditionelle Architektur der Kirchen am Zürichsee ein.
Das Kirchenschiff zeigt sich als einschiffiger Saalbau mit eingezogenem, geradem Chor. Der 25 Meter hohe Kirchturm beherbergt ein fünfstimmiges Geläute. Die erste Glocke stammt aus dem Jahr 1947; die weiteren vier kamen 1962 hinzu.
Zur Zeit der Kirchweihe 1948 war das prägendste Element der Kreuzweg, der vom Stäfner Maler Viktor Wildhaber in Freskotechnik angebracht worden war. 1956 folgte die Kreuzigungsgruppe, ein Jahr später der Marienaltar und 1998 die Josefstatue.

Glasfenster
Glanzstück der heutigen Kirchenausstattung sind die 15 Glasfenster von Dan Rubinstein. Sie folgen dem Thema „Barmherzigkeit und Liebe – Gesetz und Gerechtigkeit“ und zeigen Szenen aus dem Alten Testament. Der ursprünglich 13-teilige Zyklus beginnt auf der Turmseite bei der Orgelempore und setzt sich ab dem sechsten Fenster auf der Seeseite erneut von hinten nach vorne fort. Im Chorraum findet der Zyklus seinen Abschluss mit der Darstellung der 10 Gebote (rechts) und den biblischen Heilsfiguren Rut und König David (links):
•    Abrahams Verheissung
•    Sodom und Gomorra; Isaak, das Opferlamm
•    Die Jakobsleiter
•    Josef in Ägypten
•    Josefs Söhne / Tamar und Rut
•    Mose im Korb
•    Der brennende Dornbusch
•    Mose und die ägyptischen Plagen
•    Auszug aus Ägypten
•    Gott schenkt Wasser und begegnet Mose
•    Das goldene Kalb
•    Die 10 Gebote und das Gelobte Land
•    David und Rut

Die zwei ergänzenden Glasgemälde, die 2017 in die niederen Fenster links und rechts vom Eingangsportal eingebaut wurden, symbolisieren die Taufe respektive nochmals das Grundthema aller Fenster, nämlich die Barmherzigkeit Gottes.

WinterthurToess StJosef

Winterthur St. Josef

WinterthurToess StJosef

Wer die gut 100-jährige Kirche St. Josef zum ersten Mal betritt, dürfte über die moderne, aber sehr gelungene Umgestaltung des Innenraums aus den 1970er Jahren überrascht sein. Dem Architektenteam Felix Loetscher und Robert Tanner ist es gelungen, die Kirche St. Josef den geänderten Bedürfnissen der Pfarrei anzupassen und gleichzeitig den ursprünglichen Charakter der 1914 benedizierten Kirche von Adolf Gaudy zu bewahren.

Patrozinium  St. Josef
Baujahr1914
Architekt  Adolf Gaudy, Felix Loetscher und Robert Tanner (Umgestaltung)
QuartierWinterthur-Töss
Pfarreigrösse
2’800

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die Pfarrei St. Josef im Stadtkreis Töss ist eine Tochterpfarrei von St. Peter und Paul Winterthur. 1905 bis 1930 wurden nach und nach Grundstücke zusammengekauft, um die Kirche, das Pfarrhaus und später das Pfarreizentrum erbauen zu können. 1913 erfolgte der Baubeginn der Kirche St. Josef, welche nach Plänen von Adolf Gaudy und mit Mitteln des Kultusvereins aus Chur errichtet wurde. 1914 wurde die Kirche benediziert. Aufgrund der zahlreichen Arbeiterfamilien in Töss beschloss man, die Kirche dem Hl. Josef, dem Patron der Arbeiter, zu weihen. 1921 wurde das Pfarrhaus erbaut, und 1949 weihte Bischof Christian Caminada die fertig ausgestattete Kirche ein.

1969 wurde das  Pfarreizentrum samt neuem Pfarrhaus eröffnet. 1970 erhob der Bischof St. Josef zu einer eigenständigen Pfarrei. 1973 erfolgte die Aussenrenovation der Kirche, in den Jahren 1976–1977 die Innenrenovation.


Architektur & Kunst

In der Architektur der Kirche St. Josef vereinen sich zwei Tendenzen des Kirchbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Zum einen lassen sich noch deutliche Anlehnungen an romanische und gotische Bauwerke finden. Auf der anderen Seite finden sich auch Bestrebungen, in diesem Kirchbau neue architektonische Lösungen zu finden, was den Übergang zur Moderne andeutet. Der quadratische Grundriss der Kirche lässt die Kirche kleiner erscheinen, als sie tatsächlich ist. Sie verfügte bis zur Sanierung in den 1970er Jahren über 450 Sitzplätze.

1976–1977 wurde der Innenraum der Kirche durch Felix Tanner und Robert Loetscher neugestaltet. Die Architekten setzten den neuen Volksaltar in die Mitte des Zentralbaus und positionierten darum herum die Stühle für die Gläubigen. Der Hochaltar mit neugotischem Schnitzwerk aus der Werkstatt des Bildhauers Holenstein wurde entfernt. Im frei gewordenen Chor wurde die neue Orgel errichtet und mittels eines Podests dem Kirchenchor genug Raum gegeben, ohne dass die Kirche verlängert werden musste. 1986 wurden die Reliefs des ehemaligen Hochaltars in den Nischen des Chores neu positioniert.

Ihre heutige Orgel erhielt die Kirche nach der Umgestaltung im Jahr 1977. Die Orgel stammt von Späth Orgelbau und besitzt 23 Register.