Zum Hauptinhalt springen
Zurich MariaKroenung

Zürich Maria Krönung

Zurich MariaKroenung

Justus Dahinden schuf in Zürich-Witikon mit der Kirche Maria Krönung ein Meisterwerk, das auch heute noch durch seine Formensprache und die Lichtführung beeindruckt.

Patrozinium  Muttergottes
Baujahr1965
Architekt  Justus Dahinden 
Pfarreigrösse2’700 
Quartier
Zürich-Witikon

 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Die Pfarrei Maria Krönung ist eine Tochterpfarrei von St. Anton Hottingen. Als in deren Auftrag 1938 in Witikon das Vinzenz-Altersheim gebaut wurde, erstellte man dort auch eine Kapelle für 110 Personen. Ende 1958 wurden fünf Architekten beauftragt, ein Projekt für ein neues Gotteshaus auszuarbeiten. Die Jury empfahl dasjenige von Justus Dahinden zur Weiterbearbeitung. Einsprachen verzögerten den Baubeginn. Am 30. Juni 1963 konnte dann der Grundstein gelegt und die Kirche bis 1965 errichtet werden. Am 5. September 1965 weihte sie Bischof Johannes Vonderach der Himmelskönigin. Zum baulichen Ensemble der Kirche gehört neben dem Pfarrhaus auch ein Gebäudekomplex, in dem während Jahrzehnten die Paulus-Akademie Zürich untergebracht war.

Architektur & Kunst

Nach Justus Dahinden muss eine Kirche dem Gläubigen den Weg zum Unsichtbaren, schwer Fassbaren zeigen, indem sie bereits in ihrer Gestalt auf dessen absolute Andersartigkeit hinweist. Sie muss sich also deutlich von der sie umgebenden Normalität abheben. Gleichzeitig soll sie aber auch den Schutz und die Atmosphäre anbieten, in dem der Kontakt zum Göttlichen möglich wird.

Senkrechte Wände gibt es bei der eigentlichen Kirche kaum; praktisch alles ist Dach, sogar beim Kirchturm. Dahinden nimmt damit, wie schon bei St. Paulus Dielsdorf, die Form des Zeltes auf, einer uralten, sozusagen archetypischen Form der Behausung. Drei Elemente sind es, die den Innenraum der Kirche prägen: die Zeltform, die Dreifaltigkeits-Symbolik und die Lichtführung. Beeinflusst wurde die Gestalt der Kirche durch das Zweite Vatikanum, das in Rom zeitgleich mit dem Bau der Kirche stattfand.

Der Raum ist stützenfrei und erhebt sich über dem Altar unter einem dreieckförmigen Dachaufbau in seine höchste Höhe. Das Tageslicht, das in den an sich dunkel gehaltenen Raum fällt, lässt den Besucher unwillkürlich nach oben, zum Oblicht über dem Altar, schauen. Die schwarzen Bodenplatten verleihen der Kirche Würde, die Holzverkleidungen der Decke, die bis fast zum Boden hinunterreicht, unterstreicht die Konzeption der Kirche als Zelt Gottes, in dem sich der Mensch beschützt und willkommen fühlt.

Die Ausstattung der Kirche folgt der neuen Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils. Altar, Ambo, Sedia, Tabernakel iund Taufbrunnen wurden von Georg Malin aus Noir Français geschaffen, einem dunklen Marmor, der in Nordfrankreich gebrochen wird. Eine weitere künstlerische Ausstattung der Kirche, u.a. mit farbigen Glasfenstern, hat Dahinden nicht gewünscht. Zu Ehren der Kirchenpatronin ist eine barocke Muttergottes-Statue auf der linken Seite des Kircheingangs angebracht.

Die heutige Orgel kam am 30. Oktober 1983 in die Kirche. Sie stammt von Bernhardt Edskes und Armin Hauser. Das Geläut wurde zu Ehren der Kirchenpatronin in der Tonfolge es – g – b – c gegossen, den Anfangstönen des „Salve Regina“.
­

Zurich Guthirt

Zürich Guthirt

Zurich Guthirt

Die Kirche Guthirt von Anton Higi ist ein Wahrzeichen von Wipkingen. Mit ihrem markanten neobarocken Frontturm ist sie im Zürcher Stadtbild weithin sichtbar und bildet damit einerseits ein Pendant zur kurz vorher entstandenen reformierten Kirche Fluntern und anderseits zur Kirche St. Josef im nahen Industriequartier, beides Bauten von Higis früherem Arbeitgeber Karl Moser.

TitularfestGuthirt
Baujahr1923
Architekt  Anton Higi
Pfarreigrösse4’500 
Quartier
Zürich-Wipkingen 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

Entstanden ist die Guthirtkirche mitten in der Wirtschaftskrise nach dem 1. Weltkrieg. Nur dank der finanziellen Beteiligung der Stadt Zürich im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms für Arbeitslose war es den Katholiken möglich, in dieser schweren Zeit eine Kirche von solch grossen Ausmassen und in so kurzer Zeit zu errichten. Nach nur eineinhalbjähriger Bauzeit konnte sie am 7. Oktober 1923 durch Bischof Georg Schmid von Grüneck eingesegnet werden. 10 Jahre später wurde Guthirt zur Pfarrei erhoben.

Das Pfarrhaus stammt aus der Anfangszeit. Anstelle des Hauses Neuhof wurde 1961 von Karl Higi das Pfarreizentrum errichtet. 2006/07 wurde dieses durch Richard Späh umgestaltet. Bei der Sanierung der Kirche 1976/77 wurde im Rahmen einer Gesamtsanierung durch Rudolf Mathys die monumentale Freitreppe vor dem Hauptportal durch einen niedrigen Betonbau ersetzt, um weitere Räume für Vereine und den Religionsunterricht zu erhalten.


Architektur & Kunst

Die Kirche Guthirt steht mit der Turmfassade bergseitig an der Nordstrasse. Das Kirchenschiff tritt im Vergleich zur Westfassade mit dem gross dimensionierten Kirchturm deutlich zurück und wurde als schlichtes Langrechteck gestaltet, das sich aus fünf gleichlautenden Jochen zusammensetzt. Der Chor schliesst mit einer Korbbogen-Apsis und ist etwas eingezogen. Die Überleitung vom Kirchenschiff zum Chor geschieht durch eine Schweifung des Grundrisses, wie sie im 18. Jahrhundert von Innerschweizern Baumeistern angewendet wurden. Auf dem Gewölbe finden sich zwei Gemälde mit der Darstellung der Bergpredigt und des Bibelworts «Lasset die Kinder zu mir kommen». Die Orgelempore befindet sich über dem Zugang von der Vorhalle zur Kirche und ruht auf zwei Säulen.

Grosse Bogenfenster lassen das Tageslicht in die Kirche fallen. Seit der Renovation von 1976-1977 zeigen die Glasfenster die Symbole der zwölf Apostel. Die Fenster im Chor enthalten ältere Darstellungen von E. Schweri. Das linke Chorfenster zeigt St. Agnes, das rechte Johannes den Täufer.

Bei der Sanierung der Kirche in den 1970er Jahren wurde auch der Innenraum mit der künstlerischen Ausstattung verändert. So wurden die Seitenaltäre abgebaut und vom Hochaltar blieb nur noch das Altarblatt mit der Darstellung des Guten Hirten erhalten, der umgeben von seiner Herde und von Menschen ist. Der Altarraum wurde bei der Sanierung ins Kirchenschiff vorgezogen. Dies verstärkt die vom Zweiten Vatikanum geforderte Gemeinschaft von Priestern und Gläubigen.

Von überregionaler Bedeutung ist die 1931 von der Firma Theodor Kuhn erbaute Orgel. Dieses Instrument ist Zürichs erste Orgel mit elektrischer Traktur. Heute präsentiert sich die Orgel trotz einiger weniger Veränderungen durch die Jahrzehnte hindurch klanglich und technisch nahezu im Originalzustand und besitzt Denkmalwert.

Adliswil

Adliswil Hl. Dreifaltigkeit

Adliswil

Die Adliswiler Kirche Hl. Dreifaltigkeit ist ein neogotischer Bau von August Hardegger. Weitgehend im Originalzustand erhalten, liegt sie auf einem malerischen Hügel über dem Ortskern und bildet das Gegenüber zur reformierten Kirche auf der anderen Seite der Sihl.

TitularfestHl. Dreifaltigkeit
Baujahr1904
Architekten   August Hardegger, Walter Moser (Kapelle)
Pfarreigrösse5’600
Politische Gemeinde 
Adliswil

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Wegen des grossen Angebots an Arbeitsplätzen in den Textilfabriken liessen sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche katholische Arbeiterfamilien in Adliswil nieder. Für sie war ab 1877 die damals in Langnau neu errichtete Seelsorgestation zuständig. 1894 ernannte der Bischof Adliswil zur selbständigen Pfarrei. Am 7. Juni 1894 erwarben die Katholiken das Grundstück auf dem Rellsten, um hier ihre Dreifaltigkeitskirche zu erbauen. In den folgenden Jahren sparte man das Geld für die Kirche an und beauftrage1902 August Hardegger mit deren Planung.

1903 erfolgte die Grundsteinlegung, und nach einer Bauzeit von nicht ganz zwei Jahren wurde das Gotteshaus am 25. September 1904 durch Prinz Max von Sachsen eingesegnet. Dieser, aus protestantischem Adelshaus stammend, war zum Katholizismus konvertiert, hatte sich zum Priester weihen lassen. Die Innenausstattung musste aus finanziellen Gründen schrittweise geschehen. Den Hochaltar mit der Darstellung der Dreifaltigkeit konnte man 1911 anschaffen, die beiden Seitenaltäre, einen Marien- und einen Josefsaltar, 1913–1915.

1956–1962 führten Joseph Steiner und Fritz Müller eine Sanierung der Kirche durch. 1976/1977 ersetzte man das alte Pfarrhaus durch das heutige Pfarreizentrum. Bei der Renovation von 1980 durch Walter Moser wurde die Kirche durch den Anbau einer Werktagskapelle erweitert. 2016 erfolgte die bisher letzte Sanierung.

Architektur & Kunst

Die Kirche Hl. Dreifaltigkeit ist eine dreischiffige neogotische Basilika, welche aufgrund der topografischen Lage nicht geostet ist, sondern nach Nordwest zeigt. Eine grosse Fensterrosette und drei Arkadenbogen prägen die Hauptfassade, die vom Kirchturm sowie einem Treppentürmchen flankiert wird.

Das Innere der Kirche wird von den weiten neogotischen Arkaden zwischen den Schiffen, den hellen Fenstern im Obergaden und den dunklen Holzdecken mit den blau-rot ornamentierten Trägerbalken geprägt. Der Chor, ein halbes Sechseck, ist leicht eingezogen und weist als einziger Raumteil die für die Gotik typischen Gewölberippen auf.
Zur ursprünglichen Innenausstattung der Kirche gehörten der heute noch erhaltene Hochaltar sowie eine Kanzel. Der eindrückliche Hochaltar zeigt im oberen Mittelfeld einen Gnadenstuhl mit Gott Vater, Sohn und Hl. Geist. Links steht der Erzengel Michael, rechts der Erzengel Gabriel. 1913–1915 wurde die Ausstattung durch zwei Seitenaltäre ergänzt, welche der Muttergottes und dem Hl. Josef geweiht waren. 1918 folgten der auf Metall gemalte Kreuzweg.

Im Zuge der Sanierung der Kirche ab 1956 wurde der Innenraum umgestaltet, wobei die Kanzel von ihrem ursprünglichen Standort entfernt und im Chor aufgestellt wurde. 1972 baute man den Josefsaltar ab. 1976 wurde der ursprüngliche Kreuzweg durch einen Kreuzweg von G. Schroff ersetzt, der sich seit 1905 in St. Anton Bauma befunden hatte.
Die heutige Gestalt der Kirche geht auf den Umbau von 1979/1980 zurück. Durchgeführt wurde er von Walter Moser. Beim Bau der Werktagskapelle entschied sich Walter Moser, diese im neogotischen Stil zu errichten, um dadurch den ursprünglichen Charakter der Kirche möglichst weitgehend zu erhalten.

EmbrachRorbas

Embrach Kirche St. Petrus

EmbrachRorbas

Als eine der wenigen Zürcher Gemeinden besitzt Embrach zwei katholische Gotteshäuser: die Kapelle von 1924 beim Bahnhof und die nicht weit davon entfernte Kirche von 1980. Beide sind dem Hl. Petrus geweiht. Erbaut wurde die Kirche von den Architekten Felix Loetscher und Robert Tanner, die damals in der Region rund um Winterthur etliche Sakralbauten realisieren konnten.

Patrozinium  Hl. Petrus
Baujahr1980
Architekt  Felix Loetscher und Robert Tanner 
Pfarreigrösse4’300 
Politische Gemeinden 
Embrach, Freienstein-Teufen, Lufingen,
Oberembrach und Rorbas

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Nachdem Embrach 1924 eine katholische Kapelle erhalten hatte, wuchs die Pfarrei in den folgenden Jahrzehnten weiter. Mit der Zeit musste für die immer zahlreicher werdenden Pfarreimitglieder die Zahl der Gottesdienste in der kleinen Kapelle von zwei auf fünf erhöht werden. Der Bau einer Kirche in angemessener Grösse drängte sich auf. Für eine solche samt Pfarreizentrum war die dortige Parzelle jedoch zu klein. Dies erwies sich im Nachhinein als Glücksfall, konnte so doch die ursprüngliche Kapelle erhalten werden.

1972 konnte unweit der Kapelle das nötige Bauland erworben werden; den Wettbewerb für das neue kirchliche Zentrum gewannen Felix Loetscher und Robert Tanner. 1979/1980 errichteten sie die Kirche samt Zentrum und Pfarrhaus, und am 15. Juni 1980 weihte Bischof Johannes Vonderach das Gotteshaus feierlich ein. 2004/2005 erfolgte ein Ausbau  durch Walter Hollenstein; dabei wurde auch ein Meditationsraum an die Kirche  angefügt.

Architektur & Kunst

Das Pfarreizentrum befindet sich am Dorfrand und grenzt an ein Naturschutzgebiet. Deswegen wurde es bewusst zurückhaltend gestaltet. Loetscher und Tanner beliessen den an sich massiven Kirchturm niedrig und hielten das Kirchendach flach; der Fassade gaben sie einen dezenten Farbanstrich.
Über ein Foyer gelangt der Besucher ins Innere der Kirche. Dem Geist der Zeit entsprechend wurde der Kirchenraum nicht für die ausschliessliche Nutzung als Gottesdienstraum gestaltet. Mit einer Schiebewand kann der Raum in eine Kapelle und in einen auch profan nutzbaren Saal getrennt werden. Stühle sind im Halbkreis um den leicht erhöhten Altarraum gruppiert.

2019 wurde der Kirchenraum von Jörg Niederberger neugestaltet: Ein schlichtes Kreuz an der Chorwand zieht den Blick auf sich. Der gelb leuchtende Kreis hinter dem Kreuz erinnert an die aufgehende Sonne und damit an die Auferstehung von Jesus an Ostern, verweist aber auch auf die Eucharistie, zu der sich die Gemeinde im Kirchenraum versammelt. Von der ursprünglichen Ausstattung der Kirche erhalten geblieben ist der Tabernakel von Ro Studer-Koch, der zusammen mit einer Muttergottesfigur und einer Pietà in der blaugestrichenen Andachtsnische aufgestellt ist.

Bei der Erweiterung des Pfarreizentrums 2004/2005 wurde an die Kirche ein Meditationsraum angebaut. Urs Kamm liess sich vom Bach, der im Naturschutzgebiet unterhalb des Pfarreizentrums fliesst, inspirieren und malte drei Bilder, die biblische Texte mit dem Element Wasser enthalten. Das Wandkreuz ist ein Spätwerk von Alois Spichtig von 2006. Es besteht aus Buchenholz und Granit und verleiht dem Raum zusammen mit den biblischen Texten auf den blauen Bildern seine christliche Prägung.

IllnauEffretikon

Illnau-Effretikon St. Martin

IllnauEffretikon

Die Kirche St. Martin in Illnau-Effretikon ist eine der wenigen katholischen Kirchen im Kanton Zürich, deren Vorgängerbauten erhalten geblieben sind: Die 1928 benedizierte Kirche St. Josef in Lindau-Grafstal und die 1963 erstellte Notkirche von Illnau-Effretikon, die heute als Saal unter dem Pfarrsekretariat Verwendung findet. Das Innere der Kirche St. Martin überzeugt durch ihre architektonische Gestalt sowie durch ihre künstlerische Ausstattung.

Patrozinium  Hl. Martin von Tours
Baujahr1983
Architekten  Richard Krieg, Fuchs und Moos 
Pfarreigrösse5’600 
Politische Gemeinden 
Brütten, Illnau-Effrektikon (ohne Gemeindeteil Kyburg),
Lindau 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Bevor das Pfarreizentrum St. Martin in Illnau-Effretikon entstand, war St. Josef in Lindau-Grafstal der Mittelp­­unkt der Pfarrei, da dort wegen der Maggi-Fabrik viele katholische Arbeiter lebten. Aber auch in Illnau-Effretikon gab es schon früh den Wunsch nach einer eigenen Kirche, weshalb bereits 1934 auf dem Rebbuck das Land für den Bau eines Gotteshauses erworben wurde. Als die reformierte Kirchgemeinde nach dem 2. Weltkrieg ihrerseits einen Standort für eine neue Kirche suchte, kam man zur Ansicht, eine auf einem Hügel gelegene, weithin sichtbare katholische Kirche passe nicht ins traditionell reformierte Illnau-Effretikon.  So fand am 3. November 1954 ein Landtausch statt, durch den die Katholiken das Land erhielten, auf dem heute die Kirche St. Martin steht.

1955 wurde eine Stiftung für den Bau des Gotteshauses gergründet. Den Architekturwettbewerb gewann Karl Higi. Da noch nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stangen, baute Richard Krieg zunächst eine solide Notkriche, die später als Pfarreisaal dienen sollte. Nachdem am 22. Dezember 1963 Generalvikar Alfred Teobaldi das provisorische Gotteshaus benediziert hatte, wurden die Pfarreirechte von Lindau-Grafstal nach Illnau-Effretikon übertragen.

1971 erstellte Richard Krieg zwei Projektstudien, welche die Gestaltungsmöglichkeiten mit oder ohne Erhalt der Notkirche aufzeigten. Einen erneuten Architekturwettbewerb 1975 konnte wiederum Karl Higi für sich entscheiden. Nach der weiteren Ausarbeitung erhielten jedoch die lokalen Architekten Fuchs und Moos den Zuschlag, sodass die Kirche samt Pfarreizentrum nach ihren Plänen 1981-1983 errichtet wurde. Am 26. Juni 1983 weihte Bischof Johannes Vonderach das Gotteshaus ein.

Architektur & Kunst

St. Martin erhebt sich auf steil abfallendem Terrain, sodass das Gebäude eine stattliche Höhe erreicht. Die Kirche, die auf das bestehende Pfarreizentrum aufgestockt wurde, ist von der oberen Strasse dennoch fast ebenerdig zu erreichen. Dem Geschmack der 1970er und 1980er Jahre entsprechend wurde das Äussere des kirchlichen Zentrums zurückhaltend gestaltet, damit es trotz seiner Grösse das Ortsbild nur wenig prägt. Der Glockenträger überragt das Dach der Kirche nur wenig.

Im Gegensatz zur dezenten Gestaltung des Äusseren ist der Innenraum architektonisch markant gestaltet. Das Holz, aus dem die Decke und die Bänke geschaffen sind, gibt dem Raum Wärme und Freundlichkeit. Die Bänke sind im Halbkreis um den Altarraum gruppiert. Die Buntglasfenster von Jost Blöchlinger greifen das Thema Feuer auf. Als Besonderheit besitzt die Chorwand ein grosses und doch schmales Glasfenster in Form eines Kreuzes, sodass die versammelte Gemeinde stets auf die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens ausgerichtet ist.

Obfelden

Obfelden St. Antonius

Obfelden

St. Antonius in Obfelden ist die letzte Notkirche im Kanton Zürich, die als solche erbaut wurde und bis heute ihren Dienst leistet.

Patrozinium  Hl. Antonius von Padua
Baujahr1965
Architekt  unbekannt 
Pfarreigrösse6’600 
Politische Gemeinde 
Aeugst a.A., Affoltern a.A., Hedingen,
Obfelden und Ottenbach  

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Seit 1887 werden die Katholiken von Obfelden und Umgebung von den Seelsorgern der Pfarrei Affoltern betreut; lediglich zwischen 1943 und 1946 gehörte Obfelden für kurze Zeit zur Pfarrei Mettmenstetten. 1947 wurde für Obfelden ein Kirchenbaufonds gegründet. 1955 konnte das Land für die St. Antoniuskirche erworben werden, und am 9. November 1964 erfolgte der erste Spatenstich. Gebaut wurde das kleine Gotteshaus nach dem Muster der Notkirche von Elgg. Bewusst wurde St. Antonius am nördlichen Rand des Areals erstellt, damit Raum für spätere Entwicklungen blieb. Am 27. Juni 1965 weihte Generalvikar Alfred Teobaldi die fertige Kirche ein. In den 1980er Jahren wurde neben ihr ein Pfarreizentrum errichtet, ebenfalls so konzipiert, dass an Stelle der Notkirche ein Kirchenneubau möglich wäre. Da sich dieser vom Platzbedarf her nicht aufdrängte, wurde davon bis heute abgesehen und stattdessen das Innere des bestehenden Gotteshauses in den 2010er Jahren renoviert.

Architektur & Kunst

Die St. Antoniuskirche ist aufgrund ihrer Lage an der Strasse nicht geostet, sondern zeigt in nordöstliche Richtung. Auf gemauerten Pfeilern entstand eine solide Holzkonstruktion mit einem nur schwach ansteigenden Giebeldach. Auf der rechten Seite der Kirche ist der freistehende Glockenturm aufgestellt, in dem drei Glocken hängen. Der Kirchenraum bietet bis zu 220 Menschen Platz, und richtet diese – dem Prinzip der Wegekirche folgende – auf den Altarraum aus.

Seit der Renovation­­ in den 2010er Jahren besitzt der Altarraum eine Ausstattung der ortsansässigen Schreinerei Frick. Das Mobiliar ist anthrazitfarben gehalten und bildet einen Kontrast zur gelben Wandfläche hinter dem Taufbecken und der Osterkerze auf der linken Seite des Altars sowie zur blauen Wandfläche rechts, wo sich die Muttergottesstatue befindet. Abgeschlossen wird die Ausstattung durch ein Kruzifix, das sich an der Rückwand des Altarraumes oberhalb des Altares befindet. Ein letzter Zeuge der vorherigen Innenausstattung ist der Taufstein, der vor der Kirche aufgestellt wurde.

Thalwil

Thalwil St. Felix und Regula

Thalwil

In Thalwil steht die ältere der beiden Pfarrkirchen im Kanton, die den Zürcher Schutzpatronen St. Felix und Regula geweiht ist. Errichtet wurde die neobarocke Kirche 1899 dank dem Engagement der Thalwiler Katholiken und der finanziellen Unterstützung aus den katholischen Kantonen der Deutschschweiz.

Patrozinium  St. Felix und Regula
Baujahr1899
Architekten  Johann Meyer (Pläne), Rocco Perlatti (Ausführung), Anton Higi (Turm) 
Pfarreigrösse5’100 
Gemeinde
Thalwil

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

Der erste katholische Gottesdienst in der Region fand im Jahr 1864 in Gattikon statt
Am 17. Juni 1898 wurde der Grundstein für eine eigene Kirche in Thalwil gelegt, und am 18. Juni 1899 fand die Einsegnung statt. Der Turm, entworfen von Anton Higi, kam erst 1924 hinzu.

Eine erste Renovation von St. Felix und Regula samt Neugestaltung des Innenraums erfolgte 1952/1953 durch Josef Steiner.  1968/1969 wurde das Pfarreizentrum erbaut und die Kirche aussen überholt. 1972 wurden die Vorgaben des II. Vatikanums umgesetzt. Bei der zweiten grossen Innenrenovation 1983 erhielt die Kirche ihre Chororgel und 1985 die grosse Orgel auf der Empore. 1988 wurde der Kirchturm saniert und 1990 das Äussere von Pfarreizentrum und Kirche. 2010 ergänzte man das Zentrum durch einen Erweiterungsbau.

Architektur & Kunst

Der Grund dafür, dass St. Felix und Regula in neobarockem und nicht, wie damals weitherum üblich, in neoromanischem oder neogotischem Stil erbaut wurde, liegt vermutlich darin, dass die Inländische Mission für die Kirchen in der Diaspora zusammen mit der Finanzierung auch die Baupläne lieferte. Diese stammen im vorliegenden Fall von Johann Meyer aus Luzern, der sich offensichtlich von den barocken Landkirchen seines Kantons hatte inspirieren lassen. Der erst später hinzugekommene Turm verstärkt mit seiner Zwiebelhaube das neobarocke Erscheinungsbild.

Das Innere ist, typisch für den Barock, hell und durch Pilaster mit korinthischen Kapitellen samt darauf ruhenden Gurtbogen gegliedert, allerdings ohne dass diese eine statische Funktion haben. Der eingezogene Chor ist um drei Treppenstufen vom Boden des Schiffs abgehoben.

Im Lauf der Zeit wurde der Kirchenraum mehrfach verändert. In der Anfangszeit war die Ausstattung des Altarbereichs aus finanziellen Gründen noch schlicht, wurde aber ab 1908 schrittweise durch neue Elemente ergänzt. Nach der Tilgung der Bauschuld 1915 war die Beschaffung eines neuen Hochaltars sowie zweier neuer Seitenaltäre möglich. 1952/1953, bei der Innensanierung unter Josef Steiner, wurde dieses neobarocke Erscheinungsbild weitgehend durch eines von nüchterner Gestalt ersetzt. An der Chorwand, wo bis dahin der Hochaltar gestanden hatte, wurde eine monumentale Kreuzigungsgruppe aus Holz angebracht.

1982 erfolgte eine zweite umfassende Innenrenovation. Die Holzplastiken über dem Hochaltar wurden wieder entfernt und die Gemälde von Ludwig Schnüriger überdeckt. Im Chor, wurde eine Werktagskapelle eingerichtet. Als Abgrenzung zur Kirche wurde eine Orgel aufgestellt, deren Rückwand gegen die Kirche gerichtet und als Flügelaltar gestaltet ist. Dessen Bilder stammen von Walter Habdank und zeigen Szenen aus dem Leben Christi.

Von den vierzehn Kreuzwegbilder stammen zwölf aus dem Jahr 1765, die beiden fehlenden wurden im gleichen Stil ergänzt. Anstelle der Seitenaltäre stellte man links den Tabernakel und rechts den Taufstein auf, und 1986 wurde über beiden je eine Tapisserie aus dem Atelier de la Martinerie aufgehängt.

Winterthur StLaurentius

Winterthur St. Laurentius

Winterthur StLaurentius

Im Winterthurer Stadtkreis Wülflingen steht die einzige Kirche, die der bedeutende Basler Architekt Hermann Baur im Kanton Zürich erbaute.
Die imposante Architektur von St. Laurentius birgt in ihrem Innern Kunstschätze von Albert Schilling und Ferdinand Gehr.

Patrozinium  Hl. Laurentius
Baujahr1959
Architekt  Hermann Baur 
Pfarreigrösse 4’300 
Quartier
Winterthur-Wülflingen

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte & Architektur

Die zahlreichen Industriebetriebe von Winterthur bewirkten, dass sich das einstige Bauerndorf Wülflingen nach 1900 zu einer rasch wachsenden urbanen Gemeinde entwickelte, die 1922 in die Stadt Winterthur eingemeindet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gründung einer eigenen Pfarrei vordringlich. Die 1953 einberufene Baukommission führte einen Architekturwettbewerb durch, den Hermann Baur für sich entscheiden konnte. Sein Projekt trug den Namen «Kelch» und konzipierte das Kirchenschiff und den Altarraum so, dass sie sich gegenseitig als zwei ineinandergreifende Ellipsen durchdringen. 

Die 1957-1959 erbaute Kirche besitzt eine aussergewöhnliche Dachkonstruktion: 24 Pfeiler tragen die 800 Quadratmeter grosse Betondecke, die in 30-stündigem Dauereinsatz der Bauleute in einem Guss betoniert werden musste. Die grossen, hohen Wandflächen aus Sichtbacksteinen – sie wurden erst nach den Betonarbeiten errichtet – kontrastieren warm zum béton brut der Pfeiler und zum weissen Marmor der Stufen des Chores sowie von Altar und Ambo. 

Von aussen erhellt wird das Innere einerseits durch das umlaufende schmale Fensterband unter der Decke und anderseits durch zwei Paare von Fenstern, die sich beim Übergang des Chorraums zum Schiff und bei der Empore über die ganze Höhe erstrecken. 1970 wurde St. Laurentius zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 1976 wurde das Pfarrhaus erweitert und 2008–2009 fand ein Umbau des Pfarrhauses und des Pfarreizentrums statt.

Kunst

Beachtung verdient die künstlerische Gestaltung, die ein Gemeinschaftswerk von Albert Schilling und Ferdinand Gehr darstellt. Gehr schuf die Glasmalereien und Keramiken, Schilling gestaltete den Altarbereich sowie den Taufstein unter der Orgelempore.

Ferdinand Gehr gestaltete die grossen Kirchenfenster rein dekorativ, das kleine Glasfenster beim Taufstein dagegen thematisiert das Leben als Geschenk Gottes. Eine Besonderheit stellen Gehr’s Bleiglasfenster in der Krypta dar. Sie zeigen die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes in Schöpfung und Heilsgeschichte. Der Osterleuchter und das Kreuz der Krypta sind zwei Frühwerke von Josef Caminada.

Zurich StAnton

Zürich St. Anton

Zurich StAnton

St. Anton wurde 1906–1908 durch Karl Moser, einem der renommiertesten Architekten der Zeit, erbaut. Architekturgeschichtlich steht diese Kirche auf der Schwelle zwischen dem Historismus und neuen Baustilen und leitet damit eine neue Epoche im Zürcher Sakralbau ein.

Patrozinium  St. Antonius von Padua
Baujahr1908
Architekten                  Robert Curjel, Karl Moser
Pfarreigrösse5’500
Quartier
Zürich-Hottingen 

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel

Geschichte

1898 wurde der römisch-katholische Kultusverein Zürich gegründet mit dem Ziel, in einem der Quartiere Fluntern, Hottingen oder Riesbach eine weitere katholische Kirche zu errichten, die fünfte in der Stadt Zürich. 1901 fand ein erster Architekturwettbewerb statt. Nachdem 1901 an der Neptunstrasse ein grösserer Bauplatz hatte gekauft werden können, erfolgte 1905 ein zweiter Wettbewerb, den die Architekten Curjel und Moser gewannen.

Am 28. Oktober 1906 die Grundsteinlegung, und am 10. Oktober 1908 wurde die Kirche eingesegnet. 1935 wurde die Unterkirche durch Karl Strobel ausgebaut, und anschliessend, am 27. Oktober 1935, fand die Weihe der ganzen Kirche statt. Zwischen 1942 und 1977 wurde die Kirche mehrfach renoviert und dabei dem Zeitgeschmack angepasst. Bei der letzten Renovation 2001/2002 wurde das Innere in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege weitgehend in den Zustand von 1929 rückgeführt.

1910 zur Pfarrei erhoben und von Liebfrauen abgetrennt, spielte St. Anton bei der Gründung weiterer Pfarreien wie Zollikon/Zumikon, Riesbach und Witikon eine wichtige Rolle. Da St. Anton zentral gelegen ist, bietet sie anderssprachigen Missionen bis heute Gastrecht für ihre Gottesdienste und Zusammenkünfte.

Architektur

Vor allem in der Gestaltung der Fassade gilt St. Anton als der fortschrittlichste Kirchenbau des Historismus in der Zürcher Diaspora, markiert aber gleichzeitig auch dessen Überwindung zugunsten neuer Architekturstile.

Diese strenge Einfachheit des Äusseren setzt sich im Innern fort. Mächtige Kreuzrippengewölbe überspannen die verschiedenen Räume der Kirche. Wände und Decken sind praktisch durchgehend in einem hellen Ocker gehalten, sodass die Malerei gut zur Geltung kommt. Als erstes der katholischen Gotteshäuser in Zürich verfügte St. Anton auch über eine Unterkirche. Sie wurde 1934/1935 von Karl Strobel ausgebaut.

Künstlerische Ausstattung

Prägendstes Element der ursprünglichen Innengestaltung sind die Fresken von Fritz Kunz. Die Fresken im Chor der Kirche sind gekennzeichnet durch eine feierliche Strenge, Stilisierung und charakteristische Farbgebung. Das grosse Fresko in der Apsis stellt ein Te-Deum-Bild mit thronendem Christus dar, umgeben von Engeln, Aposteln und Heiligen. Die beiden Seitenwandbilder zeigen Szenen aus dem Leben des Hl. Antonius (Fischpredigt und Heilung eines Jünglings).

Der Hochaltar wurde 1914 in gelbem Siena-Marmor gefertigt. Seit 1917 steht die Kanzel aus gelbem Siena-Marmor im Chor der Kirche. Im linken Seitenaltar ist eine Madonna mit Kind dargestellt, die von Heiligen und jungen Männern und Frauen verehrt wird. Der rechte Seitenaltar ist dem Kirchenpatron St. Antonius gewidmet und zeigt diesen als Brotvater. Als Letztes stellte Fritz Kunz 1929 die Kreuzwegstationen fertig.

Die Kirche wurde bei der Innensanierung in den Jahren 2001/2002 auf den Zustand von 1929 zurückgeführt. Die Aussentüren wurden rekonstruiert, die eingelagerten ursprünglichen Alabaster-Leuchter erhielten wieder ihren ursprünglichen Platz in den Bogenöffnungen zwischen Haupt- und Seitenschiffen, und der Boden wurde nach alten Vorlagen nachgearbeitet.
Bei der Innensanierung von 2001/2002 wurde der Altarbereich neu gestaltet. Die halbrunde Erweiterung aus weissem Carrara-Marmor zeigt mit ihrer Farbe an, dass sie als Ergänzung der Moser’schen Anlage gedacht sind.

Die Orgel stammt von der Firma Kuhn; den Orgelprospekt gestaltete Karl Moser.  Sie wurde am 1. Februar 1914 geweiht und gilt als die älteste integral erhaltene Orgel der Stadt Zürich. Bei der Kirchenrenovation von 2001/2002 wurde das bereits 1926 geplante, aber damals nicht realisierte Fernwerk hinter dem Hochaltar geschaffen.
­­­

Zurich HeiligGeist

Zürich Heilig Geist

Zurich HeiligGeist

Exemplarisch zeigt die von Architekt Karl Higi errichtete Kirche Heilig Geist in Zürich-Höngg den sich wandelnden Baustil beim katholischen Kirchenbau: Einladend und doch bescheiden, gross und doch zurückhaltend steht das kirchliche Zentrum nahe am historischen Ortskern und bietet dank seines durchdachten Raumkonzepts Platz für ein vielfältiges Pfarreileben.

TitularfestHeilig Geist
Baujahr1973
Architekt  Karl Higi 
Pfarreigrösse6’100
Quartier 
Zürich-Höngg

Website der Pfarrei

Wikipedia-Artikel
 

Geschichte

1890 wurde das Dorf Höngg der neu gegründeten Pfarrei Heilig Kreuz Altstetten und 1935 der benachbarten Pfarrei Guthirt Wipkingen zugeteilt. Anlässlich der Benedizierung der ersten Heilig Geist-Kirche am 1. Oktober 1940 ernannte der Bischof Höngg zum Pfarrvikariat und am 13. Dezember 1942 zur selbständigen Pfarrei. Die erste Heilig-Geist-Kirche war sehr bescheiden – errichtet mit Geld, das während der Wirtschaftskrise mühsam zusammengetragen worden war. Geplant hatte die Kirche Anton Higi, die Ausführung oblag dem jungen Architekten Karl Strobel. Der Kirchenbau erfolgte zu Beginn des 2. Weltkriegs. Angesichts der Gewalt und des Elends beschlossen die Verantwortlichen, die Höngger Kirche dem Heiligen Geist zu weihen, in der Hoffnung, dass er den Hass befriede und die Not in der Welt beende.

In den 1950er und 1960er Jahren zeigte sich, dass die Kirche für die rasch grösser werdende Pfarrei viel zu klein war. Deshalb stimmte die Kirchgemeinde 1967 einem Neubauprojekt von Karl Higi zu, aber nur mit einer hauchdünnen Mehrheit. Kritik wurde an den allzu grossen Ausmassen der Kirche samt Parkhaus geübt. 1970 wurde ein redimensioniertes Projekt gutgeheissen und 1971–1973 realisiert. Am 2. September 1973 weihte Bischof Johannes Vonderach die Kirche samt Pfarreizentrum dem Heiligen Geist.

2004/2005 wurde das Zentrum durch Beat Kämpfen erneuert und erweitert. 2013 wurde das Kircheninnere von Mundy Nussbaumer und Toni Egloff neu gestaltet.

Aussenraum

Von aussen wirkt das Pfarreizentrum trotz seiner Grösse zurückhaltend und bescheiden, was durch das Fehlen eines weithin sichtbaren Kirchturms noch verstärkt wird. Durch den Verzicht auf architektonische Dominanz und durch die warme Farbgebung in Ocker erhielt der Kirchenbau einen einladenden Charakter. Als einzige Kirche im ganzen Kanton Zürich besitzt Heilig Geist einen Turm, der niedriger ist als das Kirchengebäude selbst. Auf dem Vorplatz zwischen dem Pfarrhaus und dem kirchlichen Zentrum steht ein Brunnen von Pierino Selmoni. Seit 2013 ist beim Eingang zum Zentrum die monumentale Heilig-Geist-Plastik von Hans Loretan angebracht, die 1990 für die Altarwand im Innern der Kirche gestaltet worden war.

Innenraum

Vom Pfarreizentrum führt eine breite Innentreppe zur Kirche in die obere Etage. Ein grosses, schlichtes Holzkreuz prägte ursprünglich den Chorbereich; es passte zum damaligen Altar samt Ambo. Paul Stöckli hatte verschiedene weitere Elemente der künstrelischen Ausstattung auf der Basis des Quadrates gestaltet. Im Laufe der Jahrzehnte wurden Stöcklis Kunstwerke schrittweise entfernt und durch andere ersetzt, sodass von der ursprünglichen Ausstattung, wie sie von Karl Higi und Paul Stöckli konzipiert worden war, nur mehr wenig erhalten geblieben ist.

In den 1980er Jahren schuf Hans Loretan ausser der grossen Heilig-Geist-Plastik, die anstatt des grossen Holzkreuzes an der Chorwand angebracht wurde, auch einen Kreuzweg aus Bronze-Reliefs, der sich im Umgang auf der Rückseite der Kirche befindet.

Bei der Harmonisierung des Innern 2013 durch Mundy Nussbaumer und Toni Egloff erhielt die Kirche eine neue Farbgebung, und der ursprüngliche Tabernakel wurde ersetzt. Als Besonderheit der Kirche Heilig Geist ist der Ambo als gleich grosser Tisch gestaltet wie der Altar.

Horst Thürheimer schuf 2019 fünf Buntglasfenster, die den Glaubensweg darstellen: Sowohl Menschen aus der Bibel als auch Gläubige in unserer heutigen Zeit sind – begleitet von Gott – auf ihrem je eigenen Lebensweg unterwegs.