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Uitikon St. Michael

Besondere Umstände in der Entwicklung der Pfarrei Birmensdorf brachten es mit sich, dass sich das Augenmerk der Verantwortlichen plötzlich auf den Bau einer Kirche in Uitikon richtete. Diesem Umstand ist zu verdanken, dass die kleine Gemeinde am Fusse des Uetlibergs eine gut konzipierte Kirche erhielt, die als Besonderheit von einer stützenfreien, weiten Decke überspannt wird.

Patrozinium  Hl. Michael
Baujahr1970
Architekt  Dezsö Ercsi 
Pfarreigrösse3’100
Politische Gemeinde 
Aesch, Birmensdorf, Uitikon 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Bis in die 1960er Jahre war die Geschichte der Katholiken von Uitikon eng mit derjenigen der Birmensdorfer verbunden. Da sich die Pläne zerschlagen hatten, die dortige St. Martinskapelle rasch durch einen Neubau zu ersetzen, trieben die Verantwortlichen nun den Bau einer Kirche in Uitikon voran. Der Tradition entsprechend, dass erhöht liegende Kirchen dem Erzengel Michael geweiht werden, erhielt die Kirche von Uitikon den Namen St. Michael.  1965 konnte der erfahrene Kirchenbauer Karl Higi den Wettbewerb für sich entscheiden. Da die Gemeinde aber auch ein reduziertes, kostengünstigeres Projekt nicht annehmen wollte, überliess Higi dem beratenden  Architekten Dezsö Ercsi die Realisierung der Kirche. Ercsi gelang es, auf dem abfallenden Gelände ein kleines, aber wohldurchdachtes kirchliches Zentrum zu realisieren, das 1969/1970 erbaut wurde; am 19. Dezember 1970 weihte Bischof Johannes Vonderach die Kirche feierlich ein.

Architektur & Kunst

St. Michael fügt sich zurückhaltend ins Eck der Stalliker- und Suracherstrasse. Der Zugang erfolgt über ein Entrée, das nur unwesentlich höher ist als die Türen. Das Tageslicht wird über ein dreieckiges, grosses Oberlicht ins Innere der Kirche geleitet. Es erinnert an die göttliche Trinität, welche die versammelte Gottesdienstgemeinde beschützt und segnet.  Der polygonale, stützenfreie Raum sammelt die Gläubigen im Halbkreis um den Altar, der durch wenige Stufen vom Kirchenboden abgehoben ist.

Der Tabernakel ist an der Rückwand des Altarraums angebracht und besteht aus einem Metallkubus, der mit rechteckigen Glassteinen besetzt ist. Er wird von einer Holzkonstruktion umgeben, die die stilisierte Form eines Baumes trägt. Links vom Altarraum steht die Orgel, welche die Konstruktion der Decke mit der Formung ihres Pfeifenprospektes aufnimmt. An der Ostwand der Kirche, räumlich etwas abgesetzt, befindet sich die Werktagskapelle, in deren Mitte ein Volksaltar steht. Das eindrücklichste Kunstwerk der Kirche ist die modern gestaltete Muttergottesstatue mit dem Jesuskind.

Winterthur StUlrich

Winterthur St. Ulrich

Winterthur StUlrich

Nach der vielbeachteten Neugestaltung der Kirche St. Josef in Winterthur-Töss baute das erfolgreiche Architektenduo Felix Loetscher und Robert Tanner im Winterthurer Rosenberg-Quartier die Kirche St. Ulrich als erste von insgesamt sieben Kirchenneubauten im Kanton Zürich.

Patrozinium  Hl. Ulrich von Augsburg
Baujahr1971
Architekt  Felix Loetscher und Robert Tanner 
Pfarreigrösse1’000
Quartier
Winterthur-Rosenberg

Website der Pfarrei

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Geschichte

1960 erwarb die Winterthurer Kirchgemeinde das Grundstück im Rosenberg, auf dem dann die Kirche St. Ulrich errichtet wurde. Unter dem Vorsitz des Stadtbaumeisters Karl Keller wurden hierfür 21 Projekte geprüft. Als Sieger ging das Projekt «Oase» von Robert Tanner und Felix Loetscher hervor. 1969-1971 wurde das kirchliche Zentrum errichtet, das Bischof Johannes Vonderach am 21. März 1971 weihte. Auf den gleichen Tag hin erhob er St. Ulrich zum Pfarrrektorat und per 1. November 1971 zur Pfarrei. 2012/2013 wurde die Kirche samt Nebengebäuden durch Markus Jedele saniert.

Architektur & Kunst

Zwischen zwei stark befahrenen Strassen und in unmittelbarer Nachbarschaft des Einkaufszentrums Rosenberg erhebt sich St. Ulrich als formschöner und doch zurückhaltend gestalteter Sakralbau. Kirche, Pfarreizentrum und Pfarrhaus sind so angeordnet, dass sie die Besucher von der lärmigen Strasse und vom Einkaufszentrum abschirmen und über einen Innenhof in die ruhige Kirche leiten. Der wuchtige, aber nicht hohe Glockenturm überragt das Gotteshaus nur wenig, was an die Gestaltung etlicher turmloser Kirchen der 1970er Jahre erinnert. Das Innere wurde bewusst als leerer, luftiger Raum gestaltet. Die Fenster lassen viel Tageslicht in die weiss gestrichene Kirche eindringen, was ihre Gestalt je nach Tageszeit und Lichtverhältnisse ändert.

Die Architekten konzipierten das Innere von St. Ulrich in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin Ro Studer-Koch und schufen so ein Gesamtkunstwerk mit Symbolkraft: So versinnbildlicht die abgerundete Rückwand die Hand Gottes, welche die Gläubigen liebevoll bergend umfängt. Geprägt vom II. Vatikanum betont der Kirchenraum die Gemeinschaft der Gläubigen, die sich ohne hierarchische Distanz von Seelsorgern und Kirchenvolk um den Altar als Tisch des Brotes versammelt. Deshalb ist der Altar am niedrigsten Punkt des Raumes aufgestellt. Gleichzeitig verweist diese Positionierung auch auf die Menschwerdung Gottes, der als Jesus Christus in diese Welt hinabgestiegen ist. Der Altar besitzt zwölf Säulen, die an die zwölf Stämme des Volkes Israel, aber auch an die zwölf Apostel erinnern. Die Altarsäulen bestehen aus Eisenbahnschwellen, über die viele Menschen hinweggefahren sind. Sie tragen die Tischplatte, die aus neuem Holz gefertigt wurde. Dieses Getragenwerden des neuen Holzes durch das alte verweist darauf, dass die Kirche von heute auf den Leistungen früherer Generationen aufbaut. Der Taufstein ist als Taufbrunnen mit sprudelndem Wasser gestaltet; so wird das Jesuswort «Ich bin das lebendige Wasser» mit dem Sakrament der Taufe verbunden.

An den Kirchenraum ist eine Sakramentskapelle angefügt, die den Gläubigen die Möglichkeit bietet, vor dem Tabernakel zur Ruhe und zum Gebet zu kommen. Im Gegensatz zur Kirche wird in der Sakramentskapelle die Senkrechte betont. Der Tabernakel besteht aus einem Kreuz, das fast nur aus dem zum Himmel aufragenden Holz gebildet wird. Ein dritter sakraler Raum ist die Marienkapelle, die einer Hauskirche der ersten Christen nachempfunden ist. Ursprünglich war gedacht, dass sich die Gemeinde in diesem Raum um einen grossen Tisch sowohl zum Abendmahl als auch zum weltlichen Mahl hätte versammeln können. Diese Idee konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Bei der Sanierung von St. Ulrich im Jahr 2014 ergänzte Thomas Rutherford die ursprüngliche Gestaltung der Kirche durch zwei Kreuze: Das eine befindet sich im Kirchenraum und ist fest in der Erde, im diesseitigen Leben verankert, das andere ist ein neu geschaffenes Turmkreuz, das die Kirche mit dem Himmel verbinden soll.

Zurich StGallus

Zürich St. Gallus

Zurich StGallus

Mit ihrer zweitjüngsten Kirche, die sie im Kanton Zürich erbauten, entwickelten die Architekten Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger die Konzeption ihrer Kirchenbauten einen Schritt weiter. Die nahe beim Schwamendingerplatz errichtete Kirche St. Gallus ist geprägt von der parabelförmigen Überwölbung des Innenraumes, die an der Frontfassade markant in Erscheinung tritt und an der Chorwand das monumentale Glasgemälde des Kapuziners Fra Roberto Pasotti umfasst.

Patrozinium  Hl. Gallus
Baujahr1957
Architekten  Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger 
Pfarreigrösse6’500 
Quartier
Zürich-Schwamendingen 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Der nach dem 2. Weltkrieg einsetzende Bauboom im einstigen Bauerndorf Schwamendingen veranlasste die Pfarrei Herz Jesu Oerlikon, dort ihre jüngste Tochterpfarrei aufzubauen. Als Gottesdienstraum zog man 1947 eine Notkirche aus Holz in Betracht. Statt dessen errichtete Fritz Metzger 1950 die Kapelle St. Gallus, einen schlichten zweigeschossigen Bau mit flachem Satteldach und einem kleinen Dachreiter.

Auf den 12. Dezember 1950 ernannte Bischof Christian Caminada Schwamendingen zur eigenständigen Pfarrei und bestimmte den als Bettelprälat schweizweit bekannt gewordenen Franz Höfliger zum ersten Pfarrer. Dieser sammelte innert weniger Jahre das notwendige Geld für den Bau der heutigen Kirche, die in den Jahren 1955–1957 errichtet werden konnte. Die erste Kirche blieb zunächst noch erhalten und diente als Werktagskapelle. 1968/1969 errichtete Hanspeter Steiner an ihrer Stelle das heutige Pfarreizentrum. Am 5. Oktober 1969 wurde die Kirche St. Gallus durch Bischof Johannes Vonderach eingeweiht. 1983 und 1987 wurden Kirche und Turm aussen saniert und das Pfarreizentrum erneuert. 2011/2012 erfolgten unter Nadine Gerber eine weitere Innen- und Aussensanierung von Kirche und  Krypta.  

Architektur & Kunst

Der relativ schmale Bauplatz am Hang bedingte, dass sowohl die Kapelle von Metzger wie die neue St. Galluskirche parallel zur Dübendorferstrasse platziert werden mussten. So ist die eindrückliche Giebelfassade nicht auf die Strasse ausgerichtet, von dort aus aber dank der breiten Freitreppe, die zu ihr hinaufführt, gut sichtbar. Ihr Kern ist ein gewaltiger Parabelbogen. Der grosse Fensterbogen ist strukturiert durch feine Betonstäbe. Der Kirchturm hätte ursprünglich direkt an der Dübendorfstrasse stehen sollen, doch wurde dies nicht erlaubt.

Die parabelförmige Überwölbung des Kirchraums erinnert an die Hangars des nahegelegenen Flugplatzes Dübendorf. Sie ist weit nach unten gezogen, d.h. die Seitenschiffe sind sehr niedrig. Demgegenüber hatten sich die Architekten Pfammatter & Rieger in Zürich-Enge (Dreikönigen) noch an die basilikale Tradition gehalten und in Dübendorf (Maria Frieden) zumindest ein Querschiff angedeutet. Das gewaltige Buntglasfenster in der Chorwand schuf Fra Roberto Pasotti 1987.  In Anlehnung an die Rosette gotischer Kathedralen weist es eine runde, helle Mitte auf, in der das Kreuz Christi verborgen aufleuchtet und Lichtstrahlen in die blauen Aussenflächen aussendet. Auf der rechten Längsseite gestaltete Paul Monnier 1958 einen Kreuzweg, der als Glasbetonfenster im Fensterband eingelassen ist.

1969-1970 wurde der Altarraum nach Plänen von Albert Wider ans II. Vatikanische Konzil angepasst. 2017 gestaltete Reto Odermatt neben dem Taufbrunnen eine farbig gefasste Holzplastik in Form einer Wolke, aus der drei Strahlenpaare hervorgehen. Die Ausgestaltung der 2012 neu geschaffenen Kreuzkapelle stammt von Alois Spichtig und Franz Bucher.

Dietikon StJosef

Dietikon St. Josef

Dietikon StJosef

Neben Zürich, Winterthur und Wetzikon besitzt auch die Stadt Dietikon mit der 1968 geweihten Kirche St. Josef zwei katholische Gotteshäuser, was zum einen durch die Geschichte des Ortes, zum andern aber durch die grosse städtebauliche Entwicklung der Stadt erklärt werden kann. Der kubische Kirchenbau von St. Josef überzeugt durch seine klare Architektursprache.

Patrozinium  Hl. Josef
Baujahr1968
Architekt  Julius und Eugen Senn 
Pfarreigrösse8’800
Politische Gemeinde 
Dietikon

Website der Pfarrei

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Geschichte

1968 wohnten in Dietikon und den damals zur katholischen Kirchgemeinde Dietikon zugehörigen Gemeinden Geroldswil und Oetwil  15‘000 Katholiken. Da ein weiteres starkes Wachstum der Bevölkerung prognostiziert wurde, erfolgte die Planung zweier neuer Pfarreien innerhalb von Dietikon sowie einer weiteren in Geroldswil. In Dietikon selbst wurde dann aber, neben St. Agatha, nur eine der beiden geplanten Pfarreien aufgebaut, nämlich St. Josef.

1965 lud eine Baukommission sechs Architekten zum Wettbewerb ein, den Julius Senn für sich entscheiden konnte. Am 19. Juni 1966 erfolgte der erste Spatenstich, und am 19. März 1967 wurde der Grundstein gelegt. Da Julius Senn 1967 verstarb, führte sein Bruder Eugen Senn die Bauarbeiten zu Ende, wobei Albert Wider, der die künstlerische Ausstattung besorgte, grossen Einfluss auch auf die architektonische Endgestaltung der Kirche hatte. Am 20. Oktober 1968 fand die Einweihung statt. 1972 wurde St. Josef zur Pfarrei ernannt. 1984/1985 erstellte die Kirchgemeinde zwischen Kirche und Pfarrhaus ein Pfarreizentrum. 2002 wurde die Kirche aussen renoviert; 2014 erfolgte eine sorgfältige Innensanierung.

Architektur & Kunst
Im Gegensatz zu manch anderen Kirchenbauten hat St. Josef nichts Filigranes – als massiver, in sich ruhender Quader wirkt sie wie ein fester Fels. Über eine Freitreppe gelangt man zu einem kleinen Platz, um den sich Pfarrhaus, Pfarreizentrum und Kirche gruppieren. Die streng rechteckige Fassade ist einzig gegliedert durch einige schmale, hohe Fenster. Auf einen richtigen Turm verzichtete man bei dieser Quartierkirche bewusst, da man mit St. Agatha diesbezüglich bereits über ein klares Zeichen verfügte. Zumindest von aussen wirkt St. Josef weniger als Ort der Einkehr denn als ein Monument des Glaubens, das die Präsenz des Christentums kraftvoll markieren soll.

Anders als man von aussen erwarten würde, wird die Kirchenhalle nicht als Längs- sondern als Querrechteck genutzt. Der grosszügige, schlicht gehaltene Kirchenraum wird durch bewusst gewählte Materialien bestimmt. So wurde sowohl für die Betonschalung wie für die Täferung sogenanntes Gatterschnittholz gewählt. Die Bauhandwerker haben Schalbretter sehr präzise angebracht und die einzelnen Betonportionen so gleichmässig gemischt, dass die Flächen homogen erscheinen.

Der Altarraum wird durch grosse Lichtschächte erhellt, die im Dach eingelassen sind. Die Ausstattung der Kirche ist von Albert Wider als Gesamtkunstwerk gestaltet worden. Bewusst wandte sich Albert Wider mit dem monochromen, eingetrübten Glas von der Tradition der bunten Kirchenfenster ab. Die Fenster wurden in einem Stück in hölzernen Formen gegossen, in denen vorher die reliefartigen Motive eingetieft worden waren. Für dieses Verfahren, das mit Quarzsand getrübtes Glas verwendet, fanden sich damals noch Fachleute in Chartres. Heute ist dieses Handwerk in Mitteleuropa ausgestorben.

Die Bänke sind auf den Altar aus Granit ausgerichtet. Rechts vom Altar ist der Ambo aufgestellt, der in der Form eines Taus gestaltet ist. Auf der Platte des Ambos ist ein prophetischer Mund angebracht, Symbol der Verkündigung. Eine Reihe von Bronzeplastiken beleben den Kirchenraum. Unter der Orgelempore ist der Kirchenpatron, der Hl. Josef, angebracht, an der gegenüberliegenden Ecke der Kirche  das Bildnis des Hl. Antonius. Auf der linken Seite des Altarraumes findet sich die Darstellung der Gottesmutter Maria samt Jesuskind, über denen der Heilige Geist in Form einer Taube schwebt. Das grösste Kunstwerk, das Albert Wider je gestaltet hat, ist die Bronzeplastik des Auferstandenen an der Chorwand, der das Kreuz besiegt hat und nun die Menschen mit seinen Händen segnet. ­

Fischenthal

Fischenthal St. Gallus

Fischenthal

Der erfahrene Architekt Karl Higi schuf in Fischenthal eine kleine, klug konzipierte Kirche. Unter allen seinen Sakralbauten ist sie es, die im Lauf der Zeit am wenigsten Veränderungen erfuhr, weshalb sie als diejenige Kirche gilt, die Karl Higis Intention am klarsten veranschaulicht. 

Patrozinium  Hl. Gallus
Baujahr1971
Architekt  Karl Higi 
Pfarreigrösse2’300 
Politische Gemeinde 
Bäretswil, Bauma, Fischenthal 

 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die Katholiken, die sich im Tösstal ab der Mitte des 19. Jahrhundert­­s niederliessen, wurden zunächst von den Kapuziner-Patres aus Rapperswil und ab den 1880er Jahren von den Geistlichen aus Wald betreut. Ab 1911 wurde Bauma für Fischenthal zuständig.

Während des 2. Weltkriegs gerieten zehntausende polnischer Soldaten, die mit und für Frankreich gegen Deutschland gekämpft hatten, an die Schweizer Grenze und wurden interniert, u.a. auch in Bäretswil und Fischenthal. Da die polnischen Soldaten fast ausschliesslich katholisch waren, wurden für sie regelmässige Gottesdienste abgehalten, die auch von der katholischen Bevölkerung mitgefeiert wurden.

Am 18. März 1949 gründete der Pfarrer von Bauma die römisch-katholische Kirchenstiftung Fischenthal, welche am 30. Dezember 1949 im unteren Schmittenbach eine Liegenschaft kaufte. Der Pfarrer von Bauma baute die Liegenschaft zu einem Altersheim für 15 Bewohner um. 1959-1960 wurde auf dem unteren Teil des Grundstückes ein Pfarrhaus errichtet.
Dank der ab 1964 fliessenden Steuergelder konnte 1970-1971 die Kirche St. Gallus nach Plänen von Karl Higi erbaut werden. Sie erhielt den Hl. Gallus zum Kirchenpatron, da diesem auch die mittelalterliche Kirche von Fischenthal geweiht gewesen war. Am 3. Oktober 1971 weihte Bischof Johannes Vonderach die Galluskirche feierlich ein.

Architektur & Kunst

Karl Higi hat der Kirche St. Gallus bewusst einen äusserlich zurückhaltenden Gestus verliehen, der durch das ansteigende Pultdach und die im Giebel statt in einem Turm eingelassenen Glockenstube noch verstärkt wird. Überraschend für den Besucher ist dann die Innengestaltung: Unverputzte Wände und der Klinkerboden verleihen dem Gotteshaus einen sauberen und klaren Charakter. Als Gegenpart dazu wurde das Pultdach mit hellem Holz verkleidet. Es enthält ein dreieckiges Dachfenster, das auf die Trinität verweist und gedämpftes Licht in den Kirchenraum einfallen lässt. Anders als in den meisten Kirchen ist der Altarraum nicht durch Stufen erhöht, sodass – ganz im Geist des II. Vatikanums – die Ebenbürtigkeit von Volk und Klerus Ausdruck findet. Die bleigefassten, monochromen Kirchenfenster sowie der Tabernakel wurden von Paul Stöckli gestaltet, ebenso wie die Weihwasserbecken und Apostelkreuze. Die Orgel aus dem Jahr 1971 stammt von der Firma Späth.

Kuesnacht

Küsnacht St. Georg

Kuesnacht

Wer die Kirche St. Georg Küsnacht sieht, erkennt kaum, dass es sich nicht um eine mittelalterliche Kirche, sondern um einen Kirchenbau von 1903 handelt.
Gestaltet wurde die neoromanische Basilika nach dem Vorbild rheinischer Kirchen in der Gegend um Köln.

Patrozinium  St. Georg
Baujahr1903
Architekt  Erwin Brunner, Max Meckel
Pfarreigrösse5’000
Politische Gemeinde 
Küsnacht und Erlenbach

Website der Pfarrei

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Geschichte

Die Katholiken von Küsnacht wurden ab 1894 von den Geistlichen der Liebfrauenkirche Zürich betreut. 1898 wurde Küsnacht der Pfarrei St. Stephan Männedorf zugeschlagen. Ebenfalls 1898 wurde das Baugrundstück am Heslibach für die heutige Kirche St. Georg gekauft. 1901 begann man mit dem Bau der Kirche St. Georg nach Plänen von Erwin Brunner und Max Meckel. 1903 wurde die Kirche eingesegnet, Küsnacht zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben und damit von der Mutterpfarrei St. Stephan Männedorf abgetrennt. Erst 84 Jahre später, nach einer umfassenden Sanierung, wurde die Kirche durch Bischof Johannes Vonderach 1987 geweiht.

1971 erhielt die Gemeinde ein Pfarreizentrum, das jedoch am Pfingstsamstag 1994 bei einem Grossbrand völlig zerstört wurde und durch einen Neubau ersetzt werden musste.

Architektur und Kunst

Der wuchtig wirkende Kirchenbau zeigt typische Fassaden einer romanischen Basilika, die mit Rund-bogenfenstern und Blendbogenfriesen versehen sind. Verstärkt wird der Eindruck einer romanischen Basilika durch den Glockenturm mit Biforenfenstern und einem Zeltdach sowie durch den Vierungsturm. Zum Säulenportal an der Hauptfassade führt eine Freitreppe, darunter liegt der Zugang zur Krypta.

Das Kircheninnere wird vom Hauptschiff mit seinen Säulen samt auf Würfelkapitellen ruhenden Arkaden geprägt. In die Vierung dringt das Tageslicht durch Fenster im hohen Vierungsturm. Der halbrunde Chor wird durch eine doppelte Säulenreihe abgeschlossen. Im unteren Bereich finden sich halbrunde Lisenen, darüber Rundbogenfenster.
Aufgrund mangelnder finanzieller Mittel war das Innere der Kirche nach der Einsegnung noch schlicht. Altäre, die zur neoromanischen Architektur passten, erhielt die Kirche erst 1928. Weitere Elemente der Innenausstattung folgten schrittweise.

Nach dem Zweiten Vatikanum in den 1960er Jahren wurde das Innere der Kirche erneut verändert und an die Vorgaben der Liturgiekonstitution angepasst. Die Malereien an den Arkaden, Fensterrahmen, an der Kassettendecke sowie am Vierungs- und Chorbogen, die die neoromanische Gestalt der Kirche verstärken, wurden erst im Rahmen der Restauration von 1986 geschaffen. Heiligenstatuen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert ergänzen die heutige Ausstattung der Kirche. Die heutige Orgel wurde 1977 aufgebaut; es handelt sich um ein Instrument der Firma Graf mit 35 Registern.

Krypta

1986 wurde unter der Kirche eine Krypta eingerichtet. Es handelt sich um einen niedrigen Raum, dessen Mittelteil wie bei der Krypta der Liebfrauenkirche Zürich um drei Stufen tiefer gelegt wurde, damit dennoch eine angemessene Raumhöhe erreicht werden konnte.

Rafz

Rafz Auferstehungskirche St. Maria Magdalena

Rafz

Der Name der katholischen Kirche von Rafz lässt erahnen, dass es sich um ein aussergewöhnliches Gotteshaus handelt. Eigentlich hätte sie wie die mittelalterliche Dorfkirche dem Hl. Nikolaus von Myra geweiht werden sollen, doch entschieden sich die Pfarreiangehörigen, sie Auferstehungskirche St. Maria Magdalena zu nennen. Mit der Wahl einer biblischen Figur als Patronin wollte man in einem traditionell reformierten Gebiet ein ökumenisches Zeichen setzen und mit dem Hinweis auf die Auferstehung signalisieren, dass der Kern des christlichen Glaubens nicht im Tod Jesu am Karfreitag zu suchen ist, sondern im Ostergeschehen.

Patrozinium  Hl. Maria Magdalena
Baujahr1994
Architekt  Jan Bossard 
Pfarreigrösse4’306 
Politische Gemeinden 
Eglisau, Glattfelden, Hüntwangen,
Rafz, Stadl, Wasterkingen, Weiach
und Wil 

Website der Pfarrei

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Geschichte
Nachdem 1949 in Eglisau die Kirche St. Judas Thaddäus und 1950 die Kirche St. Josef in Glattfelden erbaut worden waren, hatten die Katholiken vom Rafzer Feld die Möglichkeit, die Gottesdienste dort zu besuchen. Als mit dem Bevölkerungswachstum, hervorgerufen durch die Ansiedlung von Pendlern, die mit der Bahn rasch nach Zürich reisen können, auch die Zahl der Katholiken zunahm, kam der Wunsch nach einem kirchlichen Zentrum im eigenen Dorf auf. 1985 erhielt die Kirchgemeinde in Rafz ein Stück Land mit der Auflage, darauf innert 10 Jahren eine Kirche zu erbauen. Im Architekturwettbewerb von 1991 siegte Jan Bossard; die künstlerische Gestaltung übernahm Alois Spichtig. 1993/1994 wurde die Kirche samt Pfarreizentrum errichtet und am 27. November 1994 durch Weihbischof Peter Henrici eingeweiht.

Aussenraum
Die Auferstehungskirche St. Maria Magdalena Rafz ist Teil eines Gebäudes, das auf durchdachte Weise Gotteshaus und Räumlichkeiten für das Gemeindeleben miteinander verbindet. Dessen sakrale Funktion ist zwar sofort erkennbar, es wirkt jedoch ausgesprochen bescheiden. Ein Turm fehlt; die Glockenstube bildet zwar den höchsten Punkt und ist mit einem Kreuz ausgezeichnet, doch ist sie bloss als Erker ausgebildet. Der Rundbau des Schiffs ist auf das Dorfzentrum hin ausgerichtet. Stilvoll wirkt zudem das Pultdach, welches den mehrgliedrigen Bau in einem Zug nach oben abschliesst.

Die Ausgestaltung der Kirche erfolgte durch Jan Bossard und Alois Spichtig gemeinsam. Dabei orientierten sich die beiden am Lebensweg der Hl. Maria Magdalena. Deutlich wird dies schon beim Zugang zur Kirche: Die Platten bei der Strasse sind disparat verlegt, und einige weisen Brüche auf. Je näher man dem Eingang kommt, desto mehr gewinnen sie an Ordnung: Der Lebensweg wird umso ruhiger und klarer, je näher man Gott ist. An der Aussenwand seitlich vor dem Portal ist ein vier Meter langes Tonrelief eingelassen, das den Lebensweg von Maria Magdalena erzählt.

Innenraum
Das Innere der Kirche verweist ebenfalls mit einer vielschichtigen Zeichensprache auf den Zusammenhang zwischen dem menschlichen Leben und der göttlichen Dimension. Das Pultdach steht für ein Zelt und damit auf das Unterwegssein Gottes mit den Menschen hindeutet. Die quadratische Platte des Altars ist von einem kreisrund gestalteten Bereich umgeben. Der Taufstein ist ebenfalls quadratisch, und aus seinem Becken läuft das geweihte Wasser in alle vier Himmelsrichtungen, was Bezug nimmt auf die vier Paradiesesströme. Das Dachfenster darüber lässt das Licht ins Dunkel einfallen. Die Decke wird von vier Säulen gestützt, welche durch ihre Positionierung in den runden Raum ebenfalls ein Quadrat einzeichnen. In diese Symbolik einbezogen ist auch die Gestaltung des Chorraums.

In den vier ebenfalls quadratischen Buntglasfenstern greift Alois Spichtig die Themen Schöpfung, Geburt Christi, Auferstehung und Reich Gottes auf. An der rechten Kirchenwand ist eine weiss gefasste thronende Maria mit Jesuskind angebracht.  Der liturgische Bereich ist durch zwei Treppenstufen vom Kirchenraum abgehoben. Im Boden unter dem Altar ist eine Reliquie des Hl. Nikolaus von Flüe eingelassen. Auf der linken Seite öffnet sich eine Nische für den Tabernakel, der, aus Bronze gefertigt, die Form eines Hauses hat. Links davon werden  die Heiligen Öle aufbewahrt. Darüber befindet sich das Ewige Licht, das seine Leuchtkraft durch einen Mauerdurchbruch direkt von der Sonne erhält. Das Holzkreuz zeigt die vier Wunden des Gekreuzigten; am oberen Kreuzesholm schliesst es mit einer dreigeteilten goldenen Krone ab. Karfreitag und Ostern werden so zusammengebracht, wobei – passend zum Namen der Kirche – die Osterfreude das Leid des Karfreitags überstrahlt.

Urdorf

Urdorf Bruder Klaus

Urdorf

Die Kirche Bruder Klaus in Urdorf wurde 1964 errichtet. Sie birgt sehenswerte Kunstwerke zum Leben und Wirken des Schweizer Landesheiligen und seiner Frau. Geschaffen wurden sie in der Erbauungszeit durch Peter Travaglini und 2017 – anlässlich des Bruder-Klaus-Jahres – von seiner Tochter Flavia Travaglini.

Patrozinium  Hl. Bruder Klaus
Baujahr1964
Architekt  Hansjörg und Otto Sperisen 
Pfarreigrösse3’200 
Politische Gemeinde 
Urdorf 

Website der Pfarrei

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Geschichte

Zunächst war ab August 1900 die neu gegründete Pfarrei Heilig Kreuz Zürich-Altstetten für Urdorf zuständig, ab 1923 dann St. Josef Schlieren. Am 1. Januar 1956 wurde Urdorf der Pfarrei St. Agatha Dietikon zugeteilt. Damit war das Dorf wieder derselben Pfarrei zugehörig wie im Mittelalter.

1953 entstand wurde im Untergeschoss einer Urdorfer Metalldrückerei eine erste Notkapelle. Als eine zweite, angemessenere Kapelle im alten Schulhaus an der Uitikonerstrasse eingerichtet werden konnte, wurde die Gemeinde per 10. Oktober 1960 zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben. Die Pfarrkirchenstiftung Schlieren hatte bereits Jahre zuvor in Urdorf das Grundstück für den Bau der heutigen Kirche gekauft. Der Grundstein wurde am 23. Juni 1963 von Generalvikar Alfred Teobaldi gesegnet. Schon am 31. August 1963 konnte das neue Pfarrhaus bezogen werden. Nach den Plänen von Hansjörg und Otto Sperisen wurde die Urdorfer Kirche 1963/1964 errichtet und am 30. August 1964 geweiht. Hierbei liess der Bischof in den Altar Reliquien des Hl. Bruder Klaus einbringen.

1991 wurde die Kirche ein erstes Mal saniert; 2012/2013 erfolgte eine erneute, umfangreiche Aussen- und Innensanierung, die am 13. Dezember 2013 mit der Altarweihe der Marienkapelle durch Bischof Vitus Huonder abgeschlossen wurde. Hierbei wurde eine Reliquie der Hl. Sr. Bernarda Bütler eingesetzt. 2015/2016 erfolgte der Umbau des Pfarrhauses.

Ausstattung
Bei der Ausgestaltung der Bruder Klaus-Kirche haben namhafte Künstler mitgewirkt. Von Albert Wider stammen ein Kruzifix sowie weitere liturgische Gegenstände, die heute teilweise verloren sind. Peter Travaglini, der als Bildhauer den Taufstein der Kirche und weitere Werke fertigte, schuf auch die Glasfenster. Sie können als exemplarisches Beispiel für sakrale Schweizer Glasmalereien der 1950/60er Jahre  gesehen werden.

Das fünfteilige Fenster in der Marienkapelle hat Vorausdeutungen auf die Muttergottes im Alten Testament zum Thema. Das Fenster im Chor zeigt den alttestamentlichen Jakob, der im Traum Engel sieht, die auf der von der Hand Gottes gehaltenen Leiter auf und niedersteigen. Das grösste Glasfenster ist dem Kirchenpatron Bruder Klaus gewidmet. Das Fenster findet sich im Rücken der Gottesdienstbesucher; sie nehmen es wahr, wenn sie die Kirche verlassen, und es soll ihnen den Anstoss geben, das im Gottesdienst Erfahrene draussen auch zu leben.

2017 wurde das Werk von Peter Travaglini, der 2015 verstarb, durch seine Tochter Flavia Travaglini weitergeführt: Sie schuf 5 Rundbilder, sogenannte Tondi, die im Sekretariat angebracht sind und das Leben der Ehefrau von Bruder Klaus zeigen.

Winterthur StUrban

Winterthur St. Urban

Winterthur StUrban

Die Kirche St. Urban ist die jüngste der sieben katholischen Kirchen von Winterthur. Erbaut wurde sie von Benito Davi als dezent gestaltetes kirchliches Zentrum mit einem vielfältig nutzbaren Gottesdienstraum. Beachtung verdienen die Glasfenster von Ferdinand Gehr und die Goll-Orgel von 2015.

Patrozinium  Hl. Urban
Baujahr1974
Architekt  Benito Davi
Pfarreigrösse5’500
Quartier
Winterthur-Seen

Website der Pfarrei

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Geschichte

Um 1900 lebten in Seen mehr Arbeiter als alteingesessene Bauern, sodass sich unter den Bewohnern auch etliche zugewanderte Katholiken befanden. Diese konnten einer Messfeier entweder in St. Peter und Paul Winterthur beiwohnen oder aber in der 1898 eröffneten Kirche St. Antonius Kollbrunn. Als 1934 im Quartier Mattenbach Herz Jesu eingeweiht wurde, waren deren Geistliche auch für die Katholiken von Seen zuständig.

1947 wurde ein Bauverein gegründet, um in Seen eine eigene Kirche zu errichten. 1957 gelang es, ein erstes Areal an der Bollstrasse zu kaufen. Dieses war für eine Kirche zwar zu klein, aber es konnte 1962 als Tauschobjekt für den Baugrund der heutigen Kirche verwendet werden. 

Im März 1972 stimmten die römisch-katholischen Stimmbürger von ganz Winterthur dem Kredit für den Bau einer Kirche in Seen zu. Dies war der erste Urnengang der römisch-katholischen Kirchgemeinde seit deren Gründung 1862. Den Architekturwettbewerb konnte Benito Davi für sich entscheiden. Am 16. Juni 1972 erfolgte der erste Spatenstich, und nach knapp zweijähriger Bauzeit konnte dann am 2. November 1974 die Kirche von Bischof Johannes Vonderach feierlich eingeweiht werden.

2013-2014 wurde St. Urban umfassend saniert und am 29. November 2014 wiedereröffnet.

Architektur & Kunst

Das kirchliche Zentrum St. Urban ist ein typisches Beispiel für die Bauperiode des zurückhaltenden und funktionalen Baustils der 1970er und 1980er Jahre. Es besteht aus einem niedrig gehaltenen Kirchenbau samt angegliedertem Pfarreizentrum und darüber errichtetem Pfarrhaus. Dass sich im Innern des Baus eine Kirche befindet, wird lediglich an den Kreuzen beim Eingang sowie am niedrig gehaltenen Turm sichtbar. Wichtig war den Verantwortlichen die Multifunktionalität sämtlicher Räume. Hinter der Chorwand wurde dagegen ein abgetrennter Bereich geschaffen, der ausschliesslich der Stille und dem Gebet dienen soll.

Der Kirchenraum besteht im Wesentlichen aus einem Querrechteck, das die Gottesdienstbesucher auf den im Halbkreis angeordneten Stühlen um den Altar versammelt. Die bedeutendsten Kunstwerke von St. Urban sind die Glasfenster von Ferdinand Gehr, die dem nüchternen Raum einen sakralen Charakter verleihen. Die kleinere Mathis-Orgel von 1976 wurde 2015 durch die raumfüllende Goll-Orgel ergänzt.

Zurich StJosef

Zürich St. Josef

Zurich StJosef
Patrozinium  St. Josef
Baujahr1914
Architekten  Robert Curjel und Karl Moser
Pfarreigrösse3’700 
Quartier
Zürich-Industrie

Website der Pfarrei

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Geschichte

Damit die zahlreich zuziehenden Katholiken auf der nördlichen Seite der Bahngeleise auch eine eigene Kirche zur Verfügung bekamen, kaufte die Pfarrei St. Peter und Paul Aussersihl 1902 das Land dafür. Chiodera und Tschudy errichteten 1904 am Rand des Grundstücks zunächst das Pfarrhaus. Wegen des raschen Anwachsens der katholischen Bevölkerung im Industriequartier wurde das Bedürfnis nach einer eigenen Kirche schnell dringender. Curjel und Moser erhielten den Planungsauftrag, mussten ihr ursprüngliches Projekt aber überarbeiten.

1912 legte der spätere Bischof von Chur, Laurenz Matthias Vincenz, den Grundstein.  1914 konnte die Kirche eingesegnet werden, und 1916 wurde St. Josef zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 1964/1965 wurde die Kirche  umfassend saniert. 1981/1982 wurde im Eingangsbereich eine Krypta eingebaut. 1989 erfolgte die Sanierung der Deckengewölbe und 2001 die Renovation des Kirchenäusseren.


Architektur & Kunst

Die Nähe zum Barock ist bei der Kirche St. Josef unübersehbar: Sie besitzt mit dem mächtigen, geschweiften Dach, der geschwungenen Eingangsfassade und der Zwiebelkuppel des Turms Elemente, die Innerschweizer Barockkirchen entlehnt scheinen. Eine derartige Architektur im Kontext des Industriequartiers war aufsehenerregend und ist auch für Mosers Bauten in Zürich ungewöhnlich. Eine besondere Herausforderung war die Gestaltung der Fassade, da diese von drei Strassen aus sichtbar ist. Der Turm hat eine Höhe von 47 Metern.
Der Innenraum wird von der dreischiffigen Konzeption der Kirche bestimmt. Schlanke Säulen, in denen sich Betonstützen verbergen – Ihre Marmorzeichnung, ist bloss aufgemalt –, rhythmisieren den Kirchenraum. Die Decke ist ausgesprochen schlicht, auf barocke Stuckaturen wurde verzichtet.

Auch der Jugendstil hat das Innere geprägt, deutlich sichtbar beispielsweise in den Kapitellen und in den Altaraufbauten. Der Hochaltar ist der Heiligen Familie gewidmet. Die Engel auf dem linken Seitenaltar, die Maria umgeben, sind Mädchen und Frauen der damaligen Zeit. Der rechte Seitenaltar zeigt die Hll. Felix und Regula auf einer Wolke über der Stadt Zürich – in ebenfalls sehr realitätsnaher Abbildung. Die Altargemälde schuf R.A. Nüscheler.

Die Glasfenster im Kirchenschiff, welche verschiedene Heilige zeigen, wurden nach Entwürfen von C. Roesch und G. Scartezzini gefertigt. Der Kreuzweg ist in Form von Reliefs an den Mauern der Seitenschiffe sowie unter der Empore angebracht. Erwähnenswert sind ausserdem die Darstellungen des Hl. Franziskus und des Hl. Antonius mit dem Antoniusbrot links und rechts des Kircheneingangs.

Die Kirche erhielt ihre heutige Orgel 1968, es handelt sich um ein Instrument der Firma Metzler mit 38 Registern.

Krypta

Zur Krypta, die unter der Orgelempore eingebaut ist, gelangt man über eine Treppe vom Innenhof her. Sie wurde 1981/1982 im bereits bestehenden Unterbau der Kirche eingerichtet und erinnert in der Raumgebung an frühchristliche Katakomben.