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Kleinandelfingen

Kleinandelfingen St. Plazidus und Sigisbert

Kleinandelfingen

Die Kirche von Kleinandelfingen hat ein aussergewöhnliches Patrozinium: Sie ist den Hll. Plazidus und Sigisbert geweiht, die im 8. Jahrhundert das Kloster Disentis gegründet hatten. Mittelalterliche Beziehungen zwischen Disentis und Andelfingen hatten zur Folge, dass schon die vorreformatorische Kirche diesen beiden Heiligen geweiht war; das heutige Gotteshaus der Katholiken führt diese Tradition fort.

Patrozinium  Hl. Placidus und Sigisbert
Baujahr1990
Architekt  unbekannt 
Grösse des Seelsorgeraums4’098 
Politische Gemeinden 
Adlikon, Andelfingen, Benken, Dachsen,
Feuerthalen, Flurlingen, Humlikon, Kleinandelfingen,
Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Oberstammheim,
Ossingen, Trüllikon, Truttikon, Unterstammheim
und Waltalingen 

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Nachdem in Ossingen die katholische St. Anna-Kapelle aufgegeben worden war, da sich das Pfarreileben in den 1930er Jahren vermehrt in Oberstammheim abspielte, suchten die Verantwortlichen nach einem zweiten, zentraler gelegenen Ort im Bezirk. 1939 ergab sich die Gelegenheit, in Kleinandelfingen ein Grundstück zu erwerben, auf dem man eine hölzerne Notkirche baute.

Nach dem 2. Weltkrieg wuchs auch im Zürcher Weinland die katholische Bevölkerung, wobei sich das Pfarreileben vom peripher gelegenen Oberstammheim immer mehr nach Kleinandelfingen verlegte. 1963 wurde die Notkirche erweitert und erhielt den noch heute stehenden Betonturm. Das vergrösserte Gotteshaus wurde von Viktor Schönbächler, dem Abt des Klosters Disentis, am 25. August 1963 den Hll. Plazidus und Sigisbert geweiht. Da die Bausubstanz der Kirche im Lauf der Jahre immer schlechter wurde, entschied man sich für einen Neubau samt Pfarreizentrum. Geweiht wurde das heutige Gotteshaus am 24. Juni 1990 durch Altbischof Johannes Vonderach.

Architektur & Kunst

Wegen des Strassenverlaufs ist St. Plazidus und Sigisbert nicht geostet, sondern richtet sich gen Westen aus. Dass der Glockenturm rund 30 Jahre älter ist als die Kirche, ist kaum zu erkennen. Er besitzt ein stattliches, fünfstimmiges Geläut. Eine der Glocken stammt noch vom ersten Geläut, die anderen wurden 1965 anlässlich des Turmbaus neu gegossen. Der polygonale Gottesdienstraum wird von einem Satteldach abgeschlossen. Altar und Ambo sind gestalterisch aufeinander bezogen, was die Gleichrangigkeit von Wort und Sakrament unterstreicht. Auffällig sind die Buntglasfenster, die in verschiedenen Farbtönen gehalten sind und symbolträchtige Elemente zeigen, darunter eine Taube und eine Mondsichel. 

Pfaeffikon

Pfäffikon ZH, St. Benignus

Pfaeffikon

In Pfäffikon steht die einzige Kirche im Kanton Zürich, die den Hl. Benignus geweiht ist − in Anlehnung an die frühmittelalterliche Kirche auf dem Kastell Irgenhausen, die ebenfalls ihm geweiht war. Benignus stammte der Legende nach aus Kleinasien und war im 2. und 3. Jahrhundert vor allem im Burgund als Missionar tätig.

Patrozinium  Hl. Benignus
Baujahr1963
Architekt  Walter Moser (Sanierung) 
Pfarreigrösse5’800 
Politische Gemeinden 

Fehraltorf, Hittnau, Pfäffikon, Russikon 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die damals rund 350 Katholiken von Pfäffikon und der näheren Umgebung wurden ab 1893 von den Geistlichen der neu entstandenen Missionsstation Wetzikon betreut. Der Wunsch nach einer eigenen Seelsorgestelle in Pfäffikon führte dazu, dass die Katholiken am 17. April 1923 Land für den Bau einer eigenen kleinen Kirche erwarben.  Am 25. August 1925 konnte die seit der Reformation erste katholische Kirche von Pfäffikon eingesegnet werden; geweiht war sie dem Hl. Herz Jesu. 1927 wurde das Pfarrhaus errichtet, und im Sommer 1928 erhob der Bischof von Chur Pfäffikon zur eigenständigen Pfarrei.

Da die Kirche in den 1950er Jahren für die wachsende Gemeinde zu klein wurde, drängte sich ein Neubau auf. Die Grundsteinlegung fand am 27. Mai 1962 statt, und am 3. November 1963 wurde die Kirche eingeweiht. Das Patronat wechselte zum Hl. Benignus.

Die heutige Orgel wurde 1976 angeschafft, und 1989 erfolgte eine Innenrenovation, bei der auch die Glasbausteine im Chor farbig gestaltet wurden. 2010/2011 wurde die Kirche und das Pfarreizentrum durch Architekt Walter Moser saniert. Damals kam auch eine Reliquie des Hl. Benignus in den neugeschaffenen Altar.

Architektur & Kunst

Auf die Lage der Kirche verweist der von weitem gut sichtbare Turm, dessen fünf Glocken auf die Melodie des „Salve Regina“ gestimmt sind. Ungewöhnlich ist sein dreieckiger Grundriss. Durch ein 2010 erbautes Foyer, welches das bisherige Vordach ersetzt, gelangt der Besucher ins Innere der Kirche. Der einschiffige Raum weist einen polygonalen Grundriss auf und wird im Altarraum spitzförmig abgeschlossen. Das Kirchendach steigt vom Eingangsbereich her an, sodass über dem Altarbereich die Raumhöhe am grössten ist.
Beim Bau der Kirche war das II. Vatikanische Konzil noch nicht im Gange, weshalb der massive Steinaltar ursprünglich auf die Chorwand und das von der Decke herabhängende Kruzifix ausgerichtet war. Der Tabernakel befand sich dabei auf dem Altar. Nach dem Konzil wurde dieser den Gläubigen zugewendet, und der Tabernakel fand auf der rechten Seite an der Wand seine Aufstellung.

2010 wurde der Altarraum von Walter Moser erneut umgestaltet. Auf der rechten Seite der Kirche ist eine Kapelle angebaut, deren Wand zur Kirche hin geöffnet werden kann.

Uetikon aS

Uetikon am See, St. Franziskus

Uetikon aS

Von aussen ist die Kirche St. Franziskus von Uetikon am See als unscheinbarer, langgezogener Bau gestaltet. Im Innern überrascht die von aussen in Rottönen gestrichene Kirche durch einen weiss gehaltenen Sakralraum, der je nach den Lichtverhältnissen eine andere Stimmung erzeugt. Besonders ist der Kreuzweg, den der Künstler Jörg Niederberger zusammen mit seinem damals 11-jährigen Sohn gestaltet hat. Die Orgel wurde von der im benachbarten Männedorf ansässigen Firma Kuhn anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums erbaut.

Patrozinium  Hl. Franz von Assisi
Baujahr2008
Architekten  Daniele Marques, Judit Laszlo und Daniel Ciccardini 
Pfarreigrösse4’300
Politische Gemeinden 
Männedorf und Uetikon a.S. 

Website der Pfarrei

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Architektur & Kunst

­­­Die St. Franziskus-Kirche wurde 2007-2008 von Daniele Marques, Judit Làszlò und Daniel Ciccardini erbaut. Südöstlich des alten Dorfkerns liegt sie von der Strasse her etwas zurückversetzt und erinnert mit ihren Rottönen an die warmen Farben Umbriens, wo ihr Namenspatron im Mittelalter gelebt hatte. Die Räume des kirchlichen Zentrums gruppieren sich um einen Innenhof, der sich mit seiner Gestalt an mittelalterlichen Kreuzgängen orientiert. Das Sonnenlicht dringt durch Fensterschlitze in den Sakralraum hinein und lässt das in Weisstönen gestrichene Gotteshaus leuchten.

Die künstlerische Ausstattung schuf Jörg Niederberger, die mit wenigen Akzenten Leben und Botschaft von Jesus Christus sowie vom Kirchpatron, dem Hl. Franziskus, sichtbar werden lässt. Ambo und Altar sind in der Form des griechischen Buchstabens Tau gestaltet, dem Erkennungszeichen der Franziskaner. Von einem 2005 verstorbenen Mönch des Klosters in Assisi stammt das Gewand, das in einer Nische der linken Wand eingelassen ist. Die Kutte stellt einen direkten Bezug zwischen der Uetiker Gemeinde und der franziskanischen Gemeinschaft her. Blau ist das Innere des Tabernakels, der in die Wand hinter dem Altar eingelassen ist und seine Farbgebung nur im geöffneten Zustand zeigt. Das Ziborium ist dunkelrot und erinnert mit seiner Farbe an die Bedeutung des Todes Christi für alle Gläubigen. Golden schimmert ein Brett an der linken Wand, das von einer Kastanie stammt, deren Früchte als Brot für die Armen galten. Der Hl. Franziskus hatte, aus einer reichen Familie kommend, bewusst die Armut gewählt, um so Gott näher zu sein.
 
Kreuzweg & Orgel

An der rechten Wand der Kirche ist der ungewöhnlich gestaltete Kreuzweg von Jörg Niederberger und seinem Sohn Jonas angebracht. Die traditionellen Stationen, die in der Bibel keine Erwähnung finden, wurden durch biblische ersetzt. Bereits beim Bau der Kirche wurden an der linken Wand Nischen für die zu bauende Orgel eingelassen. Anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums errichtete die Orgelbaufirma Kuhn aus dem benachbarten Männedorf das Instrument, welches mit der modernen Gestaltung des Pfeifenprospektes die Formensprache der Kirche aufnimmt.

Winterthur StPeterPaul

Winterthur St. Peter und Paul

Winterthur StPeterPaul

Die 1868 erbaute, neogotische Kirche St. Peter und Paul Winterthur ist das erste katholische Gotteshaus, das nach der Reformation auf Zürcher Gebiet gebaut werden durfte. Ihre Entstehungsgeschichte ist eng mit dem Kampf der Zürcher Katholiken nach Anerkennung verbunden.

Patrozinium  St. Peter und Paul
Baujahr1868
Architekt  Karl Wilhelm Bareiss
QuartierWinterthur-Neuwiesen
Pfarreigrösse
4’400

Website der Pfarrei

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Geschichte

Nach einer bewegten Vorgeschichte wurde am 10. August 1862 in Winterthur erstmals seit der Reformation wieder ein offizieller katholischer Gottesdienst gefeiert. Nachdem sich die Katholiken bereit erklärt hatten, eine kirchliche Körperschaft zu bilden, unterstützte sie der Stadtrat beim Bau ihrer Kirche. Als Standort bestimmte er das neu entstehende Quartier Neuwiesen.

Für die Planung wurde 1864/1865 ein Wettbewerb veranstaltet, aus dem das Projekt des Winterthurer Stadtbaumeisters Karl Wilhelm Bareiss siegreich hervorging. Die Bauarbeiten setzten im Sommer 1866 ein, und zwei Jahre später war die Kirche fertiggestellt. Am 5. Juli 1868 segnete Dekan Rüttimann das Gotteshaus im Beisein von Vertretern der kantonalen Regierung samt Staatsschreiber und Dichter Gottfried Keller sowie des Stadtrats von Winterthur ein.

Der Innenausbau der Kirche musste aus Kostengründen zunächst hinausgeschoben werden. Deshalb war das Schiff 1868 bloss mit einer Flachdecke überspannt, und einfache Tischaltäre sowie eine schlichte Kanzel dienten als Notausstattung. Bis 1887 besass die Kirche auch kein richtiges Geläut. 1883 konnte dann der Ausbau an die Hand genommen werden und wurde innerhalb von zehn Jahren zügig zu Ende geführt. Am 10. Juli 1897 konnte Bischof Johannes Fidelis Battaglia die fertig ausgestattete Kirche einweihen.

1925 wurde das Gotteshaus durch den Anbau einer Sakristei erweitert. Gleichzeitig renovierte man das Äussere der Kirche. Zwischen 1939 und 1946 erfolgte eine umfassende Sanierung des Innenraums. Die reich ornamentierten Glasmalereien ersetzte man im Chor durch einfachere Buntglasfenster, im Schiff durch helle Fensterscheiben mit einzelnen Heiligenbildern. Von der ursprünglichen Ausmalung blieb schliesslich nur die neogotische Gewölbemalerei erhalten. Diese massiven Eingriffe wurden bei der Gesamtrenovation von 1982–1984 weitgehend korrigiert. Damals wurde auch die Orgel durch ein Instrument der Firma Späth mit 36 Registern ersetzt.

Architektur & Kunst

St. Peter und Paul bildet neben dem Stadthaus von Gottfried Semper ein Hauptmonument der aufstrebenden Industriestadt Winterthur. St. Peter und Paul präsentiert sich als typische neogotische Kirche, bestehend aus einem Längsbau mit steilem Satteldach, hohen Masswerkfenstern und fialengeschmückten Strebepfeilern. Das Chorhaus ist niedriger als das Schiff und weist einen polygonalen Abschluss auf. Die Eingangsfassade wird vom Frontturm überragt, der sich über der Vorhalle der Kirche erhebt. Das Innere ist seit der letzten Renovation nahezu wieder auf dem Stand von 1897.

Der Hauptaltar gilt als Glanzstück der Kirchenausstattung und thematisiert das Leben und Wirken von Jesus Christus. Der Altar stammt aus dem Jahr 1897.

In einem reich vergoldeten neogotischen Schrein steht beim rechten Seitenausgang eine Kopie der sogenannten Winterthurer Madonna. Das Original (es stammt aus der Zeit um 1500) befindet sich in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Frauenfeld. Der Überlieferung nach sol­­­l diese Statue in der Reformation wegen der ihr drohenden Zerstörung dorthin gebracht worden sein.

Zurich StFranziskus

Zürich St. Franziskus

Zurich StFranziskus

Der markante rote Rundturm von St. Franziskus mit seinem Arkadenkranz um die Glockenstube ist heute ein Wahrzeichen von Wollishofen. Während die Kirche aussen weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben ist, wurde ihr Inneres zweimal radikal umgestaltet, sodass St. Franziskus exemplarisch zeigt, wie sich neue Glaubensvorstellungen und Bedürfnisse einer Pfarrei auf einen Sakralraum auswirken.

Patrozinium  Hl. Franz von Assisi
Baujahr1929
Architekt  Josef Steiner 
Pfarreigrösse4’200 
Quartier
Zürich-Wollishofen 

Website der Pfarrei

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Geschichte
Bereits 1901 wurde in Wollishofen ein bescheidenes Lokal, das den Übernamen Waschhüsli trug, von den Katholiken als Notkirche eingerichtet. 1923 konnten sie im Morgental das Land für ihre heutige Kirche erwerben. Die Kirche St. Franziskus wurde 1927/28 nach Plänen von Josef Steiner errichtet. 1958 erstellte man neben der Kirche ein erstes Pfarreizentrum, dessen Basis beim Bau des heutigen durch Walter Moser 1991 übernommen wurde.

Wegen der beiden einschneidenden Neugestaltungen des Innern lässt sich die Geschichte von St. Franziskus in drei Phasen einteilen. In der ersten zeigte sich die Kirche in der Konzeption von Steiner: zeittypisch als Wegekirche mit eingezogenem Chor und einer Ausgestaltung, die wesentlich von den Fresken von Fritz Kunz bestimmt wurde. Ein grosses Gemälde im Chor stellte Christus in einer Vision des Hl. Franziskus dar, und in den Seitenschiffen schilderte ein Freskenzyklus das Leben des Kirchenpatrons.

1972/73 erfolgte die erste, radikale Änderung: Der ursprüngliche Längsbau wurde nach Plänen von Dieter Schenker in eine Querkirche umgewandelt. Der Altarbezirk kam nun auf die linke Seite des Hauptschiffs zu liegen, und orange Stuhlreihen gruppierten sich neu im Halbkreis um diesen herum. Der überflüssig gewordene Chor wurde zum Kirchenschiff geschlagen, d.h. der Triumphbogen und die Mauern zu den Seitenräumen wurden abgebrochen. Das grosse Fresko von Fritz Kunz wurde zerstört, und die Malereien in den Seitenschiffen wurden übertüncht. Damals erhielt die Kirche auch die heutige Orgel, ein Instrument der Firma Kuhn. Sie umfasst 36 Register und wurde am 7. April 1974 geweiht.

Die zweite, heute noch bestehende Umgestaltung erfolgte 2004, wobei man im Wesentlichen zur ursprünglichen Längsausrichtung zurückkam. Links des Haupteingangs wurde zudem eine Marienkapelle neu angebaut.

Architektur & Kunst

Die Kirche St. Franziskus ist ein neoromanischer Kirchenbau im Basilika-Stil, dessen Besonderheit der runde Kirchturm mit gekuppelten Schallöffnungen darstellt. Die Kirche besitzt ein Mittelschiff, zwei Seitenschiffe und eine flache Gipsdecke mit repetitivem Stuck. Der 30 Meter hohe Turm erhielt aus finanziellen Gründen erst 24 Jahre nach dem Bau der Kirche seine Glocken.

St. Franziskus folgt im Innern mit den drei Schiffen, den Rundbogen der Arkaden und den Fenstern im Obergaden sowie der flachen Kassettendecke dem Typus einer romanischen Basilika. Aussen sind vor allem in den Dachformen auch Anklänge an den Heimatstil zu erkennen.

Nach Übermalung der Fresken von Fritz Kunz ist das Innere der Kirche weiss, wodurch die nüchtern-eleganten Rundbogen der Seitenschiffe sowie der geschliffene graue Granit der Säulen und der ungeschliffene der Kapitelle eindrücklich zur Geltung kommen. Die in Gelb gehaltene Farbgebung der Decke greift die Gelbtöne der Farbfenster von Max Rüedi von 1973 auf. Der leicht erhöhte Altarbereich aus rötlichem Sandstein, die grau gehaltenen Kirchenbänke und das bläuliche Licht des Glases beim Eingangsbereich verleihen der Kirche eine mystische Stimmung. Um den Tabernakel an der südlichen Kirchenwand ist eine halbrunde Bank angebracht, die zum Gebet vor dem Allerheiligsten einlädt. Der ursprüngliche Taufstein von 1928, der nach 1973 draussen neben dem Eingang zur Sakristei gestanden hatte, wurde 2004 wieder in die Kirche zurückgeführt und erinnert die Gläubigen an ihre eigene Taufe.

Glasfensterzyklus

Das grösste und bedeutendste Kunstwerk der Kirche ist der 1973 von Max Rüedi geschaffene Glasfensterzyklus. Die nach Motiven aus dem Sonnengesang des Hl. Franziskus gestalteten Fenster prägen seitdem den Innenraum der Kirche. Die ersten beiden Glasfenster zeigen Mond und Sterne am Nachthimmel und verweisen auf die Transzendenz Gottes. Ihnen folgt der Himmel mit dem Wind, der Luft und dem Wasser. Der Sonnengesang des Hl. Franziskus orientiert sich in seinem Mittelteil an der Schöpfungsgeschichte aus dem Alten Testament. Nach der Erschaffung des Landes folgt die Erzählung vom Paradies. Der Apfel und die Schlange deuten den Sündenfall an, der in der Heilsgeschichte nicht fehlen kann. Rechts von der Orgel geht der Zyklus weiter mit dem Lebensbaum, Tod und Auferstehung in einem. An der nordöstlichen Kirchenwand folgt das Feuer. Die Sonne auf den beiden mittleren Kirchenfenstern wird gefolgt vom Wind, der Luft, den Wolken und dem Vogel, der den Zyklus im oberen Teil der Kirchenwand abschliesst.

Zurich WiedikonHerzJesu

Zürich Herz Jesu Wiedikon

Zurich WiedikonHerzJesu

Die im Stadtzürcher Quartier Wiedikon gelegene Kirche Herz Jesu wirkt äusserlich bescheiden, ist aber noch heute über die Pfarreigrenzen hinaus von Bedeutung, nicht zuletzt weil bei ihr eine der drei katholischen Schulen der Stadt Zürich ansässig ist. In ihrer Anfangszeit war Herz Jesu Wiedikon während einiger Jahre die zahlenmässig grösste Pfarrei der ganzen Schweiz.

TitularfestHerz Jesu
Baujahr1921
Architekt  Josef Steiner
Pfarreigrösse8’300
Quartier
Zürich-Wiedikon

Website der Pfarrei

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Geschichte
Die Mutterpfarrei von Zürich, St. Peter und Paul Aussersihl, baute nach der Jahrhundertwende im bevölkerungsreichen Quartier Wiedikon die Pfarrei Herz Jesu auf. 1916 konnte der Bauplatz an der Aemtlerstrasse gekauft werden. 1920 erfolgte der Spatenstich für die von Joseph Steiner geplante Kirche. Am 15. Juni 1921 segnete Bischof Georg Schmid von Grüneck die fertige Kirche ein und erhob Herz Jesu Wiedikon zur Pfarrei. Geweiht wurde die Kirche erst im Jahr 1956 durch Bischof Christian Caminada, als die Schulden der Pfarrei genügend abgetragen worden waren. 1925-1926 wurde das Vereinshaus Johanneum erbaut.

Um die sozial-karitativen Belange der grossen Pfarrei waren neben den Geistlichen auch Ordensschwestern tätig. Seit 1934 betrieben die St. Anna-Schwestern aus Luzern eine Krankenpflegestation. 1935 wurde ein Kindergarten eingerichtet, der von den Ilanzer Dominikanerinnen betrieben wurde. 1952 wurde die Maria-Theresia-Stiftung gegründet, die den Aufbau einer katholischen Schule, der heutigen Freien Katholischen Schule Wiedikon, vorantrieb.

Rudolf Mathys erneuerte 1967-1969 die Kirche. Gleichzeitig errichtete er an der Aemtlerstrasse eine Marienkapelle. Unter dem Chor wurde eine grosse Unterkirche mit 300 Sitzplätzen eingebaut, hinter der Kirche erfolgte der Neubau des Pfarrhauses.

2011-2013 wurde das alte Johanneum abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Bei der Weihe wurde der Neubau Johannes dem Evangelisten gewidmet.

Architektur

Herz Jesu Wiedikon ist eine neoromanische Kirche mit basilikalem Grund- und Aufriss. Das Mittelschiff ist flach gedeckt, die Seitenschiffe weisen Kreuzgratgewölbe auf. Joseph Steiner hatte die schlichte Kirche mit dem seitlich angebauten Turm im Heimatstil erbaut. Der an der Fassadenfront erfolgte Anbau in den 1960er Jahren mit der Kapelle und dem Vorbau samt Haupteingang veränderte das ursprüngliche Erscheinungsbild der Kirche.  

Ausstattung
Im Jahr 1925 schuf Felix Baumhauer das monumentale Chorgemälde und den Kreuzweg auf den Längswänden des Hauptschiffs sowie die Darstellung der zwölf Apostel auf dem Tympanon über dem Apsisbogen. Diese Wandmalereien sorgten seinerzeit wegen ihrer Dimensionen und des Malstils für Aufsehen.

Bei der Renovation der Kirche 1967–1969 wurden der Kreuzweg an den Wänden des Hauptschiffs und die Darstellung der zwölf Apostel auf dem Tympanon weiss übermalt. Die ursprüngliche bemalte, bunte Kassettendecke wurde durch eine neue, schlichte Felderdecke überhängt. Bei der Kirchenrestaurierung 1967–1969 wurden auch die ursprünglichen Altäre im Haupt- und in den beiden Seitenschiffen entfernt. Durch diese Purifizierung in den 1960er Jahren verlor das Innere der Kirche seine ursprüngliche Lebendigkeit.

Die Glasfenster in den Seitenschiffen stammen aus zwei Gestaltungsepochen: Die älteren Fenster von Felix Baumhauer zeigen Szenen aus dem Marienleben. Die jüngeren Fenster wurden 1969 von Ferdinand Gehr gestaltet.

Bereits 1922 hatte die Kirche ihre erste Orgel erhalten. Das heutige Instrument stammt von der Orgelbaufirma Kuhn. Es wurde 1948 erbaut und verfügt über 41 Register.

Marienkapelle
Von der Aemtlerstrasse aus gesehen links wurde 1967–1969 ein niedriger Betonbau mit Flachdach angebaut, in dem sich die Marienkapelle befindet. Die Glasfenster der Marienkapelle stammen von Jean Bünter aus dem Jahr 1971.

Unterkirche
Die Unterkirche wird durch die Homogenität ihrer Materialien geprägt. Altar, Ambo und der Sockel des Tabernakels bestehen wie in der Oberkirche aus Granit. Der Bronzetabernakel sowie ein Vortragekreuz ergänzen die Gestaltung des Altarbereichs. Seit 1994 steht in der Unterkirche eine Orgel mit rein mechanischer Traktur und barocker Disposition. Gefertigt wurde das Instrument von der Orgelbaufirma Hauser.

Dietikon StAgatha

Dietikon St. Agatha

Dietikon StAgatha

Da Dietikon wie Rheinau erst 1803 zum Kanton Zürich kam, verlief hier die Geschichte für die Katholiken anders als im restlichen Kanton. Über Jahrhunderte hinweg teilten sich die Reformierten und die Katholiken die Kirche St. Agatha, was sie bis zur Auflösung des paritätischen Verhältnisses 1925 zu einer der wenigen Simultankirchen im Kanton Zürich machte. Selten für eine katholische Kirche im Kanton Zürich ist auch ihr Standort mitten im Zentrum.

Patrozinium  St. Agatha
Baujahr1927
Architekt  Adolf Gaudy
Pfarreigrösse8’800 
Politische Gemeinde 
Dietikon

Website der Pfarrei

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Geschichte

Bereits im 8. Jahrhundert ist auf Dietiker Boden, im Gebiet Basi, eine kleine Kirche nachgewiesen. Ein Vorgängerbau der heutigen Pfarrkirche St. Agatha wurde 1089 erstmals urkundlich erwähnt und war den Hll. Ulrich und Josef geweiht.

Als das Kloster Wettingen 1529 den reformierten Glauben annahm, wurden auch aus der Kirche St. Agatha, die dem Kloster unterstellt war, die Bilder und Altäre entfernt und eine Kanzel in den Chor gestellt. Nach der Schlacht bei Kappel 1531 setzten die katholischen Orte im Kloster Wettingen die Wiedereinführung des katholischen Glaubens durch, sodass 1532 auch in St. Agatha wieder der Altar aufgestellt wurde. Allerdings wurde durch das Landfriedensgesetz die Kirche beiden Konfessionen zugesprochen.  1803, als die Helvetische Republik aufgelöst wurde, wurde Dietikon, zusammen mit Rheinau, dem Kanton Zürich zugesprochen.

Der Bau der Spanisch-Brötli-Bahn und die danach einsetzende Industrialisierung hatten einen raschen Anstieg der Dietiker Bevölkerung zur Folge. Die alte Simultankirche wurde deshalb sowohl für die katholische als auch für die reformierte Gemeinde zu klein. In den 1910er Jahren wurde deshalb die Beendigung des Simultanverhältnisses angestrebt.
Auf Seiten der Katholiken wurde nun der Neubau von St. Agatha angegangen. Adolf Gaudy erhielt den Auftrag, ein repräsentatives Gotteshaus zu errichten. Der erste Spatenstich erfolgte am 26. Oktober 1925. Innerhalb der neuen Fundamente wurde die alte Kirche noch einige Monate weiter benutzt. Am 11. September 1927 fand die Weihe der neuen durch Bischof Georg Schmid von Grüneck statt.

St. Agatha Dietikon ist die Mutterpfarrei der heutigen Pfarreien von Schlieren, Urdorf und Geroldswil.

Architektur & Kunst

St. Agatha trägt mit ihrem hohen, wuchtigen Turm und dem mächtigen Kirchenschiff ganz wesentlich zum Ortsbild von Dietikon bei. Von ihrem Baustil her ist gilt sie als Beispiel der Reformarchitektur. Dabei überwiegt der Neobarock, insbesondere in den sowohl durch Bauschmuck wie durch Anbauten reich gegliederten Fassaden. Auf der Eingangsseite machen sich aber auch neoklassizistische Züge bemerkbar.

Im Innenraum mit seiner Höhe von 16.50 m herrscht der Geist des Monumentalen vor, im Dekor vorwiegend am Neoklassizismus orientiert, erkennbar bei den Umrahmungen der Altarbilder sowie in der Gestaltung der Decken im Seitenschiff und des Chorbogengürtels. Der Chorbereich ist in einem ungewohnten Grün gehalten, im Gewölbe bereichert durch eine goldene Ornamentik im Stil des Art déco. Die Altargemälde stammen von Martin Feuerstein. Am linken Seitenaltar ist die Muttergottes dargestellt, am rechten der Hl. Josef samt Heiliger Familie und am Hauptaltar wird die Himmelfahrt Christi gezeigt. Die Apostelbilder am Kirchengewölbe wurden von Augustin Müller gefertigt. Der Kreuzweg stammt von Josef Heimgartner und ist die Kopie eines Werks von Gebhard Fugel. Von letzterem stammen auch die Entwürfe zu den Glasgemälden, die F. W. Zettler anfertigte.

Feuerthalen

Feuerthalen St. Leonhard

Feuerthalen

Die nördlichste Kirche des Kantons Zürich steht in Feuerthalen und wurde 2006-2007 von Architekt Pierre Ilg als Rundkirche errichtet. Als einziges Gotteshaus im Kanton Zürich ist sie dem Hl. Leonhard geweiht.

Patrozinium  Hl. Leonhard
Baujahr2003
Architekt  Pierre Ilg 
Grösse des Seelsorgeraums4’098 
Politische Gemeinden 

Adlikon, Andelfingen, Benken, Dachsen,
Feuerthalen, Flurlingen, Humlikon,
Kleinandelfingen, Laufen-Uhwiesen,
Marthalen, Oberstammheim, Ossingen,
Trüllikon, Truttikon, Unterstammheim
und Waltalingen 

Website des Seelsorgeraums

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Geschichte

Im 19. Jahrhundert besuchten die wenigen Katholiken, die sich im nördlichsten Teil des Kantons niedergelassen hatten, die Gottesdienste in den Klosterkirchen Rheinau und Paradies. Weil das Geld fehlte, war es den Katholiken von Feuerthalen erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts möglich, ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Am 24. Januar 1966 fand der erste Spatenstich statt. Gebaut wurde lediglich eine bescheidene Notkirche, die aber klug konzipiert war und sich an derjenigen von Elgg orientierte. 1968 wurde ein niederer Glockenträger aufgestellt, dessen Geläute unverändert vom Turm der heutigen Kirche übernommen wurde. Die engen Verhältnisse der Notkirche, aber auch auftretende bauliche Mängel veranlassten die Pfarrei, einen Neubau in Angriff zu nehmen. Im August 2006 erfolgte der erste Spatenstich, und 2008 weihte Bischof Vitus Huonder die fertig gestellte Kirche St. Leonhard feierlich ein.

Architektur & Kunst

Inmitten eines Wohnquartiers erhebt sich das Gotteshaus, das als Rundbau aus dem kubischen Pfarreizentrum herausragt. Mit ihrem kreisrunden Grundriss verweist die Kirche auf das Unendliche und auf Gott, während die rechteckigen Formen des Pfarreizentrums die Welt symbolisieren, in der sich der Alltag der Gläubigen abspielt.

Das Tageslicht fällt durch ein Oberlicht in die Kirche ein. Die liturgischen Möbel bestehen aus hellem Holz, wobei der Altar mit seiner geschwungenen Gestalt die Form des Raumes aufnimmt. Der frei stehende Tabernakel verweist auf Gott und seine Realpräsenz in den geweihten Hostien hin. Zwei stilisierte Engel auf der Frontpartie des Gehäuses bewachen und beten die darin aufbewahrten geweihten Hostien an. Links vom Altar ist eine zeitgenössische Holzfigur des Kirchenpatrons aufgestellt, der von zwei reliefartigen Pyramiden flankiert wird. Rechts ist eine Madonnenfigur angebracht, deren Gestaltung den Übergang von der Romanik zur Gotik markiert.

Nicht nur klanglich, sondern auch aufgrund ihrer äusseren Gestalt ist die Orgel von St. Leonhard eine Besonderheit: Geschaffen wurde sie im Jahr 2009 von Claudius Winterhalter. Das Gehäuse besteht aus Kreisbogensegmenten, welche sich harmonisch in den Rundbau der Kirche einfügen.

Kloten

Kloten Christkönig

Kloten

Südöstlich des Bahnhofs Kloten erhebt sich ein schlanker Glockenträger in den Himmel, der den Gläubigen den Weg zur Christkönigskirche weist. Erbaut wurde das Gotteshaus samt dem Pfarreizentrum 1969–1972 von den Architekten Willi Egli und Ewald Viquerat. Dank der charakteristischen Formensprache und der künstlerischen Ausstattung von Josef Caminada ist in Kloten ein einladendes, reizvolles Kirchenzentrum entstanden.

TitularfestChristkönig
Baujahr1972
Architekten  Willi Egli und Ewald Viquerat
Pfarreigrösse5’400 
Politische Gemeinde 
Kloten

 

Website der Pfarrei

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Geschichte
Die wenigen Katholiken, die sich Ende des 19. Jahrhunderts im einstigen Bauerndorf Kloten niederliessen, wurden ab 1894 von der Pfarrei Herz Jesu Oerlikon und ab 1935 von der Pfarrei Maria Lourdes betreut. Weil diese sich vor Ort ein Gottesdienstlokal wünschten, wurde am 11. Oktober 1942 in einer Garage eine kleine Notkirche eröffnet und im gleichen Jahr das Areal für eine künftige Kirche erworben. Diese wurde 1947/1948 errichtet und am 28. August 1948 benediziert. Die Steuereinnahmen, die dank der Anerkennung der katholischen Kirche im Kanton Zürich zu fliessen begannen, ermöglichten Ende der 1960er Jahre einen Ersatzbau mit angegliedertem Pfarreizentrum. Bischof Johannnes Vonderach weihte das neue Gotteshaus am 9. April 1972 feierlich ein. Die Pfarrei Kloten war bis 1983 auch für Nürensdorf und Bassersdorf zuständig. Die beiden Pfarreien Kloten und Bassersdorf bilden bis heute gemeinsam eine Kirchgemeinde.

Architektur & Kunst
Unweit des Bahnhofs Kloten verweist der schlanke Betonturm mit seinem eleganten Dachkreuz auf den Standort der Christkönigskirche. Linkerhand finden sich Pfarramt und «Missione Cattolica di Lingua Italiana» sowie die «Missiòn Catòlica de Lengua Española», rechterhand die Kirche selbst. Wie das ganze Ensemble ist sie in dunklem Rot-ocker gehalten, wozu fast nur das Weiss des Turmes kontrastiert. Kaum hat man sich aber in den Innenhof zwischen Kirche und Pfarramt begeben, befindet man sich in einer architektonisch reich gegliederten Welt, die auch eine interessante Dachlandschaft umfasst. Das Ganze hat etwas von einem kleinen, heimeligen Dorf, in dem alles zusammenzugehören scheint.

Auf spiralförmigem Weg wird der Besucher zum Altar geführt. Das Dach der Kirche ruht auf fünf Säulen. Durch das achteckige Oberlicht der Kirche strömt das Tageslicht durch zwei übereinanderliegende, aber verschobene Kreuze in die Kirche. Der Altar darunter nimmt mit der achteckigen Form seiner Platte die Acht des Oberlichts auf und reduziert sie gleichzeitig auf die Zahl vier des Kreuzes, das auf den theologischen Zusammenhang von Eucharistiefeier und Passion Jesu hinweist.

Die Ausstattung wurde von Josef Caminada in Zusammenarbeit mit Br. Xaver Ruckstuhl aus dem Kloster Engelberg geschaffen.  Der Tabernakel besteht aus klarem Glas und glänzendem Metall und spiegelt die Kreuzform des Oberlichts der Kirche. Osterleuchter und Ambo nehmen die Gestaltung des Tabernakels auf und bilden mit dem Altar eine Einheit. Der Taufbrunnen ist auf der linken Seite des Altarraums aufgestellt; als wirklicher Brunnen verweist er auf Jesus als Wasser des Lebens.

Pfungen

Pfungen St. Pirminius

Pfungen

St. Pirminius Pfungen ist die jüngere der beiden erhaltenen Kirchen, die nach dem Prinzip einer einschiffigen Kirche mit chorseitig angefügtem Pfarrhaus errichtet wurden. Seit 2015 präsentiert sich das denkmalgeschützte Gotteshaus mit neu gestaltetem Altarbereich. 

Patrozinium  St. Pirminius
Baujahr1901
Architekt  Johann Meyer (Pläne), 
Caspar Wachter-Germann 
Pfarreigrösse2’900
Politische Gemeinden 

Berg am Irchel, Buch am Irchel,
Dättlikon, Dorf, Flaach, Henggart,
Neftenbach, Pfungen und Volken

Website der Pfarrei

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Geschichte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zogen viele Katholiken ins Tösstal, wo Fabriken Arbeit und Verdienst versprachen. In Pfungen waren sie gegen Ende des Jahrhunderts so zahlreich, dass der Wunsch nach einer eigenen Seelsorgestation immer dringender wurde. Für die Finanzierung der Kirche wurde 1899 ein Sammelverein gegründet, und nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die Inländische Mission konnte das neue Gotteshaus bereits 1901 bezogen werden, ein Jahr bevor die Mutterpfarrei Bülach das ihrige fertiggestellt hatte. Die Pläne stammen von Johann Meyer aus Luzern, der damals für die Projektierung etlicher Kirchen, die die Inländische Mission mitfinanzierte, verantwortlich war.

Als Patron für die Pfungener Kirche hatte man den Hl. Pirminius bestimmt, einen irischen Missionar des 8. Jahrhunderts, der nach der Vertreibung der Christen in Spanien durch die Mauren über das Gebiet des heutigen Frankreich bis in die Ostschweiz gekommen war. Gemäss Dokumenten des Klosters Reichenau hatte er sich auf seiner Wanderung 723/724 in der Gegend von Pfungen beim Pirminsbrünnlein niedergelassen und sich dort eine Wohnstatt erbaut. Anschliessend zog er auf die Insel Reichenau, wo er im Jahr 724 das Kloster gründete.

Architektur & Kunst

1901 besass die Kirche weder Hochaltar noch Orgel, doch konnten die umtriebigen Gemeindemitglieder die Innenausstattung rasch zusammentragen, sodass die Kirche bei ihrer Weihe 1907 im damals üblichen neogotischen Stil eingerichtet war.

1961/1962 fiel dann diese ganze Einrichtung einer Purifizierung zum Opfer. Eine weitere Neugestaltung erfolgte 1977/1978. Bei der Renovation der Kirche von 2014/2015 wurde das wenig überzeugende liturgische Mobiliar der 1970er Jahre ersetzt. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurden von Frédéric Dedelley Volksaltar, Ambo, Tabernakel, Taufstein mit Osterkerzenleuchter sowie die Weihwassergefässe und das Ewige Licht neu gestaltet. Das markanteste Element der neuen Ausstattung ist das von Madleina Lys gestaltete Lichtobjekt im Chorraum. Es besteht aus tausenden von Porzellanplättchen, die wie eine sich nach unten verdichtende Wolke über dem Altar schweben.